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Oberösterreich

Innviertler Bürgermeister wurde in Pflegeheim geimpft

Von nachrichten.at/tst   17. Januar 2021 15:53 Uhr

Das Pflegeheim in Eberschwang

EBERSCHWANG. Nach der Corona-Impfung im Alten- und Pflegeheim Eberschwang (Bezirk Ried im Innkreis) Anfang Jänner stehen der Bürgermeister und zwei Vizebürgermeister in der Kritik.

Groß ist die Aufregung im Bezirk Ried. Grund dafür ist eine Corona-Impfaktion mit 44 Impfdosen Anfang Jänner in einem Pflegeheim in der Marktgemeinde Eberschwang. Neben neun Mitarbeitern und acht Bewohnern sollen auch sechs Ärzte, drei Hochrisikopatienten, drei Angehörige von Pflegeheimmitarbeitern, zwölf Ordinationsmitarbeiter von Arztpraxen, Bürgermeister Josef Bleckenwegner (SP) und zwei Vizebürgermeister geimpft worden sein.

Diese Vorgehensweise sei durch die Vorgaben des Landes Oberösterreich nicht gedeckt, heißt es vom Corona-Krisenstab. Demnach soll der Impfstoff in den Pflegeheimen primär an Bewohner, Mitarbeiter und externe Dienstleister, die in den Einrichtungen regelmäßig arbeiten, verabreicht werden. Nur wenn Restimpfdosen übrig bleiben, könnten Angehörige geimpft werden. Dazu würden, so der Krisenstab, Politiker aber nicht zählen.

Personelle Konsequenzen?

Dem Vernehmen nach dürfte die Leitung des Sozialhilfeverbandes des Bezirks Ried über die Vorgänge alles andere als erfreut sein. Personelle Konsequenzen für die Führungskräfte im Pflegeheim stehen laut Recherchen der OÖN im Raum.

Laut Harald Scheiblhofer, Pressesprecher von Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SP), wurde die Heimaufsicht des Landes beauftragt, sich die Vorkommnisse in Eberschwang genauer anzusehen. „Die Vorgaben sind klar geregelt, und diese müssen eingehalten werden.“ Ein sonderlich gutes Bild gebe die Impfung der drei Politiker aber nicht ab, heißt es aus dem Büro von Landesrätin Gerstorfer.

Video: Aufregung um Impfpraxis in Pflegeheim

Kritik kam von VP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmansdorfer. „Wenn in einem Heim fast zwei Drittel der Impfungen an heimfremde Personen gehen, kann etwas nicht stimmen.“ Der Umgang mit den Impfdosen sei grob fahrlässig gewesen. Hattmannsdorfer fordert von Soziallandesrätin Gerstorfer eine Aufklärung des Vorfalls.

Silvester Hutgrabner, Gemeindearzt aus Eberschwang, wurde ebenfalls an diesem Tag geimpft. Für die Aufregung hat er kein Verständnis. „Bevor man Impfdosen wegwirft, macht es doch Sinn, diese zu verimpfen“, sagt Hutgrabner. 

Das sagt der Bürgermeister

Bürgermeister Bleckenwegner war am Sonntag auf OÖN-Anfrage nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Zuvor hatte er sein Vorgehen mit der Vorbildwirkung für Menschen, die an der Impfung zweifeln, erklärt. "Ich hab' schon daran gedacht, in der nächsten Gemeindezeitung über meine Impfung zu schreiben." Er verstehe nicht, warum das eine "Staatsaffäre" sein soll. Kommunalpolitiker seien als "fürs Heim systemrelevante Personen" eingestuft worden, meint der Bürgermeister.

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