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Innviertel

SVR-Trainer Andreas Heraf: "Oberste Priorität hat für uns der Klassenerhalt"

Von Thomas Streif  25. Juli 2021 10:16 Uhr

SVR-Trainer Andreas Heraf: "Oberste Priorität hat für uns der Klassenerhalt"
Gibt bei der SV Ried die Richtung vor: Trainer Andreas Heraf

RIED. Rieder Kicker starten morgen Abend mit einem Heimspiel gegen Austria Wien in die Saison

Wo führt der Weg der SV Guntamatic Ried in der zweiten Saison in der Fußball-Bundesliga nach dem Aufstieg hin? "Unser Ziel muss vorrangig der Klassenerhalt sein. Andere Ziele wären unseriös", sagt SVR-Trainer Andreas Heraf. Der 53-Jährige schaffte mit der Mannschaft in der Qualifikationsrunde der vergangenen Saison souverän den Klassenerhalt. Die logische Konsequenz: Der Vertrag mit Heraf wurde bis Sommer 2023 verlängert. Morgen Abend empfängt die SV Ried zum Saisonauftakt um 17 Uhr die Wiener Austria. Karten gibt es noch bei der Abendkasse.

OÖN: Wenn Ihnen jemand vor einem halben Jahr prophezeit hätte, dass Sie zum Saisonauftakt 2021/2022 Bundesligatrainer bei der SV Ried sind: Was hätten Sie gesagt?

Andreas Heraf: Das hätte ich nicht wirklich für möglich gehalten, aber es ist zum Glück anders gekommen. Es ist nicht leicht, in das "Rad der Bundesligatrainer" reinzukommen. Als der Verein im Abstiegskampf mit dem Rücken zur Wand gekommen ist, kam der Anruf. Da mir Ried nach meiner Zeit als Co-Trainer sehr am Herzen lag, war klar, dass ich zurückkomme. Der Rest hat sich dann ergeben, aber mein Blick richtet sich jetzt nach vorne, weil ich hier in Ried viel bewegen möchte.

Wie schwer wiegen die Abgänge der Leistungsträger Reifeltshammer, Grüll und Boateng?

Sehr schwer, aber Ried ist ein Ausbildungsverein, also muss ich das als Trainer akzeptieren und versuchen, diese Abgänge so gut wie möglich zu kompensieren.

Wie soll das gelingen?

Dass man die Qualitäten nicht eins zu eins ersetzen kann, ist klar. Wir haben mehrere junge, hungrige Spieler, wie Mikic, Pomer, Plavotic oder Jovicic, die sich in Ried einen Namen machen wollen, geholt. Ich traue allen den nächsten Karriereschritt zu. Mit Felix Seiwald haben wir ein Talent aus den eigenen Reihen aus Steyr, wo er leihweise Spielpraxis sammeln konnte, zurückgeholt. Dazu mit Chabbi noch einen routinierten Stürmer und einige Perspektivspieler.

Zehn Spieler fehlten in der Vorbereitung wegen einer Corona-Infektion für fast zwei Wochen. Wie ist der Fitnesszustand?

Ganz ehrlich: Wie wir von den positiven Corona-Tests erfahren haben, hatte ich große Sorgen, wie und ob sich das bis zum Saisonstart ausgehen soll. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass der Trainingsrückstand fast aufgeholt ist. Hier gilt mein großer Dank dem gesamten Trainer- und Betreuerteam. Ob es wirklich schon bei allen für 90 Minuten reicht, wird man in den ersten Spielen sehen. Ansonsten bin ich mit der Vorbereitung sehr zufrieden. Wir haben viel im konditionellen und taktischen Bereich gearbeitet, natürlich waren Standardsituationen ein weiterer Schwerpunkt.

Das Transferfenster ist noch bis Ende August geöffnet. Dringenden Handlungsbedarf gibt es auf der Rechtsverteidigerposition und im Sturm.

Richtig, hier fehlen uns noch die Alternativen zu Julian Wießmeier, der selber nicht einmal ein gelernter Rechtsverteidiger ist. Hier würde ich mir noch einen Spieler wünschen, weil die Optionen fehlen. Im Sturm ist der Handlungsbedarf nicht ganz so groß, hier können wir ganz gut improvisieren.

Wo sehen Sie die Mannschaft in der zweiten Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg?

Unser Anspruch muss es sein, uns Schritt für Schritt zu stabilisieren. Oberste Priorität hat der Klassenerhalt, von der Qualifikation für die Meisterrunde zu träumen, ist grundsätzlich unrealistisch. So etwas passiert, aber planen können wir das mit unseren aktuellen Mitteln sicher nicht.

Mit welcher Art des Fußballs soll der Klassenerhalt gelingen?

Es gibt drei elementare Dinge: Das Spiel mit dem Ball, das Spiel gegen den Ball und Standardsituationen. Wenn man es erweitert, geht es noch um Umschaltspiel sowohl nach vorne als auch nach hinten. An all diesen Dingen arbeiten wir, um bei den Spielen das Maximale herausholen zu können. Wir wollen zum einen kompakt stehen, um dem Gegner das Leben möglichst schwer zu machen. Umgekehrt soll unser Spiel nach vorne sauber und durchdacht sein, damit wir zu vielen Torchancen und hoffentlich Toren kommen.

Was überwiegt bei Ihnen vor dem Bundesliga-Start. Die Vorfreude oder doch die Anspannung?

Es ist beides, wobei ich immer versuche, die Anspannung – so gut es geht – zu vermeiden, weil das nichts anderes als eine Stresssituation ist. Unser Anspruch ist, dass wir jeden Tag so gut wie möglich arbeiten. Das geht vom Taktischen, Körperlichen, Menschlichen bis hin zu detaillierten Videoanalysen.

Am Sonntag kommt die Austria nach Ried. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Die Austria hat viel Qualität, vor allem offensiv. Nachdem sie die Lizenz erhalten haben, herrscht unter dem neuen Trainer und Sportdirektor so etwas wie Aufbruchsstimmung. Wir wollen voll dagegen halten. Dass etwas möglich ist, haben wir in der Qualifikationsgruppe beim 2:2 und 3:2 gesehen.

Welcher Faktor können die SV-Ried-Fans sein?

Ein ganz großer. Die Unterstützung ist für unsere junge Mannschaft brutal wichtig. Wir haben es im letzten Spiel der vergangenen Saison gesehen. Ohne unsere großartigen Fans hätten wir ein 0:2 wohl nicht mehr in einen 3:2-Sieg drehen können.

Artikel von

Thomas Streif

Lokalredakteur Innviertel

Thomas Streif
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