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Historiker auf der Suche nach genauem Standort von Palms Hinrichtungsstätte

BRAUNAU/SIMBACH. Recherche durch Forscher in der Stadt Braunau zu Opfer aus Napoleon-Zeit

Historiker auf der Suche nach genauem Standort von Palms Hinrichtungsstätte

Thomas Schuler (r.) und Heimatforscher Manfred Rachbauer Bild: Geiring

Historiker Thomas Schuler besuchte im Auftrag der Palmstiftung Schorndorf (Baden Württemberg) Braunau, um zusammen mit Heimatforscher Manfred Rachbauer den historischen Spuren des Nürnberger Buchhändlers Johann Philipp Palm nachzugehen. Palm wurde am 18. Dezember 1766 in Schorndorf als Sohn des Chirurgen und Steuereinnehmers Johann Leonhard Palm geboren. Bei seinem Onkel Johann Jakob Palm lernte er in Erlangen den Buchhandel.

Nach der Besetzung Nürnbergs durch französische Truppen im März 1806 erschien dort im Juli im Verlag von Palms Buchhandlung die 144 Seiten umfassende Schrift "Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung", in der zum Widerstand gegen die Franzosen und deren bayerische Verbündete aufgerufen wurde.

Daraufhin wurde Palm am 14. August verhaftet und am 22. August in die Festungsstadt Braunau befördert. Ein französisches Militärgericht verurteilte ihn am 25. August trotz seiner Unschuldsbeteuerungen zum Tode. Nun sollte bei dem Besuch Schulers die Hinrichtungsstätte Palms genau lokalisiert werden, da die angegebene Stelle nicht dem tatsächlichen Standpunkt der Erschießung zugeordnet werden konnte.

Laut Schuler, er zählt zu den führenden Napoleon-Experten Deutschlands, war der Grund auch ein alter Zeitungsbericht aus dem Jahr 1910. Hierbei ging es um den Besuch mehrerer Wanderer in Braunau, die den Gedenkstein bei der Hinrichtungsstätte Palms besichtigen wollten.

So war in der Nürnberger Zeitung zu lesen: "Zwischen zwei Pseudoakazien steht in einem verborgenen Winkel ein kleiner Granitsockel mit der Inschrift Palms Ende 1806, 26. August. Aber mein Begleiter belehrte mich sofort, dass dies nicht die eigentliche historische Stelle sei, und führte mich neben den Gartenzaun zum Häuschen der Familie Buchner. Näher gekommen erkannte man eine halbkreisförmige Umzäunung in deren Mitte ein hoher Steinsockel mit der Inschrift Palms Ende, 26. August 1806, stand."

Nun erhob sich für Schuler und Rachbauer die Frage, ob das heutige Hinweisschild in der Salzburger Straße an der richtigen Stelle steht. Mehrere Hinweise auf den "Originalschauplatz" wurden im Zeitungsartikel ja bereits angeführt. Der Name Buchner war in der alten Braunauer Häuserchronik schnell gefunden und der Adresse Salzburger Straße 5 zuzuordnen. Auch auf einer Ansichtskarte aus dem Jahre 1903 wird die "richtige Stelle, wo Palm kniete und seinen Geist aufgab", mit Salzburger Straße 5 gekennzeichnet. Da wäre dann der Ort der Hinrichtung beträchtlich näher am Stadtzentrum gelegen als bisher angenommen. Nur ergibt sich nach genauer Prüfung ein "kleines Problem". Legt man den Plan der Festung Braunau aus dem Jahre 1806 über den heutigen Stadtplan, dann befände sich die sogenannte "richtige Stelle" schon innerhalb der Festungsmauer.

Im Zuge der Nachforschungen erinnerte sich Rachbauer auch an den Heimatforscher Silvester Falk. In seiner Freizeit beschäftigte dieser sich leidenschaftlich mit der Heimatforschung. Anno 1839 fertigte Falk eine Skizze an, die die Hinrichtung Palms zeigte und auf den zweiten Schanzgraben der Festungsstadt Braunau verwies. "Mit diesen Angaben und den alten Ansichten der Festung Braunau können wir die Lage des zweiten Schanzgrabens und somit der Erschießungsstätte nun genau lokalisieren," sind sich Schuler und Rachbauer sicher. Laut dem Historiker werden im Frühjahr dann die endgültigen Ergebnisse der zahlreichen Recherchen vorgestellt und die genaue Erschießungsstätte benannt. 

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Artikel (geiring) 02. November 2018 - 00:04 Uhr
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