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Oberösterreich

Herz-OP von Johanna (4) verschoben

Von Gerhild Niedoba  02. Dezember 2021 00:04 Uhr

Primar Gerald Tulzer

LINZ. Nach wie vor ist die Situation an der KUK-Kinderkardiologie angespannt.

Der OÖN-Bericht von Mitte November wurde in ganz Österreich aufgegriffen: Bereits vor zwei Wochen mussten Operationen von herzkranken Kindern an der Kinderkardiologie im Linzer Kepler Uniklinikum verschoben werden, weil aufgrund der Überbelastung durch Covid-Patienten keine Intensivbetten frei waren.

Damals traf es eine Familie, die aus Vorarlberg zur vor Monaten fixierten OP ihres Kindes nach Linz angereist und in Ermangelung eines Intensivbettes wieder heimgeschickt worden war. Jetzt zeigt sich, wie der ORF berichtet, eine Mutter aus Kärnten verzweifelt, weil die lange geplante Operation ihrer herzkranken vierjährigen Tochter vorerst auf Februar verschoben werden musste

Gerald Tulzer, Vorstand der Klinik für Kinderkardiologie, bestätigt den OÖN, dass der für kommende Woche geplante Eingriff verschoben werden musste. Seit Beginn der vierten Corona-Welle seien damit insgesamt rund 20 Eingriffe an Herzkindern davon betroffen gewesen, sagte Tulzer.

Die Mutter des betroffenen Kindes sei zu Hause verständigt worden, dass sie trotz Termin noch warten müssten. Johanna, die mit einem schweren Herzfehler geboren und bereits zweimal operiert worden war, hätte schon vor einigen Monaten einen OP-Termin an der Linzer Kinderkardiologie gehabt, sagte der Kinderchirurg. Damals habe dieser verschoben werden müssen, weil das Kind an einem Infekt gelitten hatte.

Für Johannas Mutter Sabrina ist jeder Tag mehr, der verstreicht, ein Risiko. "Ich dachte, mir reißt es den Boden unter den Füßen weg", sagte sie gestern im Gespräch mit Ö1.

Johanna habe mitbekommen, dass der Eingriff erneut verschoben werden musste. "Sie hat Angst", sagte die Mutter. Weil die Sauerstoffsättigung bei der Vierjährigen sehr schlecht sei, werde die Kleine rasch müde und laufe blau an. "Die Angst, dass das in einer Notoperation enden muss, schwebt natürlich auch über uns", sagt die Mutter.

Tulzer kann die Sorgen der Mutter verstehen, wie er sagt, bekräftigt aber gleichzeitig: "Unser derzeitiges Programm sieht vor, dass alle dringenden Fälle gut versorgt werden." 

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Artikel von

Gerhild Niedoba

Redakteurin Land und Leute

Gerhild Niedoba

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