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Oberösterreich

Riesiger Steuerbetrug könnte Grund für Granaten-Mord sein

Von (dunst)   24. Januar 2014 00:04 Uhr

Riesiger Steuerbetrug könnte Hintergrund für Granaten-Mord sein
Tatort in Wien: Von dem Mörder fehlt jede Spur.

WIEN/MONDSEE. Staatsanwalt bestätigt: Zoll ermittelte gegen beide Mordopfer, die bei Dieselgeschäften 700.000 Euro hinterzogen haben sollen.

Nach wie vor ist unklar, wer den Deutschen Waldemar Waschnick (57) und den Mondseer Lokalpolitiker Zlatko Novakovic (45) am 11. Jänner diesen Jahres um 3 Uhr Früh in Wien-Ottakring ermordet hat. Wie berichtet, wurde der Mondseer mit drei Schüssen in den Kopf hingerichtet, während sein Partner an den Folgen einer Handgranaten-Explosion in einem geliehenen BMW starb.

Wie jetzt bekannt geworden ist, ermittelte die Wirtschaftspolizei bereits seit Dezember gegen Waschnick und einen Komplizen – bei dem es sich laut Staatsanwaltschaft zu 99 Prozent um Novakovic handelt. "Damals ging vom Zoll eine Anzeige wegen Mineralölsteuerbetrugs ein. Es geht um 600.000 bis 700.000 Euro, dieser Betrag kann auch noch ansteigen", sagt Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien.

Gerüchteweise ist zu hören, dass die beiden Mordopfer große Mengen Diesel direkt aus dem Hafen Rotterdam importiert und verkauft haben – ohne Umsatz- und Mineralölsteuer zu zahlen. Damit lassen sich pro Liter Diesel ungefähr 50 Cent verdienen. "Die Leute dürfen sich nicht wundern, wenn sie mit dunklen Geschäften großen Gewinn machen, dass sie dann in solche Schwierigkeiten geraten", sagt Jarosch. Zwar fehlt den Ermittlern noch die Verbindung zwischen den illegalen Dieselgeschäften und den Morden in Wien – "aber es wäre schon ein Riesenzufall, wenn diese Verbrechen nicht miteinander in Verbindung stehen würden", sagt der Staatsanwalt.

Wie exklusiv in den OÖNachrichten berichtet, deuteten ehemalige Arbeitgeber der beiden Mordopfer unmittelbar nach der Granaten-Explosion in Wien an, dass die beiden Mordopfer in illegale Treibstoff-Geschäfte verwickelt gewesen sein könnten. Ein Spediteur aus Pettenbach sagte: "Die beiden haben mir Diesel zum Kauf angeboten."

Hintermänner erpresst?

Hinter vorgehaltener Hand ist immer wieder zu hören, die beiden könnten möglicherweise der Ost-Mafia in die Quere gekommen sein. "Wenn man da den falschen Männern Geld schuldet, greifen diese nach dreimaliger Zahlungsaufforderung zu drastischen Methoden", sagt ein Bekannter von Waldemar Waschnick. Ein anderer Ansatz lautet: Waschnick, der spielsüchtig war und ständig an Geldmangel litt, könnte wegen seiner Schulden Hintermännern gedroht haben, er würde sie auffliegen lassen. 

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