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Oberösterreich

Essen wir zu viel Fleisch?

Fleisch

Bild: Weihbold

Rund 100 Kilogramm Fleisch haben die Österreicher im vergangenen Jahr pro Kopf vertilgt. Der Fleischkonsum steigt, obwohl das Bewusstsein und das Interesse für gesunde Ernährung zunehmen. Sollen wir unseren Konsum einschränken oder gar auf Fleisch verzichten? Durch Jonathan Safran Foers Sachbuch „Tiere essen“ ist die Diskussion über die richtige Ernährung jetzt wieder in aller Munde.

Helmut Haberl, AO. Universitätsprofessor

Wir Österreicher essen viel zu viel Fleisch. Allein aus gesundheitlichen Gründen wäre es besser, den Fleischkonsum einzuschränken, von den ökologischen Folgen der Massentierhaltung ganz zu schweigen.
Ich bin umgekehrt aber nicht dafür, den Fleischkonsum auf null zu senken. Es gibt genügend Flächen, wo Ackerbau nicht möglich und daher Tierhaltung sinnvoll ist. Entscheidend ist, wie wir die Tierhaltung gestalten. Es steht uns nicht gut an, Tiere so zu halten, dass sie schon zu Lebzeiten leiden.

Julia Evers, OÖN-Kulturredakteurin

Auf jeden Fall. Auch weil wir immer noch hören, dass eine echte Mahlzeit nur mit einem Stück Fleisch vollkommen ist und vegetarisches Essen als halbe Sache abtun. Kein Experte zweifelt mehr an, dass eine gesunde Ernährung ohne Fleisch auskommen kann, zuviel davon hingegen ungesund ist. Die Massen-Tierhaltung gilt als einer der größten Umweltverschmutzer weltweit. Also ist es für Körper und Umwelt sicher besser, den Fleischkonsum einzuschränken, vor allem aber, darauf zu achten, woher das Fleisch auf dem Teller kommt und wie es produziert wurde.

Franziska Zimmer, Biofleischerzeugerin

Meiner Meinung nach schon. Es wird allgemein zu viel Fleisch, und vor allem zu viel Schweinefleisch gegessen und zu wenig hochqualitatives. Wenn die Leute mehr Biofleisch essen würden, täte das der Umwelt besser, weil die Produktion und auch die innere Qualität eine ganz andere ist.
Es wird zu gedankenlos gegessen, denn man sieht Fleisch nicht mehr als Lebens- oder Nahrungsmittel, sondern nur als Ware. Die Achtung vor dem Tier ist viel zu wenig vorhanden. In unserem Betrieb werden die Tiere artgerecht gehalten, so dass ihre Bedürfnisse gedeckt sind.

Sarah Kindlinger, Schülerin, Walding

Ja, es wird definitiv zu viel Fleisch gegessen. Ich finde das schon Besorgnis erregend, wenn man bedenkt, dass sich übermäßiger Fleischkonsum negativ auf die Gesundheit auswirkt.
Ich versuche so wenig wie möglich Fleisch zu essen. Das hat einerseits mit meiner großen Tierliebe zu tun. Außerdem mag ich Fleisch nicht besonders, vegetarisches Essen schmeckt einfach besser. Vor ein bis zwei Jahren war ich Vegetarierin, habe aber schön langsam wieder begonnen Fleisch zu essen. Ein Grund dafür war, dass mich viele überreden wollten, wieder Fleisch zu essen.

Daniel Gostner, Schüler, Linz

Meiner Meinung nach wird in unserer Gesellschaft nicht zu viel Fleisch gegessen.
Ich sehe da kein Problem. So ist nun mal der Lauf der Dinge: In der Tierwelt ernähren sich ja auch die stärkeren Tiere von den schwächeren. Und wir Menschen stehen eben an der Spitze der Nahrungskette. Obwohl mir vegetarisches Essen schmeckt, ist eine Reduktion meines Fleischkonsums für mich nicht vorstellbar. Ich liebe Fleisch, aber grundsätzlich ist mir wichtig, dass sich jeder so ernähren kann, wie er will.

Willibald Mandl, Fleischermeister

Wir Österreicher essen nicht zu viel Fleisch. Es ist ein sehr wertvolles Lebensmittel. Aber man sollte sich den Fleischkonsum etwas einteilen und nicht unbedingt jeden Tag Fleisch essen. Drei bis vier Mal pro Woche Fleisch ist sicher kein Problem. Ich bin für eine ausgewogene Ernährung, jeden Tag nur Körndl ist daher sicher auch nicht ideal.
In Österreich ist die Tierhaltung noch eher klein strukturiert, und daher hat das Fleisch gute Qualität. Ich jedenfalls weiß, woher das Fleisch kommt, das ich verarbeite. Meine Kunden schätzen das sehr.

Brigitte Böhm, „Marktstub’n“-Wirtin, St. Georgen/Gusen

Nein, das glaube ich nicht. Jeden Tag Schweinsbraten soll zwar nicht gut sein, aber Fleisch, dazu Beilagen, vor allem viel Gemüse und Salat, sind die ideale Ernährung. Fleisch ist gesund, gibt Kraft und schmeckt. Es kommt allerdings auf die Qualität an. Fleisch aus Massentierhaltung, für die oft viele Medikamente nötig sind, soll man meiden. Bei mir kein Problem, ich stamme aus einer Fleischerfamilie, bekomme beste Ware aus dem Genussland Oberösterreich. Aber mir sind auch Vegetarier willkommen, es gibt einige fleischlose Gerichte und täglich ein vegetarisches Mittagsmenü.

Hannes Braun, Chef des vegetarischen Lokals „Paa“

Ist eh klar! Diese Frage stellt sich ja schon lange nicht mehr. Es weiß doch mittlerweile jeder, dass unsere Gesellschaft zu viel Fleisch isst. Aber der Genuss ist offenbar stärker als die Vernunft – das sieht man daran, dass die Leute immer dicker werden und die Herz-Kreislauf-Erkrankungen rapide ansteigen. Ich glaube aber, dass schön langsam ein Umdenken stattfindet – beziehungsweise schon begonnen hat, denn es gibt immer mehr Menschen, die zumindest zum Teil auf Fleisch verzichten.

Klaus Nigl, Diätologe, Elisabethinen Linz

Ja! Verglichen mit den Essgewohnheiten in den anderen europäischen Ländern nehmen die Österreicher den ersten Platz ein. Mehr als die Hälfte des verzehrten Fleisches ist zudem Schweinefleisch. Geflügel wird wenig gegessen, auch Fisch kommt viel zu selten auf den Teller.
Die Österreicher sind also Europameister im Fleischessen aber Nachzügler bei Hülsenfrüchten, die in Punkto Eiweiß und Mineralstoffen auch einiges zu bieten haben. Wie wär’s beispielsweise mit einer Fisolensuppe oder mit einem wärmenden Bohnengulasch?

Gerhard Zwingler, Gründer der Firma Nets

Ich bin stark davon überzeugt, dass wir zu viel Fleisch essen. Immer mehr Menschen werden krank, da sie sich falsch ernähren. Die Werbung sagt zwar, dass Fleisch essen gut ist, aber das stimmt nicht. Außerdem hat man etwa durch das Züchten und Mästen von Schweinen einen siebenmal so hohen Flächenverbrauch.
Ich selbst lebe seit 20 Jahren vegetarisch. Fleisch geht mir überhaupt nicht ab, da meine Frau hervorragend kocht. Man kann sich ja auch anders geschmacklich vielseitig ernähren.

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Artikel 04. September 2010 - 00:04 Uhr
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