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Online-Geschäft setzt Modehandel stark unter Druck

WIEN. Der Onlinehandel nimmt in Österreich immer mehr zu. Ein Großteil der Österreicher glaubt dennoch nicht, dass der stationäre Handel verschwinden wird. 

81 Prozent der Befragten glauben, dass das Wachstum ausländischer Internetgiganten wie Zalando und Amazon einen Verlust von Arbeitsplätzen mit sich bringen wird.  Bild: dpa

Kleidung, Taschen, Schuhe und Sportartikel werden von den Österreichern immer noch bevorzugt in Geschäften probiert und gekauft. Das hat eine Gallup-Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer ergeben. 1000 Personen wurden befragt, je zur Hälfte telefonisch und online. Onlineriesen wie Amazon oder Zalando legen aber massiv zu, was Einzelhändler und Jobs bedroht - wiewohl nicht umbringt. 

Die große Mehrheit der Österreicher - nämlich 80 Prozent - glaubt der Umfrage zufolge nämlich nicht, dass der stationäre Modehandel verschwindet. Zwei Drittel vermuten aber, dass es hier in Richtung kleinerer Flächen geht. 39 Prozent gehen von größeren Flächen aus, um der Internet-Konkurrenz in Sachen Warenauswahl die Stirn zu bieten. Die meisten erwarten, dass Onlineanbieter wie Amazon auch selber im stationären Handel mehr tun werden.

Auch in Österreich ist der Modehandel durch den Siegeszug der Onlineversandhäuser unter Druck geraten. Dass die Aktivitäten vor allem der ausländischen Internetriesen dem heimischen Mode- und Sportartikelsektor schwer zusetzen, glaubt auch die überwiegende Mehrheit der von Gallup Befragten: 81 Prozent befürchten vor allem einen Verlust von Arbeitsplätzen, 78 Prozent fürchten, dass Betriebe schließen. Mehr als drei Viertel erwarten eine weitere Zunahme des Mode-Onlineshopping.

Verschränkung zwischen online und offline

Verdrängen werde der Onlinehandel den stationären Handel aber nicht, resümiert die heimische Modehandelsbranche. Die strukturellen Verschiebungen im heimischen Modehandel würden von der Bevölkerung deutlich wahrgenommen, erklärten die Mode- und Sportartikelhandels-Obfrau der Wirtschaftskammer Österreich, Jutta Pemsel, und Studienautorin Andrea Fronaschütz (Gallup) am Donnerstag. Es werde einen großen Strukturwandel geben, Online und offline würden immer stärker verschränkt. In so einer "intelligenten" Verschränkung sieht man im Einzelhandel auch eine Zukunft.

Zur Zeit der Umfrage im November 2018 war der Anteil jener Österreicher, die am liebsten in Geschäften shoppen, nach wie vor am höchsten (52 Prozent). Doch das Einkaufen im Internet zieht nach. Es wird vor allem auch parallel genutzt. Sowohl "stationär" als auch online decken sich 37 Prozent der befragten Mode- und Sporthandelskunden ein. Als reine Onlineshopper sahen sich nur elf Prozent.

Ein paar Ergebnisse zu Motivlage und zu Emotionen: 73 Prozent der Befragten würden bei gleicher Qualität und gleichem Preis lieber in einem Geschäft kaufen als im Internet. Vor allem weil die Waren angegriffen und anprobiert werden können (66 Prozent). Dagegen punktet der Onlinehandel mit Komfort: 61 Prozent finden es bequem, nirgendwohin gehen zu müssen und die Ware geliefert zu bekommen.

Dass es beim Modekauf Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, ist der Umfrage zufolge augenscheinlich: Für Männer ist Beratung und Betreuung beim Einkauf von Modeartikeln wichtiger als bei Frauen (80 Prozent bei Männern, 71 Prozent bei Frauen). Frauen zählten sich - jedenfalls was Käufe abseits des täglichen Bedarfs anlangt - stärker zu den Shopping-Hedonisten (61 Prozent versus 51 Prozent bei Männern). In Summe ist für 20 Prozent der 1000 Umfrageteilnehmer das Einkaufen eher lästig.

Vom heimischen Modeeinzelhandel werden faire Wettbewerbsbedingungen mit dem ausländischen Onlinehandel urgiert: Dazu zähle die "digitale Betriebsstätte" zur Entrichtung der Ertragssteuern dort, wo Gewinne erwirtschaftet werden; eine "Plattformhaftung" (wonach Onlineplattformen für die konkrete Umsatzsteuer-Abfuhr haften) und höhere Kontrolldichte bei der Zollprüfung, um "Unterdeklarationen" bei der Einfuhr aus Drittländern zu bekämpfen.

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Artikel nachrichten.at/apa 21. Februar 2019 - 11:52 Uhr
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