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Momox: Neues Zuhause für gebrauchte Bücher

BERLIN. Das deutsche Re-Commerce-Unternehmen zahlt auch für gut erhaltene Kleidung und verkauft sie weiter.

Momox: Neues Zuhause für gebrauchte Bücher

Heiner Kroke, Geschäftsführer von Momox Bild: Koroll/Momox

Bücher, die man niemals lesen wird, CDs, die man nicht mehr hören kann, die teure Jeans, die nicht mehr passt: Bei den meisten Menschen sammeln sich im Laufe des Lebens viele solcher Dinge an. Sie einfach wegzuwerfen, untersagt häufig das Gewissen. Sogenannte "Re-Commerce"-Unternehmen bieten Kunden daher an, Regale und Schränke einfach vom Sofa aus auszumisten – und machen damit ein gutes Geschäft:

"Medienartikel und Kleidung werden oft nicht viel benutzt, bevor wir sie aussortieren. Sie sind also in einem guten Zustand. Und unsere Kunden haben ein gutes Gefühl, weil sie ihre Sachen nicht wegwerfen müssen", sagt Heiner Kroke. Er ist Geschäftsführer von Momox, dem führenden deutschen Re-Commerce-Unternehmen.

Recht unterschiedliche Preise

Momox wurde 2004 in Berlin gegründet und ist seit 2011 auch in Österreich, Großbritannien und Frankreich präsent. Das Konzept ist einfach: Kunden tippen den Barcode von Büchern, CDs, DVDs und Spielen auf der Webseite ein. Binnen Sekunden wird der Preis dafür angezeigt. Er wird laut Kroke von einem Algorithmus berechnet und durch Angebot, Nachfrage und Lagerkosten festgelegt: Für "Darm mit Charme" von Giulia Enders gibt es 6,55 Euro, für eine Ausgabe von Theodor Fontanes "Effi Briest" magere 33 Cent.

Ab einem Wert von zehn Euro ist der Versand für den Kunden kostenfrei. Einzige Voraussetzung ist der gute Zustand: Gebrauchsspuren sind okay, fehlende Seiten ein No-Go.

Die Preise sind meist niedriger als bei einem Verkauf über Ebay oder Amazon. Dafür bekommt der Kunde schnell das Geld überwiesen – und hat wieder Platz. 2014 hat Momox den Ankauf von Second-Hand-Kleidung gestartet: "Unser Fokus liegt auf gut erhaltener Markenkleidung", so Kroke. Die Preisbildung erfolgt nach demselben Prinzip. Bis zu 150.000 Artikel werden täglich angekauft. Rund 200 Millionen sind es seit 2004. Sie werden auf den eigenen Verkaufsplattformen "Medimops" und "ubup" sowie auf Amazon und Ebay weiterverkauft. Zwei Millionen Menschen sind Kunden des Unternehmens.

2016 erzielte Momox mit 1300 Mitarbeitern einen Gewinn vor Steuern von 6,8 Millionen Euro und einen Umsatz von 150 Millionen Euro (2015: 118 Millionen Euro). Aktuellere Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt: Für 2018 hat Kroke aber das Ziel von 200 Millionen Euro Umsatz ausgegeben.

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Artikel Elisabeth Prechtl 12. Januar 2019 - 00:04 Uhr
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