Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 24. März 2019, 20:01 Uhr

Linz: 13°C Ort wählen »
 
Sonntag, 24. März 2019, 20:01 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Weltspiegel

Wie im Whirlpool - Massenhaft Haie vor Israels Küste

CHADERA. Vor der Küste Israels sind in den vergangenen Monaten ungewöhnlich viele Haie gesichtet worden.

Vor Israels Küste sind in den vergangenen Monaten ungewöhnlich viele Haie gesichtet worden. Sie sammeln sich im flachen Wasser vor dem Küstenort Chadera. Bild: Hagai Nativ/dpa

Sie sammeln sich im flachen Wasser vor dem Küstenort Chadera. "Hier tummeln sich manchmal 50 bis 100 Haie", sagte Meeresforscher Ejal Bigal. Eine derart große Population an Sandbank- und Schwarzhaien sehe man selten. Angezogen würden sie wohl von warmem Wasser, das aus einem Kraftwerk ins Meer fließt.

Bigal untersucht seit vier Jahren, was die Tiere ins östliche Mittelmeer treibt. In den letzten 100 Jahren seien 95 Prozent der Mittelmeer-Haie ausgerottet worden. Da sie flaches Wasser nahe der Küste bevorzugten, seien sie schneller von Fischern gefangen worden, erzählte der Wissenschafter der Universität Haifa. Zudem würden sich Sandbankhaie (Carcharhinus plumbeus) spät fortpflanzen - oft erst nach 20 Jahren. Umso erstaunlicher sei es, so viele Exemplare der gefährdeten Art an einem Ort zu sehen.

Die Forscher um Bigal sehen das nahegelegene Kraftwerk als Grund für die Anwesenheit der vielen Haie. Es leitet warmes Wasser ins Meer und genau dort sammeln sich die Tiere - "mitten im Whirlpool", scherzte Bigal. Kürzlich fingen die Wissenschafter an, neben Blut- und Gewebeproben auch Ultraschallbilder von den Tieren zu sammeln.

Möglicherweise locke auch Fischreichtum die Jäger in die Gegend. Fest steht, dass jedes Jahr andere Haie kommen. Das weiß Bigal, da er bereits 41 Tiere mit Sensoren versehen hat, um ihre Wege nachzuverfolgen. Zwei Sandbankhaie seien bereits vor zwei Jahren in Chadera gewesen, die übrigen seien Neulinge.

Für Bigal ist Chadera ein einzigartiger Ort - im guten wie im schlechten Sinn: Zwar sind die Bedingungen durch das Kraftwerk künstlich, doch das flache Wasser sei ein "Labor mitten in der Natur". Man müsse die Tiere nicht aus dem Wasser ziehen, um sie zu untersuchen. Allerdings fragt er sich, ob die Nähe zum Menschen ideal sei. Taucher tummeln sich gern zwischen den Tieren, vom Strand aus sind die Haie mit bloßem Auge erkennbar.

"Man wird 'Shark Watching' nicht verhindern können", meint Bigal. Er sieht darin eine Chance, Menschen aufzuklären. Schließlich seien Haie enorm wichtig für das Ökosystem, weil sie kranke Meerestiere fressen und Populationen anderer Spezies kontrollieren.

Die Wissenschafter gehen davon aus, dass sie die Haie noch bis Mai beobachten können. Dann wandern die Tiere erfahrungsgemäß wieder in kühlere Gewässer.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 06. Februar 2019 - 09:42 Uhr
Mehr Weltspiegel

Unbekannte hängten in Moskauer Museum unbemerkt Porträt auf

MOSKAU. Fünf Unbekannten hätten ein Bild ins Staatliche Historische Museum direkt am Kreml mitgebracht und ...

Rumänien will Botschaft nach Jerusalem verlegen

JERUSALEM/ BUKAREST. Als erstes EU-Land will Rumänien seine Botschaft in Israel von Tel Aviv nach ...

Zwischenergebnis Thailand: Lager des Militärs bei Wahl vorn

BANGKOK. Bei der ersten Parlamentswahl in Thailand nach einem Militärputsch vor fünf Jahren liegt das ...

Schiff in Seenot wieder sicher im Hafen

OSLO. Mehr als 24 Stunden nach dem Absetzen des Notrufes ist ein in Seenot geratenes Kreuzfahrtschiff mit ...

Baby bei Beschneidungsritual in Italien gestorben

ROM. Ein fünf Monate alter Bub ist in der Nacht auf Samstag in einem Krankenhaus in Bologna gestorben, in ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS