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Vilimsky: Strache in „Tradition der Politik Kreiskys“

Von nachrichten.at/apa   07. Dezember 2010 11:39 Uhr

Ausschuss-Überraschung
Harald Vilimsky

WIEN. Der freiheitliche Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache, der gegenwärtig Israel besucht, stehe „in der Tradition der Politik eines Bruno Kreisky“, betonte FPÖ-Generalsekretär Nationalratsabgeordneter Harald Vilimsky am Dienstag in einer Parteiaussendung.

Der verstorbene langjährige Bundeskanzler (1970-83) habe „einen sehr guten Weg der Nahost-Vermittlung beschritten, welchen die Kanzler- und (Wiener) Bürgermeisterpartei SPÖ seit geraumer Zeit sträflich verlassen“ habe, erklärte Vilimsky.

Strache setze „außenpolitisch wertvolle Akzente für Österreich, wozu viele Regierungspolitiker nicht mehr in der Lage“ seien, meinte der FPÖ-Generalsekretär, der unter Hinweis auf die jüngsten Wikileaks-Veröffentlichungen die „konturlose Politik vieler Regierungspolitiker“ kritisierte. Als „höchst erfolgreich“ bezeichnete Vilimsky Straches Israel-Besuch, weil „ein sehr wertvoller Gedankenaustausch auf gegenseitiger Basis im Rahmen einer Reihe offizieller Termine und in einer sehr herzlichen Atmosphäre“ stattgefunden habe.

Die von Strache angeführte Delegation sei einer „offiziellen Einladung“ gefolgt, unterstrich Vilimsky. Eine der „offiziell einladenden Persönlichkeiten“ sei der ehemalige Knesset-Abgeordnete Elias Cohen gewesen, der frühere Kommandant der israelischen Hubschrauberflotte, der „noch heute als Held gefeiert“ werde.

„Für uns bleibt die FPÖ, was sie immer war"

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Ariel Muzicant, hatte am Vortag erklärt, kein israelisches Parlamentsmitglied werde mit dem FPÖ-Chef sprechen, das habe ihm der israelische Botschafter in Wien versichert. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders war dagegen mit dem Knesset-Abgeordneten Aryeh Eldad von der rechtsgerichteten Kleinpartei Hatikva zusammengekommen, die zum Bündnis von Außenminister Avigdor Lieberman gehört.

Kein Verständnis hat Vilimsky für die Äußerungen des IKG-Generalsekretärs Raimund Fastenbauer, der Straches Reise als „zynisch“ empfinde. Fastenbauer sagte, jedermann wisse, „welche Verbindungen Strache und die FPÖ zu rechtsextremen Kreisen unterhalten“. Die Islamisten und die FPÖ hätten „eine gemeinsame Plattform: den Antisemitismus.“ Israels Außenministeriums-Sprecher Yigal Palmor sagte seinerseits: „Für uns bleibt die FPÖ, was sie immer war. Wenn sie sich durch so einen Besuch von etwas reinwaschen will, ist das allein deren Sache.“

Vilimsky: "FPÖ hat jüdische Gemeinde verteidigt"

Für Vilimsky ist die Freiheitliche Partei „die einzige politische Gruppierung, welche die jüdische Gemeinde verteidigt“ habe. „Es wäre besser, wenn sich jene Teile der IKG daran erinnerten, dass die Wiener SPÖ noch diesen Sommer mit den unglaublichen Äußerungen des Wiener SPÖ-Gemeinderats (Omar) Al-Rawi (Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich) Islamismus und damit Antisemitismus in die Stadtpolitik getragen“ habe. Das möge sich auch der IKG-Präsident vor Augen führen, denn Strache brauche von niemandem einen „Persilschein“. Muzicant hatte erklärt, wenn es dem FP-Obmann tatsächlich um die Verurteilung islamischen Terrors gehe, „hat er meine volle Unterstützung“. Allerdings werde Strache wohl aus ganz anderen Motiven nach Israel gereist sein; Strache wolle sich einen „Persilschein“ abholen, „das sieht doch ein Blinder mit Krückstock“.

Der Generalsekretär der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen (GÖAB), Fritz Edlinger, erklärte, historische Persönlichkeiten wie Theodor Herzl und Bruno Kreisky könnten sich gegen „die Anbiederungen eines Strache nicht zur Wehr setzen“, die aktuellen Repräsentanten des israelischen und europäischen Judentums aber sehr wohl, „ganz abgesehen davon, dass schon alleine der zeitgleiche Verweis auf Herzl und Kreisky, welche ja bekannterweise äußerst divergente Meinungen zum Zionismus vertreten haben, die weitgehende historische Unwissenheit des FPÖ-Chefs“ zeige. Er warte schon neugierig auf die Stellungnahme der IKG, deren Mitglied David Lazar ja offensichtlich an dieser „FPÖ-Pilgerreise“ teilgenommen habe, so der GÖAB-Generalsekretär.
 

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