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Unwetter - Neuerlich Katastrophenalarm in St. Pölten

ST.PÖLTEN. Binnen weniger Tage ist am Montag zum dritten Mal Katastrophenalarm in St. Pölten ausgerufen worden.

Hochwasser in St. Pölten

Bild: APA (MSS/Vorlaufer)

Unwetter hatten Teile Österreichs auch am Montag wieder im Griff: Vor allem Niederösterreich war stark betroffen. Binnen weniger Tage wurde zum dritten Mal Katastrophenalarm in St. Pölten ausgerufen; sintflutartige Regenfälle hatten den Verkehr lahmgelegt und es war zu großflächigen Überflutungen gekommen. „Es ist unvorstellbar, im Westen St. Pöltens saufen wir total ab“, schilderte St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (S) am frühen Montagabend die Lage.

Seit 14 Tagen kämpften in Niederösterreich 18.000 Feuerwehrleute mit Überschwemmungen und ihren Folgen: Es galt, Dämme zu sichern, Häuser zu evakuieren, Vermurungen und Verklausungen an Brücken zu beseitigen, Verkehrswege freizumachen und Auspumparbeiten zu leisten.

Am Vormittag stand der Bezirk Krems im Zentrum der durch Starkregen bedingten Ereignisse. Binnen kürzester Zeit ließen die Wassermassen mehrere Bäche und den Kremsfluss rasant ansteigen. Zahlreiche Objekte in mehreren Ortschaften wurden überflutet. Die Straßenverbindungen von Senftenberg nach Reichau sowie nach Stixendorf mussten gesperrt werden, weil der reißende Reichaubach die Straße an mehreren Stellen unterspült oder weggerissen hatte. Die Wachau-Bundesstraße B3 im Bereich Weißenkirchen wurde wegen Überflutungen gesperrt, in Spitz an der Donau verursachten Starkregenfälle neuerlich lokale Überschwemmungen.

Gegen Nachmittag verlagerte sich der Schwerpunkt der Einsätze in die Bezirke St. Pölten, Baden, Tulln, Mödling und Bruck an der Leitha. Nach St. Pölten wurden zwei Züge des Katastrophenhilfsdienstes der NÖ Feuerwehr entsendet. In Sieghartskirchen stürzte eine Gartenmauer durch das aufgeweichte Erdreich um. Die Wassermassen flossen in mehrere Gebäude. Einige hundert Sandsäcke mussten von der Feuerwehr gelegt werden, um ein Haus zu schützen. In Elsbach wurde die B1 und einige Straßenzüge bis zu einen halben Meter überflutet.

Mehrere Ortschaften in Niederösterreich waren zeitweise von der Umwelt abgeschnitten. In allen betroffenen Bezirken stiegen die Pegel der Bäche und Flüsse wieder deutlich an. An der großen Tulln etwa werde mit einem zehnjährigen Hochwasser gerechnet, so das Landesfeuerwehrkommando.

Nach Angaben des Krisenstabes lief in St. Pölten ein Großeinsatz beim Heizwerk der ÖBB am Eisberg, das unter Wasser stand. Äußerst kritisch war die Lage auch zwischen Alpenbahnhof und Europaplatz, wo ein sieben Meter breiter Strom Richtung Innenstadt drängte. Im Minutentrakt trafen Hilfsmeldungen bei der Alarmzentrale ein.

Sämtliche Schleusen bei den Mühlbächen der Stadt wurden geöffnet. Knapp wurden am Abend die 5.000 bereitgestellten Sandsäcke. Betroffen waren mehrere Stadtteile, Auffangbecken gingen über. An der B1 kam es zu einer Hangrutschung.

Die Feuerwehren mussten am Montagnachmittag auch im Burgenland ausrücken, um u. a. in den Bezirken Neusiedl am See und Eisenstadt-Umgebung überflutete Keller auszupumpen. Auch in Riedlingsdorf (Bezirk Oberwart) waren Wehren nach starkem Regen im Einsatz; Keller unter Wasser gab es z. B. auch in Parndorf, Neusiedl am See sowie Purbach oder Breitenbrunn.

In Wien waren am Montag vor allem die Bezirke Hernals, Währing und Döbling betroffen; zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden. Die Feuerwehr meldete mehr als 90 Einsätze seit dem frühen Nachmittag.

In Kärnten führten heftige Unwetter Montagnachmittag im Raum Wolfsberg zu Überflutungen. Im Siedlungsgebiet von St. Marein wurden zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt. Ein Frau wurde mit ihrem Kind im Auto von den Wassermassen eingeschlossen, beide wurden von der Feuerwehr aus ihrer misslichen Lage befreit.

In Oberösterreich hat das Hochwasser der vergangenen Tage nach vorläufigen Schätzungen sieben Millionen Euro Schaden angerichtet und rund 150 Gebäude beschädigt. Rund 600 Hektar landwirtschaftlicher Flächen wurden geflutet, der Ernteverlust wird auf knapp eine Mio. Euro geschätzt. Beim Katastrophenfonds des Landes langten bisher 20 Anträge ein.

Bereits am Sonntagabend waren auch in der Steiermark schwere Unwetter niedergegangen: Das Gewitter mit orkanartigen Böen wütete vor allem in den Gemeindegebieten von Vasoldsberg, Nestelbach (beide Bezirk Graz-Umgebung), Heiligenkreuz am Waasen sowie Empersdorf (beide Bezirk Leibnitz). Heftige Sturmböen deckten mehrere Häuser ab. Die L369 in Graz-Umgebung sowie mehrere Gemeindestraßen waren wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

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Artikel apa/nachrichten.at 06. Juli 2009 - 17:59 Uhr
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