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Irgendwo im Nirgendwo

Die Leere im Leben eines erfolgreichen Schauspielers hat Sofia Coppola bei den Filmfestspielen von Venedig zur bedeutendsten Auszeichnung verholfen: Ihr viertes Werk „Somewhere“ wurde mit dem Goldenen Löwen geehrt.

Irgendwo im Nirgendwo

Die Zeit, die er mit seiner Tochter Cleo verbringt, verändert Filmstar Johnny Marco. Bild: tobis

Runde um Runde zieht Johnny Marco (Stephen Dorff) im schwarzen Ferrari seine Kreise. Sinnlos, monoton und ziellos. Wie in dieser ersten Einstellung des Films dreht sich auch das Leben des Schauspielers im Kreis und um nichts. Er ist ein gefeierter Filmstar, wohnt im prestige- und geschichtsträchtigen Hotel Chateau Marmont auf dem Sunset Boulevard, trinkt Whisky und schläft ein, wenn sich Stripperinnen vor seinem Bett auf selbst mitgebrachten Pole-Stangen synchron verbiegen.

Das Star-Leben hüllt ihn ein, wenn sich Frauen und Fans wie selbstverständlich auf dem Silbertablett servieren, es zieht an ihm vorbei, wenn der Wahnsinn einer Preisverleihung sich in Italien in viel Blitzlichtgewitter und dämlichen Fragen erschöpft oder ihm hasserfüllte SMS von beleidigten Ex-Geliebten noch nicht einmal ein Schulterzucken wert sind.

Seine 13-jährige Tochter Cleo – wunderbar natürlich gespielt von Elle Fanning – kennt er auch nicht wirklich, ihr Leben ebenso wenig. Doch als ihre Mutter sich eine Auszeit nimmt, ist er gezwungen, ein paar Tage mit dem Mädchen zu verbringen. Gemeinsam spielen sie Playstation und essen Eis, unter all dem Unspektakulären beginnt Johnny das Echte zu suchen.

In Sofia Coppolas vierter Regiearbeit blickt die Tochter des „Paten“-Regisseurs Francis Ford Coppola durch die Gitterstäbe des goldenen Käfigs, mit dem sie selbst in ihrer Hollywood-Jugend mehr als einmal Berührung hatte.

Obwohl in den stillen, langen Einstellungen, im großen, dahinplätschernden Nichts das meiste doch nur an den Figuren vorbeizieht, fesseln sie durchaus. Um dem Zuschauer allerdings wirklich nahe zu kommen, offenbaren die Charaktere zu wenig von sich.

Zu viel, zu deutlich und zu gewollt aufgeladen bauen sich im Gegenzug die Symboliken vor dem Zuschauer auf – nicht nur wenn sich Johnny Marcos Lebensreise zu deutlich in seinen Autofahrten widerspiegelt. Die Atmosphäre von „Somewhere“ hat einen schnell gepackt – übrig bleibt davon wie in Johnnys Leben aber nicht genug.

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Artikel Von Julia Evers 13. November 2010 - 00:04 Uhr
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