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Zahlreiche Spekulationen nach Tod von Ex-Miss

INNSBRUCK. Ex-Miss Austria Ena Kadic ist nach ihrem Absturz in Innsbruck am Montagabend ihren schweren inneren Verletzungen erlegen. Die Unfallursache ist vorerst noch unklar, es mehren sich Spekulationen bis hin zur Selbstmordtheorie.

Ex-Miss nach Absturz in "kritischem Zustand"

Bei der Aussichtsplattform am Drachenfelsen stürzte Ena Kadic ab. Bild: APA

Ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Innsbruck bestätigte Dienstagfrüh nachrichten.at, dass die Tirolerin Montag gegen 22:30 Uhr in der Innsbrucker Klinik verstorben ist. Die Siegerin des Miss-Austria-Bewerbs 2013 war dort seit ihrem Absturz am vergangenen Freitagbehandelt worden.

Von Seiten der Staatsanwaltschaft Innsbruck war Dienstagfrüh eine Obduktion angeordnet worden, sagte Ernst Kranebitter von der Innsbrucker Kripo. Diese bestätigte ein Polytrauma offenbar nach einem "Sturzgeschehen". Die Ermittler der Polizei gingen nach derzeitigem Stand nicht von Fremdverschulden aus. Auch hoffen die Ermittler auf weitere Zeugen. "Der Weg rund um die Aussichtsplattform ist sehr gut abgesichert und daher ein beliebtes Ausflugsziel. Es ist selten, dass der Weg länger als 15 Minuten nicht begangen wird. Vielleicht gibt es ja noch jemanden, der Ena Kadic beobachtet hat", hoffte Kranebitter auf weitere Personen, die Kadic vor ihrem Absturz gesehen haben und sich melden. 

Handyauswertung, Spekulationen über Unfallhergang

Aufschlüsse über den Unfallhergang am Innsbrucker Bergisel erwarten sich die Ermittler außerdem durch die Auswertung von Kadic' Handy. "Wir werden schauen, was sie zuletzt damit gemacht hat, wem sie ein SMS, ein Whats app geschickt hat, mit wem sie zuletzt telefoniert hat", sagte Kranebitter nachrichten.at. 

Das Handy ist aber auch aus einem anderen Blickwinkel für die Unfallermittlungen interessant: Ein Zeuge hatte die ehemalige Miss Austria am vergangenen Freitag gesehen, als dieser vor der Aussichtsplattform stehend ein Panoramafoto gemacht hatte. Laut Zeitstempel der Kamera war dies um 12:32 Uhr. Seiner Aussage nach sei die 26-Jährige zu diesem Zeitpunkt auf dem Geländer der Aussichtsplattform "Drachenfelsen" gesessen und habe sich "intensiv mit dem Handy beschäftigt". Dieser Sitzplatz war nicht ganz ungefährlich, immerhin geht es an dieser Stelle geradeaus 30 bis 40 Meter in die Tiefe, sagte Kranebitter. Als Kadic den Mann sowie dessen beiden Begleiter bemerkt habe, sei sie wieder von dem Geländer geklettert. Anschließend habe sie dann stehend das Handy weiterhin benutzt. Nach dieser Situation verläuft sich Kadic' Spur.

Das Telefonat

Eine dreiviertel Stunde später lag Kadic schwer verletzt in der Nähe der beliebten Aussichtsplattform. Der Unglücksort befindet sich am Bergisel in unmittelbarer Nähe der unwegsamen Sillschlucht im Gemeindegebiet von Innsbruck. Die Gegend wird als Naherholungsgebiet im Süden der Landeshauptstadt gerne von Freizeitsportlern und Spaziergängern genutzt. Kadic rief noch ihren Bruder an und erzählte ihm von ihrem Absturz.

Ihre Mutter alarmierte daraufhin die Einsatzkräfte und machte sich auf die Suche nach ihrer Tochter. Nahe der Aussichtsplattform Drachenfelsen bat sie zwei Studenten im Alter von 26 und 27 Jahren um Hilfe. Diese fanden die 26-Jährige schließlich unterhalb der Plattform. Nach der Erstversorgung wurde sie von der Crew des Notarzthubschraubers gerettet und in die Innsbrucker Klinik geflogen. Die Siegerin des Miss-Austria-Bewerbs 2013 konnte selbst nicht mehr zu dem Unfall befragt werden. Sie war seit ihrer Rettung nicht mehr zu Bewusstsein gekommen. Ihre innere Verletzungen waren derart schwer, sodass zunächst Kadic' Befragung "nicht vor November" in Aussicht gestellt worden war. 

Absturz durch Selfie "unrealistisch"

Seit dem Unfall kursieren diverse Spekulationen über den Unfallhergang. Die zuletzt kolportierte Variante, wonach die 26-Jährige möglicherweise während der Aufnahme eines Selfies abgestürzt sei, hält Kranebitter für unrealistisch. Das Gebiet sei ihre gewohnte Laufstrecke gewesen, die sie wie ihre Westentasche gekannt habe. "Warum sollte sie sich gerade hier fotografieren?", stellt Kranebitter in den Raum. 

Vorerst kein Hinweis auf Suizid

Auch eine Selbstmord-Theorie hält der Polizist vorerst für unwahrscheinlich. "Es gibt derzeit keinen Hinweis auf Suizid", sagte er. Laut derzeitigen Erhebungen in Kadic' Umfeld habe es weder einen Abschiedsbrief noch einen Streit mit ihrer Familie oder Freunden gegeben. Dass die junge Frau dann noch ihren Bruder darüber informieren hätte wollen, wäre in diesem Zusammenhang außerdem widersprüchlich, sagte Kranebitter. 

Laut derzeitigem Ermittlungsstand hält der Kriminalpolizist einen Unfall beim Joggen am wahrscheinlichsten. Die 26-Jährige sei "super-sportlich" gewesen, möglicherweise habe sie deshalb eine andere, anstrengendere Laufstrecke abseits des gesicherten Weges gesucht. Der Bereich, in dem die frühere Miss gefunden worden ist, sei schwer zugänglich gewesen und vermutlich "zufällig unter der Plattform" gelegen.

Tiefe Trauer 

Der Tod von Kadic sorgte auch in den sozialen Netzwerken für Trauer. Ex-Miss-Austria Patricia Kaiser schrieb etwa auf ihrer Facebook-Seite: "Warum!? Diese Frage hab ich mir schon zu oft gestellt ...

 

 

Warum!? Diese Frage hab ich mir schon zu oft gestellt ... Es gibt keine Erklärung nur den Trost, dass ich eine...

Posted by Patricia Kaiser on Dienstag, 20. Oktober 2015

 

Philipp Knefz, Mister Austria 2013, postete: "In einer solchen Situation würdest du es als letztes gut heißen, in Trauer zu versinken. Aber natürlich bin ich traurig und sitze mit Tränen vor meinem Computer. Liebe Ena, du schaust von oben auf uns herab!"

 

 

FÜR IMMER IN UNSEREM GEDANKEN !DANKE FÜR ALLES LIEBE ENA !

Posted by Philipp Knefz official on Dienstag, 20. Oktober 2015

Auch bei der Miss Austria Cooperation zeigte man sich betroffen. "Wir stehen noch immer unter Schock und müssen in tiefer Trauer von unserer Miss Austria 2013 Ena Kadic Abschied nehmen. Ihre Herzlichkeit, ihre Schönheit und ihre Begeisterung wird uns und unseren Missen immer in Erinnerung bleiben", hieß es in einer Stellungnahme.



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Artikel nachrichten.at/nieg 20. Oktober 2015 - 11:34 Uhr
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