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Leserbriefe

Wunde Punkte

Von Angelika Garstenauer   29. November 2021 18:57 Uhr

Herr Rosenberger zeigt im OÖN-Interview mit dem Finger auf einige wunde Punkte unserer Gesellschaft:

die stark sinkende Bereitschaft, auch nur einen Millimeter der individuellen Freiheit zugunsten des Allgemeinwohls aufzugeben; das Schwarz-Weiß-Malen ohne Zwischentöne, ohne andere Meinungen anzuhören und darüber zu diskutieren; die Anfälligkeit für Verschwörungstheorien aufgrund fehlender Orientierung;den Vertrauensverlust in Expertinnen und Experten und demokratisch oder gesetzlich legitimierte Personen/Institutionen.

Wir Franziskanerinnen von Vöcklabruck sind täglich mit den fatalen Auswirkungen der Pandemie konfrontiert: In unseren Krankenhäusern und Alten- und Pflegeeinrichtungen sehen wir die vielen Toten und die schweren Langzeitfolgen, die eine Infektion mit sich bringen kann. Wir sehen die extreme physische und psychische Belastung, der das medizinische und das Pflegepersonal ausgesetzt sind. Wir sehen, welche Auswirkungen die Pandemie, das Distance Learning, die Unsicherheit, auf die Schülerinnen und Schüler hat und wie sehr Menschen unter den wirtschaftlichen Folgen leiden.

Wir setzen uns auch mit jenen auseinander, die der Covid-Impfung skeptisch gegenüberstehen. Angst kann man sicherlich nicht mit Druck begegnen, sondern mit Information und Orientierung.

Tatsache ist aber auch, dass die Fakten keine andere Entscheidung als jene für die Impfung zulassen, wenn wir als Gesellschaft diese Pandemie beenden wollen. Denn die menschlichen und wirtschaftlichen „Kollateralschäden“, die entstehen, wenn die Durchimpfungsrate zur Eindämmung der Pandemie nicht erreicht wird, sind zu hoch.

Sr. Angelika Garstenauer, Generaloberin der Franziskanerinnen von Vöcklabruck

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