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Gesundheit

Affenpocken: Österreich bereitet sich auf mögliche Fälle vor

Von nachrichten.at/apa   20. Mai 2022 11:45 Uhr

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Immer mehr Länder in Europa sind betroffen. Viele Fälle gehen auf Reiserückkehrer zurück. 

WIEN. In Österreich ist bisher kein Fall der in mehreren Ländern auftretenden Affenpocken gemeldet worden. Die Gesundheitsbehörden bereiten sich aber vor: Das Contact Tracing soll im Fall des Falles mit Anfang kommender Woche startklar sein.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ja zu einer Nachverfolgung aller Kontakte von Infizierten aufgerufen. "Aktuell gibt es in Österreich keinen Anlass zur Sorge", so Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) bei einer Pressekonferenz.

Hintergrund zum Thema: Infektiologe Rainer Gattringer (49), Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin am Klinikum Wels-Grieskirchen, klärt im OÖN-Interview über Gefahren und Hintergründe der Viruserkrankung auf.

"Aktuell werden Falldefinitionen und -abgrenzungen erarbeitet, um im Rahmen einer Meldepflicht ein adäquates Fall- und Kontaktpersonenmanagement umsetzen zu können", hieß es aus dem Gesundheitsressort gegenüber der APA. Für eine Entscheidung, ob die Affenpocken künftig zu den meldepflichtigen Erkrankungen zählen sollen und Infizierte auch in Quarantäne müssen, brauche es einheitliche internationale Vorgaben, diesbezügliche Abstimmungen laufen zwischen der WHO und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Dabei geht es um eine übereinstimmende Falldefinition, also zum Beispiel anhand welcher Parameter die Krankheit diagnostiziert und nachgewiesen wird. Auch für den Nachweis der Affenpocken könnten labortechnische PCR-Tests verwendet werden.

Bekannte Symptomatik

Bis ein einheitliches internationales Vorgehen beschlossene Sache ist, gehen die Gesundheitsbehörden nach der bekannten Symptomatik vor. Im Laufe des heutigen Freitag wird daher den Bundesländern, den Fachgesellschaften sowie Ärztinnen und Ärzten vom Gesundheitsministerium ein Informationsschreiben übermittelt. Dies soll in den Gesundheitseinrichtungen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber der an sich sehr seltenen Infektion beitragen.

Viele Vermutungen

Warum die Affenpocken gerade jetzt offenbar vermehrt auftreten und sich ausbreiten, dafür gibt es mehrere Vermutungen. Zum einen könnte die wieder erhöhte Reisetätigkeit "nach Covid", als durch die Pandemiebekämpfung Reisen viel weniger oder teilweise gar nicht möglich waren, dazu beitragen. Zum anderen sind Behörden, aber auch Medien und Bevölkerung durch die Erfahrungen mit Corona wohl auch stärker sensibilisiert für Zoonosen und ihre möglichen Folgen - wie SARS-CoV-2 sind die Affenpocken eine vom Tier auf den Menschen übergesprungene Krankheit. "Covid hat gezeigt, welche ernst zu nehmende Gefahr von Zoonosen ausgehen kann und wie wichtig daher ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit bei Mensch, Tier und Umwelt - also der One Health Ansatz - ist", verwies ein Sprecher des Gesundheitsministeriums gegenüber der APA auf die Lehren der Corona-Pandemie.

Dass "die Pocken" generell wieder mehr im Blickpunkt sind, könnte weiters auf eine Übung der G7-Staaten und der WHO zurückzuführen sein, die gerade für eine bessere Bekämpfung künftiger Pandemien eine Simulation durchspielen. Annahme ist der Ausbruch einer Pocken-Pandemie durch einen Leopardenbiss. Im Lauf des G7-Treffens soll darüber sowie über die "stetig zunehmende Bedrohung" durch Zoonosen wie eben Tierpocken berichtet werden, hatte es erst am Donnerstag geheißen. Die G7-Gesundheitsministerinnen und -minister beraten derzeit in Berlin über einen globalen Pandemiepakt.

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