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Die Schilddrüse: Klein, und oft ganz schön gemein

Von Barbara Rohrhofer, 28. März 2018, 00:04 Uhr
Klein, und oft ganz schön gemein
Oberärztin Silke Haim beim Untersuchen der Schilddrüse einer jungen Frau. Zuerst wird abgetastet, dann ein Ultraschall gemacht. Bild: Ordensklinikum

Bei Antriebslosigkeit, Leistungsknick und Gewichtszunahme im Jugendalter sollte auch an die Schilddrüse gedacht werden.

Die körperliche, geistige und seelische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wird wesentlich von der Schilddrüse beeinflusst. Das kleine Organ, das im vorderen Halsbereich sitzt und die Form eines Schmetterlings hat, bildet die notwendigen Hormone und gibt diese in den Blutkreislauf ab. Diese Botenstoffe wirken auf die Gehirnzellen und mischen beim Energiestoffwechsel und bei der Herzfunktion mit. Unter- und Überfunktionen des Organs können angeboren sein oder sich im Lauf des Lebens entwickeln.

Störung wird schnell erkannt

"Es gibt Babys, die ohne Schilddrüse oder mit einer Schilddrüsenunterfunktion zur Welt kommen. Früher wurde dies nicht sofort erkannt. Heutzutage ist die Bestimmung des Schilddrüsenhormons Teil des Neugeborenen-Screenings und kann sofort medikamentös therapiert werden", sagt Silke Haim, Oberärztin in der Nuklearmedizin & Endokrinologie im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern in Linz.

Ohne die Medikamente würde es zum so genannten Kretinismus kommen, einer Entwicklungsstörung, bei der es neben Wachstumsstörungen zu einer Schädigung des Gehirns kommen könnte.

Eine Störung der Schilddrüsenfunktion ist nicht nur im Kleinkindalter möglich. Diese Erkrankung kann auch im Jugendalter auftreten. Mädchen sind öfter davon betroffen als Buben. Die typische Unterfunktion (Hashimoto-Thyreoiditis) kann sich in der Pubertät mit Antriebslosigkeit, Verstopfung, Gewichtszunahme und Leistungsknick in der Schule bemerkbar machen. "Es dauert oft lange, bis es zur Diagnose und somit zur Behandlung kommt", sagt Spezialistin Silke Haim.

Zur Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion erhalten die Patienten die fehlenden Hormone in Form von Tabletten. "Dann verschwinden auch die Beschwerden". Warum Mädchen von dieser Störung öfter betroffen sind, sei genauso wenig bekannt wie der Auslöser. "Man weiß aber, dass es familiäre Häufungen gibt."

Wesentlich seltener sei in der Pubertät das Auftreten einer Schilddrüsenüberfunktion. Betroffene Jugendliche leiden häufig unter Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen. Auch ein starker Gewichtsverlust kann auf eine Überfunktion hinweisen.

Um festzustellen, ob es sich um eine Funktionsstörung der Schilddrüse handelt, werden zuerst die Blutwerte kontrolliert. Wird hier eine Auffälligkeit festgestellt, folgt ein Ultraschall des Organs. "Dann wird entschieden, welche weiteren Untersuchungen und welche Behandlungen notwendig sind."

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