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Gesundheit

Anti-Aging durch Skifahren

Von Ulrike Griessl   09. Dezember 2015 00:05 Uhr

Anti-Aging durch Skifahren

Eine Studie unter der Leitung der Universität Salzburg beweist: Senioren profitieren vom Pistenvergnügen geistig und körperlich. Sie bleiben in jeder Hinsicht länger fit als Stubenhocker.

Alpines Skifahren ist für Senioren keine geeignete Sportart." Diese Meinung ist weit verbreitet. Begründet wird sie meist mit dem Argument, ältere Menschen seien nicht mehr beweglich genug und würden sich leichter verletzen. Nutzen und Risiko würden in keinem vertretbaren Verhältnis stehen. Dass dies nicht stimmt, haben Wissenschafter des Christian Doppler Labors der Universität Salzburg zusammen mit Sport-Universitäten in der Schweiz, Deutschland, England und Dänemark bewiesen.

"Die Studie, bei der 28 Frauen und Männer zwischen 62 und 76 Jahren über drei Monate hinweg dreimal pro Woche unter professioneller Anleitung Ski fuhren, hat eindrucksvoll gezeigt, dass diese Sportart für Menschen im fortgeschrittenen Alter sogar besonders viele Vorteile hat", sagt Studienleiter Universitätsprofessor Erich Müller, Sportwissenschafter und Vizerektor der Universität Salzburg. Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die keinen Sport betrieb, wiesen die aktiven Studienteilnehmer nach den drei Monaten bei allen gemessenen Parametern bessere Werte auf.

Auswirkungen auf Herz und Kreislauf

"Es zeigte sich, dass unabhängig vom körperlichen sowie skitechnischen Leistungsvermögen der überwiegende Teil der Gruppe die Abfahrten in einer Intensität absolvierte, die die Weltgesundheitsorganisation als positiv für Fitness und Gesundheit definiert", sagt Professor Müller. Sogar während der Liftfahrten sei bei 40 Prozent der untersuchten Gruppe die Herzfrequenz in einem Bereich gewesen, der noch einen positiven Effekt auf die allgemeine Ausdauer und das Herz-Kreislauf-System bewirkte.

In der Erholung nach dem Skitag konnte ein Absinken des Blutdrucks festgestellt werden. "Und das ist von großer Bedeutung für das Herz-Kreislauf-System", erläutert Müller.

Gute Befindlichkeit

Ein besonders positiver Effekt des Skifahrens konnte auf die Befindlichkeit der Studienteilnehmer nachgewiesen werden. "Die Skifahrer brachten bei Befragungen über die Skitage eine äußerst positive Grundstimmung zum Ausdruck", sagt Professor Müller. Wobei die Fröhlichkeit, Kontaktbereitschaft und auch die Selbstsicherheit während des Skitages stark anstiegen. Negative Gemütszustände wie Unruhe, Müdigkeit oder Niedergeschlagenheit kamen nicht vor.

Die Muskulatur wurde gestärkt

Durch die intensive Beanspruchung der Muskulatur beim Skifahren wurde diese bei einigen Studienteilnehmern aufgebaut, zumindest fand aber der in höherem Alter natürliche Muskelabbau nicht statt.

Hohe Motivation für Bewegung

Der Großteil der untersuchten Skifahrer-Gruppe übte diesen Wintersport aus Freude an der Natur und aus Lust an der Bewegung aus und fuhr nach eigenen Angaben innerhalb der Belastungsgrenzen. "Befragungen zur Befindlichkeit der Studienteilnehmer zeigten, dass die Skifahrer große Vorfreude vor jedem einzelnen der Skitage empfanden, was für die Motivation zur körperlichen Aktivität natürlich von großer Bedeutung ist", sagt Müller.

Verletzungsgefahr

Die Meinung, dass die Verletzungsgefahr von Senioren beim Skifahren weitaus größer sei als bei jüngeren Menschen, ist nach Ansicht des Salzburger Wissenschafters ein Mythos: "Wenn ältere Menschen ihren Fähigkeiten gemäß Ski fahren, sind sie keinesfalls unfallgefährdeter als alle anderen Skiläufer."

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