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27 Prozent der Raucher sind sich des Krebsrisikos nicht bewusst

Von nachrichten.at/apa, 29. Jänner 2024, 12:48 Uhr
Rauchen
Unter anderem wurde in Österreich ein Umsatz von 3,3 Milliarden Euro mit Zigaretten erzielt. Bild: (Volker Weihbold)

LINZ/WIEN. Eine IMAS-Umfrage offenbart eine erstaunliche Einstellung bezüglich des Krebsrisikos von Rauchenden.

Einer Mehrheit der Österreicher und Österreicherinnen ist zwar die Wichtigkeit von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zur Krebsfrüherkennung bewusst, jedoch könnten gerade jüngere Menschen auf elektronischem Weg noch besser dazu motiviert werden. Das geht aus einer IMAS-Umfrage im Auftrag von MSD Österreich hervor, die zudem eine erstaunliche Einstellung bezüglich des Krebsrisikos von Rauchenden offenbarte: Nur 58 Prozent der über 1.000 Teilnehmenden bejahten ein solches.

"Besorgniserregend und alarmierend"

23 Prozent der Befragten ab 16 Jahren gaben hingegen an, dass Rauchen keine solche Gefahr mit sich bringe, weitere 15 Prozent entschieden sich für die Antwort, dass es auf die Dosis ankommen würde, fünf Prozent für "keine Angabe". Rund die Hälfte der befragten Personen gab dabei an, dass sie nicht rauchen würden, und bei dieser Gruppe meinten gar 27 Prozent, dass es kein erhöhtes Krebsrisiko durch Rauchen geben würde.

Julia Fuchs, Krebsexpertin beim Pharmakonzern MSD, bezeichnete dieses Ergebnis bei der Präsentation der Umfrageergebnisse am Montag in Wien als besorgniserregend und alarmierend. Insgesamt würden die IMAS-Daten den Zusammenhang von Problembewusstsein und Informationsstand offenbaren, wie auch den Wunsch der Bevölkerung, besser über die Möglichkeiten der Krebsvorsorge informiert zu werden.

Zweihäufigste Erkrankungsform

Der Linzer Experte Bernd Lamprecht von der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum erinnerte indes daran, dass die Raucherquote in Österreich über dem OECD-Schnitt liege und die Zigarette der Hauptfaktor für die rund 5.000 Neuerkrankungen an Lungenkrebs jährlich sei. "Bei Frauen ist Lungenkrebs nach Brustkrebs und Männern nach Prostatakrebs jeweils die zweithäufigste Erkrankungsform. Und das mit einer ungünstigen Prognose, da keine Früherkennung möglich ist." Häufig liege bei der Diagnose so bereits eine Metastasenbildung und damit ein fortgeschrittenen Stadium vor.

Für Lamprecht gibt es hier zwei Ansätze zur Senkung der Zahlen, nämlich einerseits junge Menschen dazu zu motivieren, erst gar nicht mit diesem Risikofaktor zu beginnen bzw. Menschen dabei zu unterstützen, das Rauchen aufzugeben. Andererseits gelte es auch, die Rate bei der Früherkennung zu verbessern. Noch fehle ein solches Programm in Österreich, jedoch verwies Lamprecht auf die Ergebnisse der sogenannten Nelson-Studie, welche die Wirkung von präventiven CT-Untersuchungen bei Rauchern ab 50 Jahren aufzeigt. Nach zehn Jahren war hier die Lungenkarzinom-Sterblichkeit unter den Untersuchten um 24 Prozent geringer als in einer Vergleichsgruppe ohne Screening. "Es geht jetzt darum, die Ergebnisse umzusetzen."

Warum Früherkennung so wichtig ist

Philipp Jost, der Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie der MedUni Graz, pflichtete seinem Vorredner bei. Grundsätzlich würde die Früherkennung von Krebs die Entfernung eine Tumors ohne Metastasierung ermöglichen. Die Bevölkerung brauche aber mehr Information darüber, was die Früherkennung möglich mache, nämlich bei einer Vielzahl an Tumorerkrankungen eine heilbare Therapie. Die IMAS-Studie zeige, dass eine erhöhte Gesundheitskompetenz vielen potenziellen Patienten zusätzliche Lebensjahre schenken könnte.

Um Menschen zu einer Vorsorgeuntersuchung zu bewegen, wäre laut Paul Eiselsberg von IMAS eine zentrale Möglichkeit, sie mit einer Erinnerung in Form einer SMS oder eines E-Mail für eine solche zu gewinnen: "Für die Bevölkerung ist es wichtig, einen solchen Anker zu haben." Zwei Fünftel der jüngeren Befragten äußerte den Wunsch nach einem Einladungsschreiben mit Terminmöglichkeit, ergänzte Fuchs. "Insgesamt gab ein Viertel an, noch nie an einer einzige Krebsvorsorge teilgenommen zu haben", führte Fuchs weiter aus - und darauf wolle man aufmerksam machen.

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9  Kommentare
9  Kommentare
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tulipa (3.351 Kommentare)
am 29.01.2024 18:30

Wer nicht weiß, dass Rauchen krank macht, will es nicht wissen und geht einfach davon aus, dass es ihn/sie schon nicht treffen wird. Menschen können alles mögliche verdrängen: Gefahren, Schwangerschaften, Probleme und eben auch Gesundheitsinfos.
Oft tun Menschen so, als ob sie von einer Gefahr noch nie gehört hätten, weil sie die Diskussion, warum dann doch nicht führen wollen,

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Natscho (4.932 Kommentare)
am 29.01.2024 14:05

Leute, die 50+ sind und rauchen: OK, andere Zeit, nicht besser gewusst, Gruppenzwang und jetzt süchtig.
Arme Schweine, aber jeder hat sein Packerl zu tragen.

Aber jeder der jünger ist: WARUM
sinnloseste Sucht, die es gibt. Nichtmal einen Rausch bekommt man davon.
Jeder weiß, was man seinem Körper antut. Man geht seinen Mitmenschen auf den Sack, Man stinkt fürchterlich und in der Regel sind Raucher unzufrieden mit sich und der Welt.

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elhell (2.213 Kommentare)
am 29.01.2024 17:23

Sie werden sich wundern!

Es gibt junge Leute, die nie geraucht haben und sich tabaklose Nikotinpouches reinschieben.
Also die nehmen Ersatzprodukte nicht zum Aufhören, sondern um rauchfrei nikotinsüchtig zu werden!

Mich wundert nichts. Die 27 %, die den Zusammenhang von Rauchen und Krebs nicht sehen, glauben sicher auch, dass Energy Drinks und Kracherl nicht dick machen.

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tulipa (3.351 Kommentare)
am 29.01.2024 18:25

Ehrlich, ich bin 60+, und schon in meiner Jugend war klar, dass Rauchen mit Lungenkrebs, Herzinfarkten und zahlreichen anderen Krankheiten im Zusammenhang steht. Für tatsächliches Unwissen müssen Sie bis in die 1950er-Jahre zurückgehen, spätestens in den 1960ern wurde klar, dass Rauchen viele krank macht, und in den 1970ern und 80ern wurde es Zug um Zug wissenschaftlich bewiesen.

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Sowasaberauch01 (111 Kommentare)
am 29.01.2024 12:59

Raucher finde ich super! Sie zahlen dafür dass sie stinken und krank werden. Aber die allerbesten Raucher sind die, die sich mit Biolebensmitteln ernähren. Weil wir wollen ja keine Pestizide in unseren Lebensmitteln, aber in der Zigarette schon gell? Ich habe mir sagen lassen was eine Schachtel Zigaretten kostet, ich wäre beinahe vom Glauben abgefallen. Grundgütiger, das ist ja Wahnsinn.

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (27.034 Kommentare)
am 29.01.2024 13:15

Noch immer zu billig und zu einfach verfügbar.

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Natscho (4.932 Kommentare)
am 29.01.2024 14:06

Wir erhöhen auch die Tabaksteuer viel zu wenig.
Andere Güter steigen mit der Inflation viel mehr.

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tradiwaberl (15.686 Kommentare)
am 29.01.2024 13:19

Stimmt!
5€ - 6€ pro Packung.
Das entspricht ca. alle 8,9 Jahre ein neues (kleines) Auto.

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il-capone (10.487 Kommentare)
am 29.01.2024 17:57

15-16 Euronen sind aber auch noch fast geschenkt.
Das ärgste aber: Die Allgemeinheit muss deren Behandlungen grossteil tragen.
Genuss-Selbstverstümmler sind Parasiten bis zum geht nicht mehr.
Noch ärger: Den Finanzer freut das.
Aber allerärgst: Im Parlament haben wir eine Raucherschutzpartei ...

Kannst nicht erfinden 🤦

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