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Familie

Junge glauben: "A gsunde Watschn schadet nicht"

30. September 2020 00:04 Uhr

"G’sunde Watschn" Ohrfeige
(Symbolbild)

29 Prozent glauben nach wie vor an diese Aussage.

Je niedriger die Bildungsschicht, desto mehr Gewalterfahrungen haben Österreichs Jugendliche. Und fast jeder dritte ist der Meinung, dass "eine gesunde Watsche nicht schadet". Das zeigt eine Umfrage des Instituts für Jugendkulturforschung unter 14- bis 18-Jährigen im Auftrag der Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJA). "Mitten in der Feldforschung hat uns allerdings der Lockdown getroffen, so Studienleiter Bernhard Heinzlmaier bei der Pressekonferenz in Linz. "Das Bedürfnis der Jugendlichen nach Sicherheit und Stabilität ist generell groß, Corona hat den Trend aber noch verstärkt." Neu sei auch, dass die Heimat für die jungen Leute eine Renaissance erlebe. Österreich werde wieder "mein Land, das mir Sicherheit gibt".

Wie sich der Lockdown in Bezug auf Gewalterfahrungen ausgewirkt hat, könne man noch nicht genau sagen, erklärte die oberösterreichische Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger. Die älteren hätten sich verstärkt gemeldet, viele würden sich aber auch erst jetzt rühren. "Wir sehen aber schon, dass vor allem die Mädchen stark unter dem Druck daheim gelitten haben." "Alarmierend" ist für Winkler-Kirchberger auch, dass 29 Prozent der Jugendlichen der Aussage "eine gesunde Watsche hat noch keinem Kind geschadet" zustimmen. 24 Prozent der Befragten gaben an, selbst schon einmal eine Ohrfeige von ihren Eltern bekommen zu haben.

Viel häufiger als im Elternhaus sind Gewalterfahrungen allerdings bei Events, im Internet und in der Schule. 13 Prozent erklärten, dass es in ihrer Schule häufig zu Mobbing komme, weitere 44 Prozent sind zumindest ab und zu mit dem Problem konfrontiert.

Mobbing durch die Lehrer

Neben der psychischen Gewalt unter Gleichaltrigen wurde aber auch jene, die von Lehrern ausgeht, abgefragt: Acht Prozent sagten, dass Mobbing durch Lehrer häufig vorkomme, weitere 27 Prozent nehmen das zumindest ab und zu wahr. Oft sei hier die Beweisbarkeit ein Problem, weil der Aussage eines Lehrers mehr Gewicht zugemessen werde als jener der Schüler, sagte die Tiroler Jugendanwältin Elisabeth Harasser. Und Eltern würden aus Angst vor Konsequenzen für ihre Sprösslinge vielfach nichts unternehmen. Die Folge seien oft psychosomatische Beschwerden von Kopfschmerzen bis zu Schulverweigerung. Harasser will daher den Umgang mit Mobbing bereits in der Lehrerausbildung besser verankert sehen.

Weiters fordern die Kinder- und Jugendanwälte im Kampf gegen Gewalt verstärkte Aufklärung und Information sowie mehr niederschwellige Beratungsangebote."Und wir appellieren auch an die Gesellschaft: Schauen wir gemeinsam auf unsere Kinder", so Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger. (had)

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