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Musik

Kopfhörer #40: Justin Bieber hat es nicht leicht

Von Reinhold Gruber  20. März 2021 09:26 Uhr

So schaut Justin Bieber vom Cover seines neuen Albums „Justice“.

Justin Bieber hat ein neues Album geschrieben. „Justice“ heißt es.

Was soll man über Justin Bieber sagen? Der junge Mann ist in vielen jungen Seelen besser bekannt als die eigene Familie. Denn schließlich war er schon als Teenie ein Star. Und jetzt? Jetzt ist Bieber erwachsen, verheiratet, vorbei das Lotterleben zwischen Affären und Tritten in Fettnäpfchen, alles immer mit der gefühlten Inszenierung verbunden, die man heute mehr braucht als brauchbare Musik.

Wer auf „Justice“ nach dem sucht, was man musikalische Entwicklung nennt, sollte keine Zeit vergeuden. Die 15 Songs mit einer kurzen „Predigt“ in der Mitte sind kein Statement, haben keine Dringlichkeit, sondern sind schlicht und einfach nur perfekt konstruierte Pop-Songs, die bis in den letzten Winkel so klinisch sauber sind, dass man sich fragt, ob der 27-Jährige auch eine wirklich dunkle Seite haben kann.

Geht man rein nach der Musik, bleibt wenig wirklich hängen. „Holy“ ist geschickt arrangiert, mit gospelhaften Passagen, die über HipHop-Beats gelegt werden und die, wenn man nicht auf den Text hört – da ist eindeutig so viel Heiligkeit drinnen, dass man schnell bei der Scheinheiligkeit ist – zum Mitsingen animieren. Und ist man gnädig, dann kann man das leicht tänzelnde „Loved By You“ mit Burna Boy noch gerade durchgehen lassen. Denn auch die Balladen wie „Anyone“ sind in erster Linie um Perfektionismus statt um gefühlten Ausdruck bemüht.

„I will love you different just the way you are“ – aus solche Zeilen spricht nicht die Lebenserfahrung, sondern das Kalkül. Es wäre besser gewesen, wenn Bieber etwas mehr Leben in seine Songs und seine Musik gehaucht hätte, statt mit Perfektionismus jede Seele und Herzenswärme aus seiner Musik zu verbannen.

Pech auch, dass „Justice“ dem guten Herrn Bieber ein paar Schwierigkeiten juristischer Art beschert haben. Denn die französisches Band Justice hat ihn mit Klagen eingedeckt, weil er das „T“, das als Kreuz verwendet deren Markenzeichen ist, für das Cover des Albums verwendet hat.

Da bleibt er dann so alleine wie im finalen „Lonely“, wo sich Justin Bieber zu Klavierklängen über sein Leben beschwert. Jeder kennt ihn, er hat alles, aber was hilft dir das, wenn du einsam bist? Es mag ungerecht sein, aber ehrlich klingt anders. 

Justin Bieber "Justice" (Universal)

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Artikel von

Reinhold Gruber

Lokalredakteur Linz

Reinhold Gruber
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