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Kultur

Alt-Bundespräsident Fischer mit harscher Kritik an Abschiebungen nach Afghanistan

Von nachrichten.at   12. September 2021 12:45 Uhr

Festakt Brucknerfest 2021
Festakt zur feierlichen Eröffnung des Internationalen Brucknerfestes Linz

LINZ. Der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer hat in seiner Festrede anlässlich der Eröffnung des Internationalen Linzer Brucknerfests die ÖVP scharf attackiert, ohne diese beim Namen zu nennen.

Das Internationale Linzer Brucknerfest ist heute, Sonntag, in Linz offiziell eröffnet worden. Kulturminister Werner Kogler (Grüne) nutzte das Motto "Mutige Impulse", um das "alte Denken" anzuprangern. Der frühere Bundespräsident Heinz Fischer forderte als Festredner einen sorgsamen Umgang mit Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Justiz ein. Zudem kritisierte er vehement, dass man es in der derzeitigen Situation in Erwägung ziehe, Menschen nach Afghanistan abzuschieben.

Kogler verglich Anton Bruckner, der rausgegangen sei und Neues probiert habe, mit Greta Thunberg, "die aufrüttelnde Stimme einer Generation", die einen Wechsel einfordere. Der Komponist "war die Antithese zum damaligen Denken, zum alten Denken". Bruckner habe mutige Impulse gesetzt, schlug der Vizekanzler die Brücke zur Politik: "Wer in der Politik seinen Auftrag nicht nur von den Wählerinnen und Wählern nimmt, sondern auch aus der Zukunft", der müsse nach vorne schauen. "Wir stellen auch die Weichen für diejenigen Menschen, die noch gar nicht wählen können", so Kogler und stellte die Frage: "Eine intakte Wirtschaft - geht das ohne einen intakten Planeten?"

Bruckner sei fest verwurzelt gewesen in seiner Heimat, aber seine Werke seien über alle Grenzen hinausgegangen, lobte auch LH Thomas Stelzer (ÖVP) den Genius Loci. Er und Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) - beide haben in zwei Wochen Wahlen zu schlagen - betonten das bisher Erreichte in Linz und Pläne für die Zukunft, wie etwa die Klimaneutralität oder das Vorhaben, Linz zum Wasserstoffzentrum zu machen.

Das Brucknerfest findet heuer unter dem Motto "Mutige Impulse - Bruckner und seine Schüler*innen" statt. Die Konzerte begannen bereits vor der offiziellen Eröffnung, nämlich am 4. September. Das Klassik-Festival dauert noch bis 11. Oktober, über 30 Veranstaltungen sind bis dahin geplant, darunter acht Orchester- und vier Kammerkonzerte, drei Liederabende, Chor- und Orgelkonzerte und ein wissenschaftliches Symposium. Nicht fehlen dürfen auch drei Klangwolken - die visualisierte Ausgabe im Donaupark ist am Samstagabend aufgeführt worden.

Im Zentrum der Konzerte stehen Werke, die Gegenstand von Bruckners Unterricht waren, aus der Feder seiner Schüler stammen, sowie bekannte Stücke großer Wegbegleiter des Komponisten. So wird das Schaffen der in Linz geborenen Bruckner-Schülerin Mathilde Kralik von Meyrswalden (1857-1944) vorgestellt. Sie war eine der wenigen erfolgreichen Komponistinnen ihrer Zeit. Der tragisch jung verstorbenen Hans Rott (1858-1884) war Spielball in der Rivalität zwischen Bruckner und Johannes Brahms.

Vom Namenspatron des Festivals selbst stehen in Rahmen des Brucknerfests mehrere seiner Sinfonien auf dem Programm. Aufgeführt werden die Nr. 3, sowohl in einer Fassung für Klavier zu vier Händen (mit Martha Argerich und Lilya Ziberstein) als auch in einer mit dem Orchester der Wiener Akademie unter Martin Haselböck, die Vierte mit Markus Poschner und dem Bruckner Orchester Linz sowie die Fünfte mit dem Bruckner Orchester Linz unter Hartmut Haenchen.

Festakt Brucknerfest 2021
Der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer
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