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Kultur

Birgit Denk feiert 50er mit großer Gala, Tournee und neuem Album

Von Peter Pohn  14. Mai 2021 14:13 Uhr

Alex Horstmann und Birgit Denk
Birgit Denk und Lebensgefährte Alex Horstmann

Gemeinsam mit Bandleader und Lebensgefährten Alex Horstmann spricht Birgit Denk im Geburtstagsinterview über die Gala, das neue Album „Erdbeeren und Musik“ sowie die geplante Tournee, die am 18. Juni im Kulturzentrum Akku in Steyr starten wird.    

Eigentlich wollte die Sängerin und Moderatorin Birgit Denk, bekannt geworden auch durch ihre Talkshow „Denk mit Kultur“ auf ORF III, gemeinsam mit ihrer Band an ihrem 50. Geburtstag am 14. Mai im Wiener Orpheum auftreten. Da ein Konzert vor Publikum coronabedingt aber noch nicht möglich ist, wurde die Gala „Birgit Denk & Friends“ aufgezeichnet, die zu Christi Himmelfahrt auf ORF III zu sehen war (hier in der ORF-TVthek nachzusehen).

Das Gespräch mit Birgit Denk und Alex Horstmann können Sie auch im OÖN-Podcast anhören:

OÖNachrichten: Ihr seid gerade im Studio und nehmt ein neues Album auf, das im Herbst erscheinen wird, wie läuft´s?  

Birgit: Super, alles läuft tipptopp! Wir sind total motiviert und glücklich, endlich nach so langer Zeit wieder spielen zu können. Dank Testungen und Vorsichtsmaßnahmen konnten wir uns etwas Studiozeit verschaffen. Insgesamt sind 14 neue Lieder entstanden, die wir aufs Album packen.  

Die Tournee startet dann am 18. Juni im Kulturzentrum Akku in Steyr. Am 24. Juni gastiert ihr im Schloss Puchberg in Wels und am 25. Oktober in der Spinnerei Traun.

Birgit: Ja, das sind die wunderbaren Oberösterreich-Termine. Der 18. Juni in Steyr ist auch der erste Auftritt seit längerer Zeit. Die Mai-Termine mussten ja wegen der Pandemie verschoben werden. 

Alex: Und es hat in unserer 21-jährigen Karriere noch nie eine Phase gegeben, in der wir so lange Zeit nicht live gespielt haben.   

Birgit, für deinen 50. Geburtstag wäre ja ursprünglich ein Konzert mit musikalischen Gratulanten im Wiener Orpheum geplant gewesen. Stattdessen zeigt der ORF die Geburtstagsgala „Birgit Denk & Friends“. Mit Ina Regen hast du ja auch eine Gratulantin aus Oberösterreich eingeladen.     

Birgit: Es war tatsächlich so, dass mir ORF III gesagt hat, sie würden gerne für mich eine Gala schmeißen. In der ersten Minute habe ich mir gedacht, um Gottes Willen, so alt bin ich jetzt. Nachdem diese, ich würde sagen, klassische Frauenreaktion verflogen ist, viele sagen ja gerne, sie seien nichts wert, war ich damit natürlich einverstanden. Schließlich sollten alle Menschen eine Gala zu ihrem 50er bekommen. Ich durfte mir Freunde aus der Musik- und Kabarettszene einladen. Und es war mir tatsächlich ein großes Anliegen, die Ina dabeizuhaben, weil wir ja beide Vertreterinnen der Dialektmusik sind. Und dass sie für die TV-Aufnahmen Zeit gehabt hat, freut mich natürlich sehr, weil sie ja gerade für ihr neues Album „Rot“ auf Promotion-Tour ist.  

Warum sollten die Zuseher einschalten?

Birgit: Wer unsere Show „Denk mit Kultur“ gerne mag und gewohnt ist, dass ich hinter dem Tresen stehe und Menschen interviewe und sich beim Zuschauen denkt, die tut sich leicht, die muss ja von sich selber nichts erzählen, der hat diesmal die Möglichkeit, einen umgedrehten Spieß zu erleben. Die gewohnte Bar ist zwar auch bei der Gala ein Showelement, aber ich bin diesmal nicht dahinter, sondern sitze mit meinen Gästen davor und erzähle etwas aus meinem Leben. Meine Entwicklung haben ja auch mehrere berühmte Menschen, wie Lukas und Willi Resetarits, die auch zu den Gratulanten zählen, begleitet und die kommen vorbei. Mit den Gratulanten wird auch musiziert und geblödelt und wir haben einen Spaß miteinander.  

Alex, und wie bei „Denk mit Kultur“ bist du auch bei der Geburtstagsgala für die Musik zuständig

Alex: Ja, der Musik-Anteil ist bei der Gala etwas höher als bei einer normalen „Denk mit Kultur“- Sendung, weil natürlich jeder musikalische Gast mit Birgit ein Lied singen muss und außerdem gibt es ganz am Ende noch die Weltpremiere eines neuen Denk-Songs, der dann auf unserem neuen Album sein wird. 

Birgit Denk

Aktuell kommt man ja nicht um das Thema „Corona“ herum. Handeln eure neuen Lieder auch über die Pandemie?

Alex: Von den 14 neuen Liedern handeln erstaunlicherweise nicht alle über Corona.  

Birgit: Und für mich war es schon die Direktive, zu besingen, was wir alles erlebt haben  im letzten Jahr, auch wenn es nicht viel war. Aber auch mit dem 50er im Rücken, den ich am 14. Mai begehe, habe ich in meinen letzten  49 Jahren sehr viel erlebt. Ich habe in der Vergangenheit gegraben und mich zum Beispiel an tolle Konzerte erinnert und deshalb besingen wir nicht nur Corona, sondern wir haben sehr stark versucht zu hinterfragen, was die Leute jetzt hören wollen. Und das ist nach diesen herausfordernden Zeiten sicher nicht Mühsal und Plag, sondern Positives.

Alex: Vor allem habe ich Birgit, bevor wir mit der Produktion begonnen haben, gebeten, persönliche Geschichten zu sammeln und meiner Meinung nach haben wir noch nie so ein persönliches Album gemacht.  

Wo ist denn für euch die Grenze, denn je mehr man von sich selber preisgibt, desto angreifbarer wird man. 

Birgit: Ich war ja nie die, die sich hinter einer Kunstfigur auf der Bühne verstecken musste, oder eine gewählt hat, um sich auszudrücken. Bei uns war es ja immer klar, dass es die Birgit ist, die da mit ihren Kollegen auf der Bühne steht. Früher habe ich mir immer gedacht, wen interessiert das, ob ich mit 19 Jahren einen Italiener kennengelernt habe und mit ihm für ein Monat nach Sizilien gezogen bin. Jetzt haben wir uns gedacht, vielleicht interessiert das doch jemanden und wir haben ein Lied darüber geschrieben. 

Alex: Alleine der Name dieses damals jungen Herrn, Alfio Settembre, hat mich schon fasziniert. Und ich sagte, Birgit, da musst du unbedingt einen Text darüber schreiben. Ich habe dann dazu die Musik komponiert. Und es ist ein sehr gutes Lied geworden.                      

Birgit: Ja, es ist sehr lustig geworden. Es sind eben Storys, die mir passiert sind, am Album. Man glaubt ja immer, wenn man jemand ist wie ich, die sehr gerne etwas erlebt, dass das Leben fad war. Wenn dann Leute sagen, was hast du Tolles gemacht, dann denke ich mir, taugt es für ein Lied. 

Ihr steht euch ja auch privat sehr nahe, habt ihr durch die Arbeit an den Texten neues vom jeweiligen Partner erfahren?   

Alex: So etwas ist immer eine künstlerische Auseinandersetzung. Wir haben halt in der langen Zeit, in der wir gemeinsam Musik machen, gelernt, dass wir unser Privatleben und die Karriere trennen müssen. Und da kann es schon ordentlich krachen, auch mit den Kollegen. Wir musizieren ja schon so lange miteinander, dass man die künstlerische Tätigkeit auf einer Ebene halten können muss, die nie persönlich wird. Also, es geht wirklich zu bei uns, auch mit Schreierei, aber das gehört dazu und es ist halt für mich ein Zeichen der Leidenschaft für unsere Arbeit.  

Im Zuge eurer Jubiläumskonzertreihe „20 Jahre Denk - 20 Jahre komplett out“ konnten 2020 nur zwei Konzerte gespielt werden.  Aber ab Sommer sollte es wieder klappen. Wie setzt sich das Programm nun zusammen?

Alex: Das Jubiläumsprogramm kommt teilweise wieder so auf die Bühne wie im vorigen Jahr. Wenn man sich aber lange mit neuen Titeln beschäftigt hat, will man sie auch live vor Publikum spielen. Wir werden daher nun eine Mischform aus alten und neuen Liedern finden. Schließlich wollen wir auch wissen wie die Lieder des neuen Albums ankommen. 

Birgit, du warst Sozialpädagogin und hast 2006 den Schritt in die musikalische Selbständigkeit gewählt. Wenn du jetzt zurückschaust, war es für dich der einzig richtige Weg?  

Birgit: Eindeutig, denn damals war ich 35 Jahre alt und auch nicht mehr taufrisch. Im Sozialberuf, wo ich bereits eine leitende Funktion hatte, hätte ich auch eine Karriere machen können. Dann wurde aber das Musizieren immer mehr. Also musste ich mich entscheiden und es wurde die Musik. In den Sozialberuf kann ich auch noch später zurückgehen und habe somit etwas in der Hinterhand. Schließlich bin ich nicht davongelaufen, sondern habe mich für eine Tätigkeit entschieden, die mir damals wichtiger war.  

Seit 2000 wurde die Band „Denk“ kontinuierlich aufgebaut, ohne Hit und vergleichsweise wenig Radioeinsätzen. Steter Tropfen höhlt den Stein, das gilt auch für euch, oder?  

Birgit: Naja, es dauert …

Alex: Das ist vielleicht der Grund, warum wir noch immer Musik machen. Wir glauben noch immer mit jedem Album an den riesengroßen Durchbruch. Aber ich denke, das ist etwas, was Musiker in sich haben müssen. Wir wollen halt unsere Kunst zum Publikum  bringen. 

Birgit: Wenn man jetzt beinahe ein gesamtes Jahr zuhause sitzt und seiner geliebten Tätigkeit nicht nachgehen kann, dann vermisst man seinen Beruf schon sehr. Ich bin eben Sängerin und darum freue ich mich, dass ich jetzt wieder auf die Bühne gehen kann.  Und ich werde wahrscheinlich auch mit 75 Jahren noch in einem Sofa sitzend oder auf einen Rollator gestützt auftreten und singen, weil das meine Berufung ist.

Nun ist dein Geburtstag mit sehr viel Arbeit verbunden. Wenn wir jetzt nicht in einer Pandemie stecken würden, dann könntest du, Birgit, an deinem Geburtstag mit deiner Band auf der Bühne stehen. Kannst du es auch genießen, an deinem Jubeltag ganz privat zu sein? 

Birgit: Ich habe mich im letzten Jahr von so vielem verabschiedet, dass es mir jetzt auch schon wurscht ist, was am Geburtstag passiert. Natürlich ist es blöd, denn es waren schon viele Tickets verkauft, aber wir haben das Fest im Orpheum verschoben und zwar  auf den 14. Mai im nächsten Jahr. Ich feiere dann eben 50 plus eins. Wir werden die Geburtstagsgala anschauen, wir waren ja schließlich auch dabei. Vielleicht ziehe ich mich schön an und wir reißen ein Fläschchen Sekt auf. Also, Alex, ich erwarte mir Großes.  

Zumindest das neue Album, wann kommt es raus?

Alex: Geplant ist der 22. Oktober, da wird es dann auch eine schöne Präsentation im Stadtsaal in Wien geben. Und heißen wird das Album „Erdbeeren und Musik“.   

Birgit Denk und Alex Horstmann

2000 hatte die in Hainburg an der Donau geborene Sängerin und Moderatorin Birgit Denk (49)  gemeinsam mit Alex Horstmann die Idee, ein eigenes Band-Projekt zu entwickeln. Die Gruppe „Denk“ war geboren. Nach einigen erfolgreichen Alben und Konzerttourneen entwickelten Denk und Horstmann die Talkshow „Denk mit Kultur“, die ab Herbst bereits in ihre 8. Staffel gehen wird. Gemeinsam lebt das Kreativpaar am Neusiedlersee.

Alex Horstmann
Alex Horstmann

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Peter Pohn

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