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Kultur

Myrthes Monteiro, ein Wunder aus Brasilien beim Amerikaner in Paris

Von Helmut Atteneder   20. November 2018 00:04 Uhr

Myrthes Monteiro, ein Wunder aus Brasilien beim Amerikaner in Paris
Myrthes Monteiro als Lise Dassin und Gernot Romic als Jerry Mulligan

Gershwins "Ein Amerikaner in Paris" feiert am Sonntag deutschsprachige Erstaufführung im Musiktheater. Dafür wurde mit Myrthes Monteiro ein internationaler Star geholt

Für die Rolle der Lise in "Ein Amerikaner in Paris" wäre Myrthes Monteiro um die halbe Welt geflogen. Jetzt ist das Tanz-, Gesangs- und Schauspielwunder in Linz gelandet, wo das in New York, Paris und London frenetisch gefeierte Tanzmusical "Ein Amerikaner in Paris" nach der Musik von George Gershwin am Sonntag seine deutschsprachige Erstaufführung feiert. Die 32-jährige Brasilianerin über Traumrollen, Entbehrungen und einen Schauspielkollegen namens Neymar.

 

OÖNachrichten: Frau Monteiro, Sie sprechen vier Sprachen, haben Ausbildungen in Tanz, Gesang, Schauspiel und Zirkus und sind auf den Musicalbühnen der Welt ein Star. Was macht so jemand wie Sie in Linz?

Myrthes Monteiro: Das Theater hier ist eine Erfahrung, die ich unbedingt noch machen wollte. Das Theater ist toll, die Produktionen sind großartig. Ich habe schon oft gehört, dass Linz der Wahnsinn sein soll. Die Leute, die hier auf der Bühne stehen, sind so gut. Für mich ist es eine Ehre, hier sein zu dürfen. Ich liebe vor allem aber die Rolle der Lise, die ich hier spielen darf. Das ist ein Geschenk.

Sie sind in São Paulo aufgewachsen, wie geht es Ihnen da in der Weltstadt Linz?

Ich liebe São Paulo, aber es ist viel zu groß. Hier hat man viel mehr Zeit. Es ist gemütlich.

Ist das Lebensgefühl – Tanzen, Fußballspielen, Karneval – den meisten Brasilianern implantiert und gleichzeitig auch eine Möglichkeit, nach oben zu kommen?

Ich glaube schon, dass das im Blut ist. Ich wache morgens auf, mache die Musik an und fange an zu tanzen. Wir sind sehr extrovertiert. Wir sind Kämpfer, wir machen einfach und versuchen unsere Träume zu erreichen.

Haben Sie einen Lieblingsfußballer? Neymar ist ja quasi Schauspielkollege.

Der kann nichts. Also, schauspielern kann er. Ich liebe Roberto Carlos und Ronaldo.

Wie haben Sie Ihre künstlerische Laufbahn begonnen?

Ich habe ganz unten angefangen. Ich war Tänzerin und bin auf dem Land aufgewachsen, dann bin ich mit 18 allein zurück nach São Paulo gegangen. Mit 21 habe ich die Tanz-Auditions für "König der Löwen" in Hamburg gewonnen. Es war verrückt! Vor elf Jahren ging ich also allein nach Deutschland, ohne ein Wort Deutsch oder Englisch zu sprechen. Das war eine große Veränderung. Ich war mutig und sehr diszipliniert und hatte jahrelang fast kein Privatleben.

Sie haben zuletzt drei Jahre lang die Prinzessin Jasmin in Disneys Aladdin in Hamburg gegeben. Wie überlebt man das?

Es waren knapp tausend Vorstellungen, acht Mal pro Woche. Das reicht jetzt einmal.

 

Ein Amerikaner in Paris

Das Musical

1928 feierte George Gershwins spektakuläre Komposition „Ein Amerikaner in Paris“ in New York ihre Uraufführung. Mehr als sechs Jahrzehnte nach Gene Kellys sensationellem Filmerfolg aus dem Jahr 1951 – es geht um eine Liebesromanze nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Paris – wurde der Stoff mit Evergreens wie „I got rhythm“, „’S wonderful“ und „They can’t take that away from me“ zum erfolgreichen Musical.

Die Linzer Produktion

Das Leading Team der Produktion - allen voran Nick Winston (Regie und Choreografie), Charles Quiggin (Bühne) und Alex Valasek (Kostüme) und Tom Bitterlich (er dirigiert das Bruckner Orchester - ist ebenso großartig wie das ausladende Ensemble, bestehend aus Darstellern und Tänzern.

In den Hauptrollen: Gernot Romic (Jerry Mulligan) und Myrthes Monteiro (Lise Dassin). Monteiro ist diese Saison fixes Ensemblemitglied.

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