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Kultur

Hörenswertes zum Sehen: Kunstuni visualisierte Symphoniekonzert

Von Von Michael Wruss   09. April 2010 00:04 Uhr

Hörenswertes zum Sehen
Ursula Brandstätter strebt spartenübergreifende Kooperationen wie der Kunstuni Linz oder der Ars Electronica.

Konzert: Visualisiertes Orchesterkonzert von Kunst- und Bruckneruniversität Linz, (Brucknerhaus, 7. April)

OÖN Bewertung:

Es war nicht nur für die ausübenden jungen Künstler ein großer Abend, sondern auch für das Publikum, bescherte er doch eine Begegnung mit bedeutender Orchesterliteratur, die allerdings ihren Platz im Konzertsaal nicht so wirklich gefunden hat. Erfreulich auch, dass ausschließlich Musik des 20. Jahrhunderts auf dem Programm stand.

So intelligent der Querschnitt durch die amerikanische Musikgeschichte gewesen sein mag – ausgehend von Charles Ives’ „The Unanswered Question“ über den Exil-Österreicher Erich Wolfgang Korngold sowie Aaron Copland und Samuel Barber bis zu Leonard Bernstein – und so breit die Palette mit unterschiedlichen Ausdrucksformen war, so schwierig war es, sich mit den sehr unterschiedlichen Stilen zurechtzufinden.

Dennoch haben sich die Orchestermusiker von morgen von ihrer besten Seite gezeigt und klanglich Bemerkenswertes hervorgezaubert. Das lag aber auch an der sehr versierten und präzisen Führung durch Martin Braun.

Gleich zu Beginn setzte Coplands „Fanfare For The Common Man“ einen markanten Auftakt, der von einem quirligen „Prairie Journal“ abgelöst wurde. Danach Korngolds Violinkonzert op.35 mit Benjamin Schmid als Solist, der die im immer wieder als Filmmusikkitsch abgetanen Werk verborgenen Schönheiten elegant freilegte.

Wichtige Kooperation

Fein auch die Begleitung durch die beiden Orchester, die sich einen sicheren Weg durch den spätromantischen Dschungel geschlagen haben. Nach der Pause dann Ives’ „Unanswered Question“, ein Werk, das nur selten die Wirkung erreicht, die ihm innewohnen würde. Das scheiterte an diesem Abend an der für die Visualisierung notwendigen Technik. Der Lüfterlärm der Beamer ließ nur wenig von der fragilen Musik durch. Das wirft auch die ewige Diskussion an, ob Bilder den Musikgenuss verstärken oder davon zu sehr ablenken.

Bei Honeggers „Lokfahrt“ war man dann doch froh, den Zielbahnhof erreicht zu haben, denn es gibt auch viele Klippen in dieser Partitur. Auch Barbers kräfteraubendes „Adagio for Strings“ war nicht viel angenehmer. Diese Anstrengungen kosteten Bernsteins „Times Square“ allerdings den lockeren Swing.

Alles in allem eine wichtige Zusammenarbeit der beiden Kunstuniversitäten.

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