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Vom Kult zur Kultur

Evangelisches Museum in Rutzenmoos Bild: Volker Weihbold

OÖN-Architekturpreis vis à vis: Vom Kult zur Kultur

Der Gleichklang von Kult und Kultur ist nicht zufällig entstanden. Dies erklärt auch, warum sich Religionsgemeinschaften neben dem unmittelbaren Gottesdienst auch den kulturellen Aspekten unseres Zusammenlebens in vielfältiger Weise widmen.

Von Von Romana Ring, 21. November 2009 - 00:04 Uhr

So wurde etwa das Gebäude der leerstehenden ehemaligen evangelischen Schule in Rutzenmoos nach den Plänen des an der Linzer Kunstuniversität lehrenden Architekten Peter Kuglstätter zum Evangelischen Museum Oberösterreich umgedeutet.

In Anknüpfung an die Klarheit, Einfachheit und handwerkliche Gediegenheit, welche die protestantisch inspirierte Gestaltung vom Kirchenraum bis zu bescheidenen Gegenständen des Alltags so deutlich und eindrucksvoll kennzeichnet, hat er die Substanz der alten Schule weitgehend bewahrt, saniert, erweitert und in ihren räumlichen Abfolgen den Anforderungen eines Museums angepasst. Über das Foyer und die zum Museumsgarten hin gläsern geöffnete Garderobe gelangt man nun die Stiege hinab in ein Auditorium im Kellergeschoß, das zur Einstimmung auf das Gezeigte dient.

Von hier steigt man über einen gläsernen Treppenturm empor, um sich auf dem Rundgang durch die beiden Geschoße des Altbaues der über Jahrhunderte durch Unterdrückung und kriegerische Auseinandersetzungen geprägten Geschichte des Protestantismus zu nähern.

Historischer Bestand

Auch das katholische Pfarrheim in Sandl wurde vom Linzer Architekten Klaus Leitner mit Peter Pretterhofer und Sonja Simbeni aus einem historischen Bestand entwickelt. Es erhebt sich im Anschluss an das – in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt – restaurierte historische Pfarrhaus und nutzt das alte Motiv des von einer Mauer gefassten Raumes, um seine zeitgenössische Architektur ohne unnötiges Aufsehen in die kleine Landgemeinde einzugliedern.

Ein neuer Windfang erschließt gleichermaßen das etwas erhöhte Erdgeschoßniveau des historischen Gebäudes wie den eben ins Gelände gesetzten Neubau. Dahinter stellt ein kleiner umfriedeter Gartenhof den nötigen Respektabstand der anschließenden Foyerzone zum Altbau her und bringt Licht in die Tiefe des Gebäudes. Der an das Foyer schließende zweigeschoßige, teilbare Pfarrsaal und ein daneben liegender Gruppenraum schauen mit ihrer geschoßhoch gläsernen Außenwand auf die dem Pfarrheim im Osten vorgelagerte Wiese.

Eine Flucht von Nebenräumen, ein Hintereingang mit einer eigenen Stiege an der Nordseite und zwei Jugendräume im Obergeschoß ergänzen das Raumangebot des Pfarrheimes, das von der ganzen Gemeinde mit all ihren Vereinen freudig angenommen wird.

Noch weiter reicht die Wirkung der vom Linzer Architekturbüro Heidl Architekten neu gestalteten Kapelle des von Oblaten vom heiligen Franz von Sales geleiteten Gymnasiums in Dachsberg. Die Neuordnung hat nicht nur dem ursprünglich aus den 1960er Jahren stammenden Bau selbst, sondern auch dessen Zugangsbereich gegolten.

Andres Heidl hat der bewegten Topographie einen barrierefreien Zugang und einen Vorplatz mit erstaunlicher Nutzungsvielfalt abgewonnen, in den Relikte aus dem Umbau integriert sind. Auch die Sanierung der Kapelle selbst basiert als Zeichen der Kontinuität auf der Arbeit mit dem Vorgefundenen. So wurden die großformatigen Steinverkleidungen oder die zartfarbigen Reliefs in einer Weise ergänzt, die ihre Qualität eigentlich erst zur Wirkung bringt.

Auch hat die Zurücknahme der Empore das hinterste der bunten Fenster freigelegt, und der silberne, mit dem versilberten Gehäuse des Tabernakels korrespondierende Hintergrund der Christusfigur in der Mittellachse der Kapelle verleiht dem von steinernen Sedes gerahmten Chor eine unaufdringlich transzendentale Wirkung. Die Kapelle lebt im Wandel des farbigen Lichts, das in der feinsinnig schlichten Fassung des Raumes eine berührende Stimmung entfaltet.

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