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Ski Nordisch

Ist Skifliegen für Frauen zu gefährlich? Kramer stellt sich hinter Innauer

Von OÖN-Sport/APA   25. Juli 2022 12:28 Uhr

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Marita Kramer

Toni Innauer warnte in einem offenen Brief vor den Risiken von Skifliegen für Frauen. Unterstützung bekommt der Ex-Springer von Gesamtweltcupsiegerin Marita Kramer.

Wie Toni Innauer in seinem Brief schrieb, sei „der Körper einer, in unserer Sportart auf Leichtgewicht getrimmten Frau, aufgrund des geschlechtsspezifisch geringeren Muskelanteils am Gesamtkörpergewicht, weniger widerstandsfähig als der eines Mannes“. Die Kombination aus im Vergleich zu den Männern erhöhter Anlaufgeschwindigkeit und für Innauer daraus folgender erhöhter Aufprallwucht könne sich fatal auswirken. Dieses "größere Risiko für Frauen ist zu würdigen und zu bewerten", forderte Innauer von FIS-Präsident Johan Eliasch. Die FIS hatte sich im Frühjahr dafür ausgesprochen, Frauen im März vom großen Bakken in Vikersund (Norwegen) starten zu lassen. Für Innauer ist das keine ausgereifte Idee.

"Es geht am Kern einer ausgewogenen und verantwortungsvollen Beurteilung vorbei, wenn physikalisch-biomechanische Zusammenhänge und Unterschiede und die dadurch drohende Gefahr fahrlässig negiert werden und schwerpunktmäßig eine Gleichstellungsdebatte daraus gemacht wird", betonte Innauer. "Der vorliegende Sachverhalt ist in mehreren Dimensionen heikel, aber umso mehr bedarf er einer ruhigen und fachkundigen Beurteilung, gerade auch von oberster Stelle."

Kramer: „Noch nicht die richtige Entscheidung“

Rückendeckung bekommt Innauer von Marita Kramer. „In meinen Augen ist es fürs Damenskispringen noch nicht die richtige Entscheidung, Fliegen zu organisieren“, sagte die amtierende Gesamtweltcupsiegerin dem „Standard“. Geht es nach der 20-Jährigen, sei es vorrangig, mehr Bewerbe auf Großschanzen zu veranstalten. „Wir sind ja immer noch vor allem auf K90, also Kleinschanzen, unterwegs. Wenn wir dann einmal auf Großschanzen springen, ist das schon ein Highlight“, so die Salzburgerin weiter. Auch mangle es in dem vergleichsweise noch recht jungen Damen-Skisprungzirkus noch an der Leistungsdichte. 

Unterstützung kommt auch von Athletinnenrechtlerin Nicola Werdenigg. Die frühere ÖSV-Skiläuferin verweist ebenfalls auf die von Innauer angeführten körperlichen Unterschiede. Um eine Skiflugschanze sinnvoll zu springen, brauchen Frauen wegen der im Schnitt geringeren Sprungkraft höhere Anlaufgeschwindigkeiten, was im Falle eines Sturzes eine höhere Aufprallwucht ergebe. „Das Risiko liegt nicht in der Tatsache, dass Frauen technisch nicht in der Lage zum Skifliegen wären. Natürlich können Frauen das ebenso wie Männer. Das Problem: Frauen sind im Fall eines Sturzes einem höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt als Männer“, schreibt Werdenigg auf Twitter (zum Nachlesen). 

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