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EURO 2021

Wohin geht die Reise?

11. Juni 2021 00:04 Uhr

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Das Finale wird am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen.

Die OÖN-Sport-Redakteure geben Steilvorlagen für den Lauf der Dinge bei der heute beginnenden EURO. Der eine oder andere Fehlpass könnte dabei sein.

In der Ewigen Stadt Rom wird heute Abend mit der Partie Italien gegen die Türkei die um ein Jahr verschobene Fußball-Europameisterschaft angepfiffen (21 Uhr). Österreich ist nach 2008 (Österreich/Schweiz) und 2016 (Frankreich) zum dritten Mal bei einer EURO dabei, der Aufstieg in das Achtelfinale, ja nicht einmal ein Sieg ist bisher gelungen. Für die Mannschaft von Teamchef Franco Foda beginnt das Turnier am Sonntag in Bukarest mit dem Spiel gegen Nordmazedonien (17 Uhr). Die OÖN sind mit ihrer EURO-Beilage schon seit Mittwoch auf Ballhöhe. Vor dem ersten Spiel schauen die Sport-Redakteure auf das Stimmungsbarometer und versuchen sich als EURO-Orakel.

Der David wird’s schon richten

Harald Bartl: Der David wird's schon richten

Trotz aller Schwarzmalerei im Land bin ich mir sicher, dass es bei der EM für den Aufstieg Österreichs ins Achtelfinale reichen wird. David Alaba (das ist der Herr links im Bild) und Marko Arnautovic werden es schon richten. Die Führungsspieler sind zum großen Teil noch immer dieselben wie 2016. Ich vertraue darauf, dass sich die Fehler von damals nicht wiederholen. Der EM-Titel ist für mich – so wie vor jedem Turnier – schon jetzt fix an die Italiener vergeben. Immerhin haben sie sich diesmal im Gegensatz zur WM 2018 zumindest einmal für das Turnier qualifiziert.
Und wenn es doch Frankreich werden sollte, dann wünsche ich Ex-UEFA-Präsident Michel Platini, dass ihm daheim beim Finalkrimi eine Viertelstunde vor Schluss der Fernseher ausfällt. Seine Idee dieser EM quer durch Europa gehört zumindest irgendwie bestraft.

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Günther Mayrhofer: Die Latte liegt niedrig

Eine besondere EM-Stimmung ist bei mir noch nicht aufgekommen. Corona heißt die Spaßbremse, die wild verstreuten Spielorte rauben der Endrunde ein atmosphärisches Element. Mein sentimentaler Favorit ist seit jeher England. Seit meiner ersten bewusst erlebten WM-Endrunde 1986 schaffen es die „Three Lions“ stets, mich zu enttäuschen. Am treffsichersten sind die Engländer traditionell beim Schuss ins eigene Knie. Was das ÖFB-Team betrifft, habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr darüber zu ärgern, dass Österreich die PS nicht auf den Rasen bekommt. Unter Teamchef Franco Foda hat die Nationalmannschaft stets nur das absolute Mindestziel erreicht. Diesmal ist das Achtelfinale Pflicht.

Mehr Aussichten für das ÖFB-Team und so manchen Favoriten bei der Euro erfahren Sie in der aktuellen Folge des OÖN-Sportpodcasts mit OÖN-Sportredakteur Günther Mayrhofer.

 Zurück in die Spur

Alexander Zambarloukos: Zurück in die Spur

Damals, an diesem 9. Dezember 2018 in Madrid, war die (Fußball-)Welt noch in Ordnung – und das Finale der Copa Libertadores zwischen River Plate und Boca Juniors ein ohrenbetäubendes Erlebnis mit 62.282 enthusiasmierten Fans. Wer nicht Antialkoholiker ist, verband mit Corona eine Biermarke. Eine EURO in halbleeren Stadien und mit einem Schalldämpfer namens Mund-Nasen-Schutz hätte jede(r) in das Land der Phantasie verabschiedet. Aber es ist, wie es ist. Machen wir das Beste daraus. Nach Monaten der Geisterspiele können auch ein paar Tausend einen Lärmpegel kreieren, der sich nach Normalität anhört. Von Letzterer hält die Magie des Rasens eher wenig. Nicht immer gewinnt der Favorit. Österreichs Team hat sich in einer durchwachsenen Vorbereitung den Status eines „Underdogs“ erarbeitet. Jetzt gilt es, auf Knopfdruck hoch zu fliegen. Warum nicht?

Nur England hat den Heimvorteil

Raphael Watzinger: Nur England hat den Heimvorteil

Die über ganz Europa verteilte „Reise-EM“ wird den Kontinent mehr verbinden als jede andere Europameisterschaft zuvor. Ob so eine echte Turnieratmosphäre aufkommen kann, wage ich aber zu bezweifeln. Maximal für das englische Nationalteam, welches im Idealfall alle Spiele bis auf das Viertelfinale in London austragen könnte. Zu den absoluten Top-Favoriten zähle ich aber andere Teams: Die Mannschaft des amtierenden Weltmeisters Frankreich hat sich kaum verändert und ist hoch einzuschätzen. Die „goldene Generation“ von Belgien sollte man ebenfalls auf der Rechnung haben.

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Dominik Feischl: Gelb- und Fußball-Fieber

Um diese Zeit des Jahres grassiert bei mir normalerweise in Kürze das Gelbfieber, weil die Tour de France vor der Türe steht und damit das Radsport-Großereignis schlechthin. Aber spätestens mit dem Anpfiff des ersten EM-Spiels packt mich nicht nur berufsbedingt die absolute Begeisterung für das runde Leder. Von Österreichs Team erwarte ich mir dennoch keine Wunderdinge. Doch die EM war im Gegensatz zur WM in der Vergangenheit schon immer für Überraschungen gut. Vielleicht auch diesmal?

Das wird unser Sommermärchen

Christoph Zöpfl: Das wird unser Sommermärchen

Das Foto entstand im Juni 2016 nach der letzten Pressekonferenz des ÖFB im EURO-Basislager im französischen Mallemort. Im Gegensatz zu den Team-Kickern freute ich mich sichtlich, dass ich schon nach der Vorrunde heimfahren durfte. Irgendwie war bei dieser EURO der Wurm drinnen. Wäre Alabas Schuss nach 32 Sekunden beim 0:2 im Auftaktspiel gegen Ungarn nicht an die Stange, sondern ins Tor gegangen, hätten die Dinge einen anderen Lauf genommen. So aber kam immer mehr Frust und zum Schluss ein ordentlicher Lagerkoller dazu. Als Berufsoptimist bin ich davon überzeugt, dass dieses Mal das Pendel in eine andere Richtung ausschlagen wird. Am Sonntag treffen Alaba und Co. gegen Nordmazedonien ins Tor und nicht die Pfosten, und dann wird das ÖFB-Team schwer zu bremsen sein. Ich glaube an ein Sommermärchen, auch wenn mich der alte Foda noch nicht als gute Fee überzeugt hat.

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Reinhold Pühringer: Gelernter Österreicher

Ein Turnier, bei dem mittlerweile eh fast jeder mitmachen darf, dazu ein ÖFB-Nationalteam, das so spielt, wie die farblich entarteten Auswärtstrikots „schön“ sind – noch nie habe ich mich so wenig auf ein Fußball-Großereignis gefreut wie auf diese Europameisterschaft. Jedoch kenne ich mich gut genug, um zu wissen, dass ich beim kleinsten Anflug von Europhorie sofort mitschwimme. Es ist fast so, als wäre ich verdammt, ewig nach der Mittelstation zwischen himmelhoch jauchzend und dem Tal der Tränen zu suchen. Doch spätestens wenn ich mit meinen „Teamchef“-Freunden zu Hause vorm TV-Kastl über etwaiges Unvermögen unserer Kicker sudern kann, weiß ich: Willkommen zurück, Normalität!

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