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Motornachrichten

Skoda will 2015 eine Million Autos pro Jahr bauen

Von Von Helmut Wahl   24. Oktober 2009 00:04 Uhr

Skoda will 2015 eine Million Autos pro Jahr bauen
Skoda-Chef Reinhard Jung

Skoda, die aufstrebende VW-Tochter, entwickelt sich allmählich zu einer europäischen Top-Marke. Doch die globale Autokrise ist auch am tschechischen Aufsteiger nicht spurlos vorübergegangen, wie Skoda-Chef Reinhard Jung im OÖN-Interview sagt.

OÖN: Hat Skoda durch die Wirtschaftskrise Einbußen hinnehmen müssen?

Jung: Wir haben bis September 504.000 Skoda verkauft. Das ist gegenüber dem Vorjahr nur noch ein Minus von fünf Prozent. Im ersten Quartal lagen wir noch um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

OÖN: Wie läuft es jetzt?

Jung: Allein im September konnten wir 69.000 Autos verkaufen. Das war der beste Skoda-Monat, den wir je hatten. Aber niemand weiß, was 2010 kommen wird, auch wenn wir jetzt schon etwas optimistischer ins nächste Jahr schauen.

OÖN: Welche Ziele hat sich Skoda für die nächsten Jahre gesetzt?

Jung: Vor der Krise wollten wir 2010 oder 2011 eine Million Fahrzeuge pro Jahr erreichen. Jetzt wird die Autoindustrie aber drei oder vier Jahre brauchen, um wieder auf das Niveau vor der Krise zu kommen. Um diesen Zeitraum wird sich auch unser Ziel verschieben. Wir gehen nun von 2015 für das genannte Produktionsziel aus.

OÖN: Welche Schlüsse hat Skoda aus der Krise gezogen, was hat man daraus gelernt?

Jung: Es ist jedenfalls fraglich, ob die Produktdifferenzierung in der bisherigen Konsequenz fortgesetzt wird. In den vergangenen Jahren hat man außerdem kräftig in Kapazitäten investiert. Da ist man jetzt vorsichtiger.

OÖN: Wann wird es das schon oft diskutierte Modell unter dem Fabia geben?

Jung: Von Skoda wird es ein Fahrzeug auf Basis des 3,5 Meter großen VW-Modells „up“ geben. Es wird 2011 auf den Markt kommen und in Bratislava gebaut werden.

OÖN: Renault führt mit Dacia vor, dass man auch für Schwellenländer interessante Produkte anbieten kann. Kommt da auch etwas von Skoda?

Jung: Auch wir spüren den Trend zu kostenoptimierten Autos und werden in zwei Jahren ein Fahrzeug anbieten, das zwischen Fabia und Octavia situiert sein wird. Es wird kompakt sein und einen großen Innenraum haben.

OÖN: Für welche Märkte ist dieses Modell primär vorgesehen?

Jung: Das ist nicht so sehr für Westeuropa, sondern eher für Schwellenländer gedacht.

OÖN: Worin liegt eigentlich das Geheimnis des Markterfolges von Skoda?

Jung: Wir bauen Autos, die sich an Kundenwünschen orientieren. Und das zu vernünftigen Preisen.

OÖN: Wie stark strahlt das Image von Volkswagen auf Skoda ab?

Jung: Es wäre vermessen zu behaupten, dass wir den Erfolg ohne VW gehabt hätten. Ich nenne da nur die Bauteile. Die gleichen Voraussetzungen hatte aber Seat auch.

OÖN: Wie wird Skoda die bisherigen Erfolge absichern, auch im Hinblick auf die angepeilten Produktionszahlen?

Jung: Wir werden den Entwicklungsaufwand heben und in neue Produkte investieren. In den nächsten fünf Jahren werden wir allein zwei Milliarden Euro verstärkt in die Produktion investieren. Unsere globalen Marktanteile wollen wir kontinuierlich steigern.

OÖN: Wie viele Mitarbeiter beschäftigt Skoda?

Jung: In Tschechien sind es 25.000, insgesamt sind es 27.000 Mitarbeiter. Wir mussten uns aber von 2000 Kontraktarbeitern trennen.

OÖN: Wir groß sind die Skoda-Gewinne?

Jung: Im vorigen Geschäftsjahr waren es 565 Millionen Euro. Heuer wird es voraussichtlich etwas weniger sein.

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