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Österreichs kleine Formel-1-Hoffnung aus Linz

Von Von Peter Affenzeller    25. August 2018 00:07 Uhr

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Bild 1/13 Bildergalerie: Österreichs kleine Formel-1-Hoffnung aus Linz

Niklas Schaufler fährt im Alter von acht Jahren im Kart allen um die Ohren, seine Karriere hängt an Sponsoren für die nächste Saison.

Ferdinand Habsburg gilt derzeit als aktuelle Formel-1-Hoffnung, bald wieder einen Österreicher in der Königsklasse des Motorsports zu sehen. Niklas Schaufler, acht, aus Linz ist die nächste Generation: Er ist schnell, er gewinnt Rennen und kämpft um den Einstieg in eine der Nachwuchs-Akademien.

Ein Tag als „Grid Kid“ beim heurigen Rennen am Red-Bull-Ring in Spielberg war mit Sicherheit der Höhepunkt für Niklas’ bisherige Karriere: Dort traf er auf Einladung von BWT in der Boxengasse Legenden wie David Coulthard, Mark Webber – und alle anderen Fahrer von Sebastian Vettel über Esteban Ocon bis zu Valtteri Bottas. „Der Finne ist ein richtiger Fan von Niklas, er hat sogar ein Foto mit ihm auf seiner Facebook-Seite“, erzählt Papa Daniel Schaufler, 37.

Der Tischler aus Linz war selbst ein gefragter Kart-Fahrer in der heimischen Szene und kratzt jeden Cent zusammen, um seinem talentierten Buben die Motorsport-Karriere zu ermöglichen: „Niklas wollte schon mit vier Jahren unbedingt sein eigenes Kart, und sobald wir um 250 Euro eines aufgetrieben haben, hat er in jeder freien Minute auf einer Strecke in Marchtrenk trainiert“, erzählt Schaufler.

Mit fünf Jahren fuhr Niklas in Graz sein erstes Rennen und wurde gegen ältere Nachwuchsfahrer auf Anhieb Fünfter. 2016 absolvierte er seine erste Saison in der DAI-Trophy, einer Deutschland/Austria/Italien-Rennserie – die einzige Chance für Kinder, Rennerfahrung zu sammeln.

Mit sechs Jahren gewann Niklas bei Schneefall sein erstes Rennen, später die DAI-Trophy – doch der Sieg wurde ihm aberkannt, weil er laut Reglement zu jung war. 2017 rückte er von den Fünf-PS-Motoren zu den stärkeren Karts mit elf PS auf, fuhr zwei Rennserien und holte erneut den DAI-Titel.

„In dem ganzen Jahr waren wir sieben Wochenenden daheim, sonst immer an einer Rennstrecke“, erinnert sich Papa Daniel. Mit der Familie sei das kein Problem: Mama und Schwester sind ebenfalls unterwegs, bei der rhythmischen Sportgymnastik. In der Schule hat Niklas eine Freistellung für einige Tage, um die Anreise zu den Rennen zu schaffen: „Ich lern’ halt im Bus, aber ich hab’ heuer lauter Einser!“, berichtet er stolz. Die aufgeschürften Knie kommen vom Scooterfahren mit den Freunden, auch sonst bleibt ihm unter der Woche Zeit für Badesee, Fußball oder Skaterpark. 2019 steht ein Sprung bevor: Dann entscheidet sich, ob er als „Lizenzfahrer“ in der Klasse der neun- bis zwölfjährigen Sponsoren findet, die ihm das Weitermachen ermöglichen. „In dem Alter kostet eine Saison 55.000 Euro, noch ohne Trainings- und Reisekosten“, sorgt sich Daniel Schaufler.

Für Niklas ist sonnenklar: Er schwärmt vom späten Anbremsen enger Kurven und seinem persönlichen Geschwindigkeits-Rekord mit 106 km/h auf der Geraden und er will in die Formel 1 – etwas anderes kann er sich nicht vorstellen.

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