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Chronik

Mordkomplott gegen Ex-Schwiegersohn: Lebenslang für Drahtzieher

Von nachrichten.at/apa   07. Oktober 2019 20:01 Uhr

(Symbolbild)

WIEN. Der Prozess gegen einen Unternehmer und zwei Bekannte, die ein Mordkomplott im Schilde geführt haben sollen, ist am Montag mit Schuldsprüchen und einem Freispruch zu Ende gegangen.

Der 54-Jährige, der den unliebsamen Ex-Schwiegersohn aus gekränkter Ehre töten lassen wollte, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein 44-jähriger Komplize erhielt 20 Jahre, der dritte Angeklagte (29) - vertreten von Philipp Wolm - wurde freigesprochen. Die Schuldsprüche sind nicht rechtskräftig, seitens der Verteidigung wurde Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung angemeldet. Der Freispruch wurde sowohl vom Angeklagten als auch von der Staatsanwaltschaft angenommen und hat damit Rechtskraft.

Der Ex-Schwiegersohn hatte ein außereheliches Verhältnis ausgerechnet mit seiner Schwägerin, mit der er auch noch ein Kind gezeugt hatte. Das passte dem Immobilienunternehmer, der die Ehen seines blinden Sohnes und seiner blinden Tochter arrangiert hatte, überhaupt nicht und plante den Mord des ehemaligen Verwandten. Er setzte zunächst einen Geschäftspartner (29) und, weil sich dieser geweigert hatte, dann einen Bekannten (44) auf den Mann an. Der 44-Jährige wollte die Tat ebenfalls nicht selbst ausführen und heuerte laut Anklage im Frühsommer 2018 daher über eine Bekannte namens Aleksandra in Serbien einen Killer an.

Diesem Mann wurden 15.000 Euro für die Erledigung des Auftrags angeboten sowie ein Zettel mit Namen und Adresse des Opfers überreicht. Die Tat sollte entweder wie ein Unfall aussehen oder der Mann musste tatsächlich spurlos verschwinden. Am 20. November 2018 wurde der Ex-Schwiegersohn - in der Verhandlung vertreten von Philipp Winkler - tatsächlich in der Hippgasse in Ottakring mit einem länglichen Gegenstand attackiert und erlitt schwerste Kopfverletzungen, an denen er bis heute leidet. Die Männer - neben Wolm vertreten von Nikolaus Rast, Alexander Philipp und Peter Philipp - zeigten sich in der gesamten Verhandlung nicht geständig und sprachen von einer Verschwörung.

Doch die Tat dürfte der engagierte Serbe nicht durchgeführt haben. Denn dieser fuhr drei Wochen nach dem Überfall auf den Ex-Schwiegersohn nach Wien und meldete den Behörden, er sei in seiner Heimat mit dem Mord beauftragt worden. Auf der Rückseite des Zettels mit den Informationen zum Mordauftrag fanden die Ermittler eine Rechnung, die auf den Immobilienunternehmer ausgestellt war. Der 54-Jährige und seine mutmaßlichen Komplizen wurden festgenommen. In dem 44-jährigen Bekannten des Unternehmers erkannte der Serbe auch seinen direkten Auftraggeber wieder. Die Frau namens Aleksandra, die in Serbien vermittelt haben soll, ist bis heute nicht auffindbar.

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