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Chronik

Attentäter schoss mit Pistole auf Wiener Rettungshubschrauber

Von Gerhard Lukesch   14. August 2013 00:05 Uhr

Attentäter schoss mit Pistole auf Wiener Rettungshubschrauber und traf Rotor
Der Notarzthelikopter »Christophorus 9« wurde gestern im Hangar in Aspern bei Wien repariert.

WIEN/LINZ. 320.000 Euro Schaden – Staatsanwaltschaft: „Fahrlässigkeit bis Mordversuch möglich“.

Entsetzen bei den Rettungshubschrauberteams in ganz Österreich: Ein bisher Unbekannter hatte am Montag vermutlich mit einer Pistole des Kalibers neun Millimeter auf den Wiener ÖAMTC-Notarzthelikopter „Christophorus 9“ geschossen. Ein Projektil durchschlug ein Rotorblatt im Wert von 80.000 Euro. Weil jetzt alle vier Blätter ausgetauscht werden müssen, beträgt der Schaden 320.000 Euro.

Der gefährliche Zwischenfall wurde erst bei einem Routinecheck der Maschine Dienstag früh entdeckt. „Die akute Gefahr eines Absturzes bestand nicht, weil ein Durchschuss eines Rotorblattes die Stabilität des Fluggerätes nicht gefährdet“, sagt ein erfahrener Hubschraubertechniker. „Fatal wäre aber gewesen, wenn das Projektil die Kanzel oder gar den Piloten getroffen hätte.“

Suche nach Schützen

Die Polizei in Wien nahm sofort die Ermittlungen zu dem unbekannten Schützen auf: „Wir können noch nicht sagen, ob der Täter bewusst auf den Helikopter geschossen hat und wo sich am Montag der Zwischenfall ereignet hat“, sagte Michaela Rossmann, Pressesprecherin der Wiener Polizei. Damit kann auch die Staatsanwaltschaft Wien das Strafdelikt noch nicht einordnen: „Wenn dem Schützen die Waffe beim Hantieren im Garten oder in freiem Gelände unabsichtlich losgegangen ist, kann es sich um ein Fahrlässigkeitsdelikt handeln. Hat der Täter aber bewusst auf das Fluggerät gezielt, ist auch Mordversuch möglich“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Wir können das erst beurteilen, wenn wir einen Verdächtigen und die Befragungsergebnisse der Polizei haben.“

Aus diesem Grund sucht die Wiener Polizei jetzt Zeugen, die am Montag im Großraum Wien ein schussähnliches Knallgeräusch gehört haben: „Damit hätten wir einen guten Anhaltspunkt“, sagen die Ermittler. Pilot, Notfallsanitäter und Notarzt hatten den Zwischenfall nicht bemerkt. Daher ist auch unklar, ob eventuell auch ein Patient an Bord war.

„Wenn jemand absichtlich auf den Helikopter geschossen hat, wäre das absolut unfassbar“, sagt ein Pilot aus Oberösterreich. Attacken mit Laserpointern hatten wir schon, aber das wäre eine neue Dimension des Wahnsinns.“

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