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Wels

Staubecken um 20 Millionen Euro soll Aschachtal vor Hochwasser schützen

Von Michaela Krenn-Aichinger   10. März 2016 00:04 Uhr

Staubecken um 20 Millionen Euro soll Aschachtal vor Hochwasser schützen

WAIZENKIRCHEN. Landwirte stemmen sich gegen Rückhaltebecken mit 98 Hektar Staufläche.

1997 und 2002 war die Marktgemeinde massiv von Hochwasser betroffen, seit Jahren wird bereits an den Plänen für den Hochwasserschutz an der Aschach gearbeitet. Nun wurde erstmals öffentlich vor rund 130 Zuhörern, darunter vielen Grundbesitzern das Projekt präsentiert. Es stößt bei betroffenen Landwirten auf großen Widerstand.

Die Dimensionen des geplanten Rückhaltebeckens in Waizenkirchen sind gewaltig. Es fasst 2,4 Millionen Kubikmeter Wasser, der Damm ist bis zu 6,5 Meter hoch und 2,75 Kilometer lang. Insgesamt werden 98 Hektar landwirtschaftlicher Fläche von den Grundeigentümern benötigt.

Der betroffene Biobauer Georg Doppler übt Kritik an dem Megaprojekt. "Der Bau ist absolut unverantwortlich gegenüber dem Steuerzahler. Das Rückhaltebecken und der enorme Erhaltungsaufwand stehen in keiner Relation zu alternativen Varianten wie einer teilweisen Absiedlung und Einzelobjektschutz."

Der Chef des Gewässerbezirks Grieskirchen, Thomas Kibler, spricht von geschätzten Kosten von rund 20 Millionen Euro für das Rückhaltebecken, allerdings fehlt noch die Detailplanung. Außerdem sind weitere kleinere Rückhaltebecken in Nachbargemeinden notwendig. "Laut Kosten-Nutzen-Untersuchung können 310 Objekte – beginnend in Waizenkirchen bis ins Eferdinger Becken – im Hochwasserabflussbereich der Aschach geschützt werden", sagt Kibler zu den OÖN. Die Berechnungen basieren auf einem 100-jährlichen Hochwasserereignis.

25 Varianten geprüft

Rund 25 Varianten wurden geprüft, jene Variante mit dem großen Rückhaltebecken in Waizenkirchen und der Schaffung weiterer kleinerer Retentionsmaßnahmen soll umgesetzt werden. "Uns wurde gesagt, dass mit uns der Hochwasserschutz für das Aschachtal steht oder fällt, dann hätten sie mit uns auch vorher reden müssen", kritisiert Doppler. Für weitere Verhandlungen haben die Landwirte drei Forderungen aufgestellt: Es darf keine Einzelverhandlungen geben, die Pläne und Wirtschaftlichkeitsberechnungen müssen ihnen vorliegen und der Gemeinderat soll sich mehrheitlich gegen Enteignungen aussprechen. Kibler betont, es sei bereits vereinbart, mit einem Verhandlungsteam der Grundbesitzer zusammenzutreffen. "Wir haben keine Enteignungen vor, wir haben bisher immer versucht, uns gütlich zu einigen", sagt Kibler.

Bedenken äußern die Landwirte auch bezüglich eines möglichen Dammbruchs bei großen Hochwasserereignissen, da das Becken direkt vor dem Ort liegt. Dazu Kibler: "Die Dämme werden von der Staubecken-Kommission auf Herz und Nieren geprüft. Dort sitzen anerkannte Professoren."

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