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Geplantes Hochwasser-Schutzprojekt schlägt hohe Wellen

Von Michaela Krenn-Aichinger, 11. Jänner 2018, 00:04 Uhr
In Waizenkirchen ist ein großes Rückhaltebecken geplant, das das Aschachtal vor Hochwasser schützen soll. Bild: privat

WAIZENKIRCHEN. Bürgerinitiative will Rückhaltebecken um 25 Millionen Euro oberhalb des Ortes verhindern.

Die Pläne für den Hochwasserschutz lassen nicht nur im Eferdinger Becken die Wogen hoch gehen. In Waizenkirchen ist ein Rückhaltebecken um 25 Millionen Euro oberhalb der Marktgemeinde geplant, das die Menschen im Aschachtal vor künftigem Hochwasser schützen soll. Ein weiteres soll am Sandbach um 7, 2 Millionen Euro gebaut werden. Gegen diese Pläne stemmt sich eine Bürgerinitiative.

„Wir haben viele Waizenkirchner auf unserer Seite und sind längst nicht nur ein paar Bauern, die keinen Grund für dieses Megaprojekt hergeben wollen“, sagt der Waizenkirchner Georg Doppler. Der Bio-Landwirt ist Sprecher der Bürgerinitiative für ein dammfreies Waizenkirchen, die auf ihrer Homepage (www.dammfrei.at), einer Facebook-Seite und kürzlich mit einem Flugblatt heftige Kritik an den Hochwasserschutz-Plänen übt. Als größte Sorgen der Bewohner nennt Doppler Sicherheitsbedenken „wegen dieser unzumutbaren 2,4 Millionen m³ Wasser, die bis zu einer Dammhöhe von 6,5 Metern vor dem Ort aufgestaut werden“. Kritisiert werden von Doppler auch die hohen Kosten für die Steuerzahler und die Belastung des Gemeindebudgets für Generationen wegen der hohen Erhaltungskosten der Schutzbauten. Die Bürgerbewegung fordert einen sofortigen Stopp des Projekts und alternative Planungen.

Kein Nachteil für Unterlieger

Das kommt für den Leiter des Gewässerbezirks Grieskirchen, Josef Mader, nicht in Frage. „Die geplante Variante ist auch mit dem Ministerium abgestimmt. Wir planen nichts, wo wir den Unterliegern schaden könnten“, betont er. Er spricht von Gesamtkosten von rund 38,5 Millionen Euro für die beiden Staubecken und Begleitmaßnahmen wie Einzelobjekt- und Siedlungsschutz sowie einer geringen Zahl von Absiedlungen. Die Erhaltungskosten für die Schutzbauten werden mit 6,7 Millionen Euro geschätzt, allerdings auf 80 Jahre gerechnet. Die Kosten-Nutzen-Untersuchung spreche laut Mader ebenfalls für die bevorzugte Variante. Insgesamt können 185 Objekte im Hochwasser-Abflussbereich der Aschach geschützt werden – von Waizenkirchen bis Pupping. Die Berechnungen basieren auf einem 100-jährlichen Hochwasserereignis. Ursprünglich war von mehr als 300 Objekten die Rede. Herausgerechnet wurden aber jene Gebäude, die bereits durch Hochwasserschutzmaßnahmen im Eferdinger Becken abgedeckt sind. Man will sich natürlich nicht unterstellen lassen, dass Objekte doppelt hineingerechnet werden.

Ein Beschluss dieses Hochwasserprojektes steht noch aus. Mader rechnet mit einer Umsetzung des geplanten Rückhaltebeckens in Waizenkirchen in den nächsten fünf Jahren, für alle Maßnahmen nennt er einen Zeithorizont von zehn Jahren. Betroffen sind in Waizenkirchen rund 100 Hektar, die weiter bewirtschaftet werden können. Für die Dammfläche des Staubeckens werden zehn Hektar benötigt.

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11  Kommentare
11  Kommentare
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mel80 (2 Kommentare)
am 11.01.2018 23:00

Dass es überhaupt einer Bürgerinitiative bedarf, verwundert schon. Das kann doch keine Gemeinde, kein Bürgermeister wollen, dass direkt am Ortseingang ein meterhoher Damm errichtet wird! Wo wohnen die Verantwortlichen? Im unmittelbar betroffenen Gebiet? Mit Blick auf den Damm?

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GeorgDoppler (6 Kommentare)
am 11.01.2018 22:22

Lieber vonvon Wolkenstein! Aus der Anonymität heraus lässts sichs leicht reden. Um nicht auf die überlieferten Angaben Ihrer Arbeitskollegen angewiesen zu sein, lade ich Sie ein, sich auf www.dammfrei.at und www.facebook.com/dammfrei zu informieren.
Übrigens falls Sie den Artikel tatsächlich gelesen haben und nicht nur Ihren Counter von 1519 auf 1520 drehen wollten, dann ist Ihnen sicherlich nicht entgangen, worum es den Waizenkirchnern geht.
Zur Erinnerung: 2,4 Mio. m³ Wasser 6,5 Meter hoch aufgestaut auf 100 Hektar in einer Ebene unmittelbar vor einer Gemeinde mit 4.000 Einwohnern. Und das ganze um einen "Selbstbehalt" für Waizenkirchens Budget von mindestens 1 Mio. Euro. - Welch glückliche Lage ... Ich wünsche angenehme Nachtruhe und ziehe mich jetzt zurück - auf meinen Baum ...

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vonWolkenstein (5.562 Kommentare)
am 11.01.2018 19:55

BIO-Bauern neigen einmal dazu, jede Veränderung abzulehnen. "Zurück zum Ursprung" und hinauf auf die Bäume wenn die große Flut kommt, dürfte die Devise der rebellierenden Bauern lauten. Sicherlich, um 25 Millionen könnten wahrlich viele Bäume gepflanzt werden, auf die sich die Weizenkirchner bei Hochwassergefahr retten könnten. Auf der anderen Seite macht es schon Sinn, wenn die betroffenen Bürger dieses lokale Megaprojekt hinterfragen und auf mögliche Nachteile abklopfen. Nur kann dieses Vorhaben nicht mit den "Sinnlosprojekten" verglichen werden, wie sie im Eferdinger Becken geplant sind. Wie mir ein Arbeitskollege berichtete, sollen dort ganze Gemeinden und Ortschaften mit Ringmauern eingekerkert werden. Am schlimmsten soll es die Gemeinde Goldwörth treffen; bei dieser Gemeinde soll eine Schlinge um den Ortskern gezogen werden und der Rest wird zum Katastrophengebiet erklärt. Im Vergleich sind die Weizenkirchner noch in einer glücklichen Lage.

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AndreasHWzk (3 Kommentare)
am 11.01.2018 20:16

Achso, nur weil jemand anderer vermeintliche größere Probleme hat, ist es ok wenn man den Waizenkirchnern auch Probleme konstruiert?

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am 11.01.2018 20:57

Manche Poster denken leider so. Glückliche Lage ist wahrlich unglücklich formuliert.

Das komplexe Thema Hochwasser soll nicht nur von der Schadseite betrachtet werden. Die Notwendigkeit, das Wasser zu speichern, um die Trockenheitsphasen auszugleichen bzw es zu versickern um den Grundwasserspiegel zu erhalten, was ja unser Trinkwasser ist, soll bei alleen Maßnahmen nicht vergessen werden. Das lokale Klima, durch die Verdunstung wirkt Wasser kühlend im Sommer...

Schnelles Ableiten ist nicht das einzig Erstrebenswerte, und schon gar nicht mitsamt dem Humus von den Feldern...

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Cundrie (11 Kommentare)
am 11.01.2018 20:35

Bäume pflanzen ist eine gute Idee. Überhaupt macht es für Waizenkirchen Sinn, den nicht-technischen Hochwasserschutz zu forcieren.

Die Situation in Waizenkirchen ist etwas anders gelagert als im Eferdinger Becken.

Ein kalkulierbares Risiko, mit dem die Bewohner seit Jahrhunderten leben, soll durch das unkalkulierbare Risiko eines Damms ersetzt werden. Dieser gefährdet nebenbei bemerkt eine ganze Reihe von zusätzlichen Objekten, die bisher vom Aschach-Hochwasser nicht betroffen waren und für die bisher keine Lösung präsentiert wurde.

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am 11.01.2018 20:50

Anscheinend wussten die Menschen früher besser, wo sie ihre Häuser gefahrlos bauen konnten und wie man mit dem Wasser umgehen musste - mit Einschränkungen natürlich!

Einfach Bäume ansetzen und glauben, gut ist es, so naiv ist hoffentlich heute keiner.

Wir haben alle technischen Mittel zur Verfügung und können besser denn je nach Niederschlagsereignis ausrechnen, wie viel Wasser sich wo sammeln wird.

Wir könnten auch besser denn je ausrechnen, wie man flächendeckend verschiedene Formen der Wasserrückhaltung schaffen kann, ohne die Landschaft durch große Dämme zu zerstören, bei gleichzeitigem aktiven Natur- und Klimaschutz.

Der Nachteil: Diese vielen kleinen Maßnahmen kosten wenig! erfordern aber die Mitarbeit der Grundstücksbesitzer und ein Umdenken in der Förderpolitik. Teure Großbauten werden bezahlt, kleine nicht.

Kombinationen der Maßnahmen sind möglich, manchmal ist aufgrund der bestehenden Verbauung ein rein naturnaher Hochwasserschutz nicht mehr möglich.

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Cundrie (11 Kommentare)
am 11.01.2018 21:45

Genau so!
Integriertes Hochwassermanagement mit Drehen an vielen Stellschrauben, das ist heute Stand der Technik, da gibt es ja auch schon tolle Vorzeigeprojekte.

Bäume gehören natürlich auch dazu!

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AndreasHWzk (3 Kommentare)
am 11.01.2018 19:01

Kein Nachteil für Unterlieger?

Der Behördenvertreter arbeitet für die Gemeinden hinter Waizenkirchen oder wie darf man das verstehen?
Und Waizenkirchen wird für viele Generationen dem Risiko einer Megaüberschwemmung ausgesetzt, mit einem Damm der das Wasser eines gigantischen Wasserbeckens zurückhalten soll, vor dem Ortskern!

Experten behaupten immer, alles sei sicher, aber trotzdem werden Dämme überflutet oder brechen sogar.
Dämme, von Experten geplant, realisiert und gewartet.

Passiert etwas, dann müssen die Bewohner das ausbaden und die Experten vermelden dann in Interviews, der Damm sei durchnässt gewesen oder alt oder man habe diese Katastrophe nicht vorhersehen können usw.

Aber VOR einem Ortskern ein riesiges Staubecken errichten wollen!

Andreas Höckner, Waizenkirchen

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Cundrie (11 Kommentare)
am 11.01.2018 19:57

Ich kann auch nicht verstehen, warum man das Wasser aus einem riesigen Gebiet ungebremst bis nach Waizenkirchen fließen lässt und dann ausgerechnet vor einem großen, belebten Ort so ein Megabecken bauen will. Kann gut verstehen, dass sich die Bewohner von Waizenkirchen das nicht gefallen lassen.

Beim Hochwasserschutz gibt es immer Alternativen!

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( Kommentare)
am 11.01.2018 20:59

Die Alternativen müssen eingefordert werden, es gibt sie.

www.hochwasser-20.com und www.initiative-aist.at und und und... grinsen

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