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Oberösterreich

"Traun im Fluss": Wie der Mensch die Traun verändert hat

Von nachrichten .at/apa   05. Januar 2022 09:10 Uhr

Traun ist in diesem Sommer großer Tummelplatz
(Symbolbild)

WIEN/LINZ. Von ihrem Ursprung im Toten Gebirge bis zur Mündung in die Donau entwässert die 153 Kilometer lange Traun den überwiegenden Teil des Salzkammerguts.

Bereits ab dem Spätmittelalter war der Fluss das Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Region. Auf welch vielfältige Weise der Mensch in die Entwicklungsgeschichte der Traun eingegriffen und damit seine Umwelt verändert hat, zeigt das neue Buch "Traun im Fluss" des Landschaftsökologen Heinz Wiesbauer. Seine Salzvorkommen haben das Salzkammergut "über die Jahrhunderte zu einer bedeutenden Schatzkammer der Habsburger gemacht", schreibt Wiesbauer in dem vom Landwirtschaftsministerium und dem Land Oberösterreich herausgegebenen 250-seitigen Buch. Auf der Traun wurde das Salz zu den Absatzmärkten transportiert, über ihre Zubringer das in den Sudhäusern benötigte Holz. Eine entsprechend übergeordnete Rolle spielte daher der Wasserbau, ging es doch darum, den Transportweg für den florierenden Salzhandel möglichst einfach und gefahrlos zu gestalten.

Wiesbauer, der in früheren Büchern bereits umfassende "Porträts" von Flüssen wie der Traisen, der Salzach oder der Ybbs vorgelegt hat, beschreibt in dem reich bebilderten Werk, wie sich im Salzkammergut schon früh großes wasserbauliches Wissen entwickelt hat. So wurde bereits im 15. Jahrhundert mit der Anlage eines befahrbaren Kanals der Traunfall für die Schifffahrt bezwungen. Schon zuvor war es gelungen, den "Wilden Laufen" - eine Kataraktstrecke in Goisern - zu entschärfen. Am Traunsee und am Hallstätter See wurden Klausen errichtet, die zusätzliches Wasser abgaben, um auch bei Niederwasser fahren zu können.

Thomas Seeauer war einer dieser Pioniere des Wasserbaus, der nicht nur an der Traun, sondern auch bei der Regulierung der Enns und der Moldau sein Wissen einbrachte. Er war nur einer von vielen "Schlüsselkräften" aus dem Salzkammergut, die in den Ländern der Monarchie und darüber hinaus für Planung und Errichtung von Triftanlagen, Klausen und Rechen eingesetzt wurden.

Wie stark dann im ausgehenden 19. Jahrhundert gesetzte Regulierungsmaßnahmen den Fluss veränderten, zeigt etwa, dass sich die Traun im Bereich von Wels massiv eintiefte. Das verringerte zwar die Hochwassergefahr für die Stadt, führte aber auch zur Unterspülung von Wasserbauten und Brücken.

Und die Traun wurde ärmer: Kaum noch Kiesbänke, Autümpel und Steilufer, sowie Barrieren in Form von Kraftwerken hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die Gewässerökologie und einen Rückgang der Artenvielfalt zur Folge. Seit einiger Zeit bemüht man sich aber wieder um die Aufwertung der Gewässerlebensräume, beginnend mit der Verbesserung der Wassergüte über die Beseitigung von Barrieren für den Fischaufstieg bis zu Rückbauprojekten. Diese Revitalisierungsprojekte beenden Wiesbauers Zeitreise durch die Flussgeschichte der Traun.

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