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Kloster Stadl-Paura wird nach 160 Jahren aufgelöst

Von Erik Famler, 09. Februar 2024, 00:04 Uhr
Kloster Stadl-Paura wird nach 160 Jahren aufgelöst
Die mächtige Klosterkulisse mit den Umrissen des Traunstein als Hintergrunds

STADL-PAURA. Mit einem Abschiedsgottesdienst setzte der Frauenorden der Borromäerinnen in Stadl-Paura Ende Jänner einen Schlussstrich unter sein Wirken. 160 Jahre prägten die Borromäerinnen das Leben in der Stadtgemeinde – sowohl sozial als auch in der Gesundheit und Bildung.

"Nach dem Tod von Schwester Oberin Albine Schiffbänker bestand der Ordenskonvent nur noch aus zwei geistlichen Schwestern. Das Mutterhaus der Borromäerinnen hat deshalb den Entschluss gefasst, sich aus Stadl-Paura zurückzuziehen", schildert Bürgermeister Christian Popp. Exakt 160 Jahre nach der Klostergründung verlassen mit den Schwestern Judith und Gabriele die Letzten des Ordens ihre Wirkungsstätte.

Die Ära der barmherzigen Schwestern vom Heiligen Karl Borromäus, so die genaue Bezeichnung, begann in Stadl-Paura 1864 mit dem Erwerb des Kapellerhofes. Die Schwestern bauten den Bauernhof zum Kloster aus und lebten zunächst von der Landwirtschaft.

Ab 1919 begannen sie mit der Pflege älterer Menschen. 1920 wurde eine Mädchenschule errichtet. Neben der Paurakirche und dem Pferdezentrum ist das Gebäude, benannt nach Jesus’ Geburtsort Nazareth, eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt. Heute befindet sich die Stadlinger Mittelschule in dem Objekt. Schon früh waren die Schwestern in der Behindertenbetreuung aktiv. In der 1911 eröffneten und im Volksmund als "Krüppelheim" benannten Anstalt wurden Mädchen und Knaben aufgenommen, die man damals noch als "bildungsfähig" betrachtete. Dort hatten die Kinder die Möglichkeit, entweder die "Hilfsschule für schwachbegabte Schützlinge" oder die "Schule für die normalen Anstaltskinder" zu besuchen.

Die Betreuung von Sonderschülern wurde nach einigen Jahren aufgegeben. Die Bildung blieb jedoch einer der Schwerpunkte der Schwestern. Aus Stadl-Paura und Umgebung durchliefen mehrere Generationen von Mädchen die Bürgerschule im Kloster Nazareth. Aus dieser wurde 2022 eine öffentliche Hauptschule, wo ab nun auch Buben vertreten waren.

Mit Beginn der Jahrtausendwende wurde die Altenbetreuung an die St.-Anna-Hilfe der Stiftung Liebenau übergeben. Die verbliebenen Ordensfrauen arbeiteten gemeinsam mit weltlichen Pflegekräften in dem neu errichteten Pflegeheim. Zuletzt engagierten sie sich in der Sterbebegleitung.

Beim Kochen streng getrennt

Bei einer Abschiedsfeier gab Bürgermeister Christian Popp eine Anekdote zum Besten. "Als 14-Jähriger ging ich im Stift Lambach in die Unterstufe. Wir Buben hatten damals schon Kochunterricht, der im Kloster Nazareth stattfand. Als wir dort ankamen, wurden wir jedesmal beim Eintreten von den Mädchen streng getrennt. Uns hat man zum Kochen in den Keller geschickt."

Schwester Judith, die 66 Jahre ihres Lebens in Stadl-Paura verbrachte, nahm von der Gemeinde einen Laptop in Empfang: "Diesen hat sie sich gewünscht, weil sie schon schlecht hört und mit uns sonst nicht mehr kommunizieren könnte", sagt Popp. Die an sie gesandten Abschiedsfotos habe die mit IT-Belangen nicht vertraute Ordensschwester am Computer bereits öffnen können, freut sich der Bürgermeister.

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Autor
Erik Famler
Lokalredakteur Wels
Erik Famler
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