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Sonderwidmung "Sternwarte" auf der Hohen Dirn

LOSENSTEIN, REICHRAMING. Hans-Heinrich Wenk besitzt nicht einmal ein Fernrohr. Der Hobby-Astronom baute lieber gleich ein Observatorium.

Sonderwidmung "Sternwarte" auf der Hohen Dirn

Die Kuppel sitzt auf dem Fundament. Jetzt beginnt Hans-Heinrich Wenk mit der Montage des selbstgebauten Teleskopes. Bild: feh

Mit seinem Vater, einem Baumeister aus Losenstein, der auf der Hohen Dirn ein Skigebiet und eine Wohnsiedlung gründete, war Hans-Heinrich Wenk oft auf dem Kogel hoch über dem Ennstal. Das Gefunkel am Nachthimmel über der Bergwelt faszinierte ihn schon als Schulbuben. "In der Klasse hatten wir einen, der aus einem Rasierspiegel ein Fernglas bauen konnte", erinnert sich der Bautechniker und Computerspezialist. Vom Eifer des Kameraden angesteckt, kaufte sich der Zwölfjährige Fachbücher und Bauanleitungen und bastelte seine eigenen Fernrohre, mit denen er dann bei jeder Gelegenheit auf der Hohen Dirn Sterne guckte.

"Vor ein paar Jahren holte ich wieder so ein Buch aus dem Regal und die alte Leidenschaft war wieder erwacht", erzählt der 55-jährige Diplomingenieur. "Ich habe kein Fernrohr mehr besessen, da habe ich mich entschlossen, mir gleich ein Observatorium zu bauen."

Wenk konstruierte seine Sternwarte mit 4,2 Meter Kuppeldurchmesser auf dem Computer, verschweißte selber in seiner Werkstätte die Metallrahmen und schliff die Optik. Auch die Getriebe, die das Teleskop in Stellung fahren, hat Wenk von eigener Hand gefertigt. Vor einer Woche wurde die Kuppel mit einem Lastwagenkran auf das Gebäude neben Wenks Berghaus auf der Hohen Dirn gehievt und verschraubt. Dann beginnt der Techniker mit der Montage: "Ich habe mir meine eigene Bauanleitung geschrieben, denn die vielen Komponenten kann man nicht alle im Kopf haben."

Versichert wird die private Sternwarte auf 200.000 Euro, die Materialkosten betragen den Gegenwert eines Mittelklassewagens. Die Arbeitszeit darf ohnehin kein Mensch einrechnen. "Ich habe ein Jahr lang jede freie Stunde an meinem Observatorium gearbeitet", sagt Wenk. Für den Kuppelbau, der wegen der Wärmeabstrahlung weiß gestrichen werden musste, bedurfte es auch einer eigenen Flächenwidmung des Reichraminger Gemeinderates auf "Sternwarte". Bürgermeister Reinhold Haslinger (SP) war bei der Genehmigung des Bauwerkes im Rahmen des Gesetzes sehr entgegenkommend. Auch Landeshauptmann Josef Pühringer förderte das Projekt des Hobby-Astronomen mit einem Landeszuschuss. Denn Wenk will seine Faszination für das Weltall, die Planeten und Galaxien auch mit anderen teilen: In der Sternwarte werden die Himmelsbeobachtungen für Gruppen auch auf einen großen Flat-screen gebeamt, weil nicht alle gleichzeitig durch das Okular blicken können. Eröffnen will Wenk seine Sternwarte im Herbst.

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Artikel Hannes Fehringer 21. Juli 2016 - 00:04 Uhr
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