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Klimawandel: "Alle Fichten im Wald werden sterben"

STEYR. Bauer Jürgen Hutsteiner sieht nur kranke Nadelbäume. "Wir müssen handeln", sagt er.

Jürgen Hutsteiner im elterlichen Fichtenwald: Bäume stehen im Hitzestress   Bild: Hannes Fehringer

"Aus heutiger Sicht hat er eine riesige Dummheit begangen", sagt Jürgen Hutsteiner. Als Bub ist der Landwirt aus Steyr neben seinem Vater im Wald gestanden, als dieser den Kahlschlag wieder mit Fichtensetzlingen aufforstete. Nach 30 Jahren ragen die Bäume, deren von der Möbelindustrie gefragtes Holz sich profitabel an die Sägen verkaufen lässt, hoch auf. Die Wipfel aber sind kahl, auf Angsttrieben baumeln noch grüne Zapfen. "Das ist das letzte Kapitel", sagt Hutsteiner, "die fortwährende Trockenheit und Erwärmung der vergangenen Jahre setzt den Bäumen zu, sie sind zu sehr geschwächt, wenn sie dann der Borkenkäfer befällt." Was der Käfer nicht schafft, das erledigt der nächste Orkan mit Windwürfen. Hutsteiner hat den Fichtenbestand in seinem Forst bereits abgehakt: "Es wird diese Baumart bald hier nicht mehr geben."

Klimaschutz vor eigener Türe

Nicht abfinden will der Gegner der von Stadt und Land geplanten und bereits trassierten Westspange mit der Gleichgültigkeit gegenüber dem Klimawandel: "Der Klimawandel ist fix, jetzt entscheiden wir alle, ob es zu einer Katastrophe kommt." Hutsteiner gehört einer Bürgergruppe "Klimafokus" an, die die örtlichen Politiker zu mehr Umweltschutz drängen will, aber auch vor der eigenen Haustüre kehren will. Hutsteiner, der einen Legehennenbetrieb hat, liefert die Eier in seinem Elektroauto aus. Den Strom dafür tankt er am eigenen Hof aus der großen Photovoltaikanlage auf dem Vierkanterdach. Die Runde trifft sich zum nächsten Stammtisch am 5. September um 18.30 Uhr im Gasthof Pöchhacker in der Sierninger Straße 122. Forderungen wie ein richtiges Radwegenetz in der Stadt, ein Konzept für mehr Solaranlagen, das nicht am Denkmalschutz scheitert, eine Verdichtung des Busnetzes in der Stadt werden dabei wieder als Forderungen auf der Flipchart stehen. Der Zirkel will vor allem mit eigenem Beispiel vorangehen: Rezepte werden ausgetauscht, damit weniger Fleisch auf dem Speiseplan steht.

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Artikel Hannes Fehringer 30. August 2018 - 00:04 Uhr
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