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Die blauen Dragoner, sie reiten

STRENGBERG. Spleen oder politische Ziele? Die Monarchisten eröffneten in Strengberg ein Regionalbüro.

Die blauen Dragoner, sie reiten

Verwunderte Blicke der Strengberger Blasmusikkapelle: Zwei "blaue Dragoner" marschierten als Militäreskorte zur Hauseröffnung ein. Bild: Josef Moser

Die ehemalige Volksschule, in der im Jahr 1555 der Mesner schon Kinder unterrichtet hat, war mit schwarz-gelben Fahnen mit dem Doppeladler beflaggt. Die Strengberger Blasmusikkapelle spielte die Kaiserhymne pflichtgemäß nach Noten. Dann wurde ein Laken über einer Marmortafel enthüllt: Die "Schwarz-Gelbe Allianz" eröffnete am Freitagabend in der Mostviertelgemeinde, in der einst die Postkutschen hielten und Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz Joseph schon nächtigten, das "Regionalbüro-Ost" der Monarchisten.

Ein wenig wirkte die Zeremonie wie die Kulisse für einen Sisi-Film. Als Militär stiefelten zwei ältere Herren im Kostüm von blauen Dragonern mit Reiterhelm am Kopf und Medaillengeklimper am Rock zu dem Haus. Dort residiert Ernst Lahnsteiner, Vorstandsmitglied der Monarchisten, inmitten Ölgemälden und Gipsbüsten von Kaiser Franz Joseph. Dem Strengberger Gemeindearzt ist das ganze Gepränge ernst: Ein Monarch, ein Habsburger, soll wieder die Geschicke des Landes lenken, nicht als absolutistischer Herrscher, sondern als Ersatz des Bundespräsidenten, der im Parteienstreit nicht über den Dingen stehe. Der Monarch soll dem Parlament auf die Sprünge helfen, namens der Nichtwähler einen Teil der Mandatare ernennen und Volksabstimmungen nach eigenem Gutdünken anordnen können. "Wir sehen, dass die derzeitigen Parteien nicht mehr in der Lage sind, unser Land voranzubringen und jene Reformen anzugehen, die notwendig sind", heißt es auf der Homepage der Monarchisten.

Die blauen Dragoner, sie reiten

 

Regionalbüro: Schwarz-Gelbe Fahnen und der Doppeladler in Strengberg

Bei der Pressekonferenz sagt Lahnsteiner, dass der Verfassungsschutz die "Schwarz-Gelbe Allianz" mehrmals geprüft habe und keine Beanstandung gefunden habe. An der Bundesverfassung schrammt der Verein aber mehrmals haarscharf entlang. Auch in der EU sollen die ehemaligen Kronländer Habsburgs letztendlich zu einem Bundesstaat verschmelzen. Der Vielvölkerstaat soll dann ein "großer Player wie Deutschland und Frankreich werden", meinte Lahnsteiner.

Bürgermeister Roland Dietl (VP) stieß auf ein Gläschen Kaiserwein an und war sichtlich froh, als der Pflichttermin sein Ende nahm: "Lahnsteiner ist einfach 150 Jahre zu spät zur Welt gekommen. Das alles passt doch nicht in unsere Zeit." Mit der Kaiserhymne hat die Blaskapelle den Schwarz-Gelben einen Gefallen getan. Für Lahnsteiner wäre die Zeit überreif, dass das "Gott behüte unseren Kaiser!" das "Land der Berge" ablöst.

 

Die schwarz-gelbe Allianz der Monarchisten

Die Monarchisten, die „Schwarz-Gelbe“ Allianz ist ein Verein mit 1000 Mitgliedern österreichweit. Die nächste Generalversammlung wird im nach unseren Begriffen „Ausland“ abgehalten: Zum Gedenktag an die Ermordung des Thronfolgers tagen die Kaisertreuen im Juni in Sarajevo.

 

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Artikel Hannes Fehringer und Josef Moser 27. Mai 2014 - 00:04 Uhr
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