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"Bier ist gesund, solange man es nicht säuft"

KREMSMÜNSTER. In Kremsmünster braut sich in Karlheinz Meidingers Haus etwas zusammen, das Bierkennern ausgezeichnet schmeckt.

Bierbrauer Karlheinz Meidinger

Karlheinz Meidinger   Bild: privat (enu)

Da hatte Karlheinz Meidinger in seiner Laufbahn schon vielfach Landes- und Staatsmeistertitel erlaufen, die hellste Freude hat der 63-Jährige aber mit Auszeichnungen bei den österreichischen Meisterschaften der Hausbrauer. "Der Staatsmeistertitel im Bierbrauen bedeutet mir mehr als in den Sportarten. Weil ich als Quereinsteiger gekommen bin."

Erst 2011 kam der mittlerweile pensionierte Biologie-Professor mit Schülern vom Stiftsgymnasium Kremsmünster für ein Maturaprojekt auf den Geschmack des Brauens. Halbe Sachen kennt er nicht (bis auf die Halbe beim Bier natürlich), darum absolvierte Meidinger 2012 die Ausbildung zum Biersommelier. Die Schaumkrone auf dem Bier waren heuer wieder drei Stockerlplätze bei den Staatsmeisterschaften.

Er braut, was er sich traut

"Das Bier", schickt Meidinger voraus, "ist nur für den Eigengebrauch, das darf ich nicht verkaufen." Die Biersteuer von 24 Euro pro Hektoliter will er dem Finanzminister nicht abliefern, es soll ein Hobby bleiben, wie seine Liebe zu Pilzen. Ein bis zwei Flaschen seines Hausbieres trinkt er jeden Tag selber. Wenn andere Menschen zu Besuchen Blumen, Schokolade oder eine Flasche Wein mitbringen, "komme ich halt mit einem Sixpack". Einen Bierbauch schiebt Meidinger nicht vor sich her. Der sportliche Ehrgeiz des 63-Jährigen ist stärker als jede Biersorte. Ein Mal pro Woche leitet er für den TuS Kremsmünster einen Lauftreff, "den größten Österreichs", wie er sagt. 80 bis 90 Leute laufen jeden Donnerstag gemeinsam.

"Bier ist gesund, solange man es nicht säuft"

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Dem Bierbrauen widmet sich Meidinger zweimal im Monat. "Meine Frau war anfangs skeptisch, dass das ganze Haus nach Bier stinkt." Mittlerweile sei seine Sonja anderer Meinung. Sieben Stunden steht Meidinger an der 25-Liter-Anlage, experimentiert, fügt Zirben hinzu, bald auch Eierschwammerl, rührt mit dem Bierpaddel den Sud. Sieben Stunden Arbeit fließen in zwei Kisten Bier. 500 Liter braut er auf das Jahr hochgerechnet. Nach dem Staatsmeistertitel im Vorjahr kamen erste Anfragen von Abnehmern. Aber nein: Er behält das Brauen im kleinen Stil bei.

Bierkultur im Wirtshaus-Wandel

Den Wandel in der Bierkultur nimmt Meidinger wohlwollend wahr. "Früher ist an den Stammtischen Bier regelrecht gesoffen worden", sagt er. Die Kultur sei gepflegter, seit es sogar eigene Karten für Biere gibt. Die kleinen Brauer seien für die Großen eine richtige Herausforderung. "Speziell in Oberösterreich haben wir extrem gute Biere. Auch Großbrauereien versuchen nun, hochwertigste Grundstoffe zu verwenden." Meidinger hält es mit Klosterschwester Doris Engelhardt, wie er sagt: "Bier ist gesund, solange man es nicht säuft."

Die häusliche Braukunst

Bei den Staatsmeisterschaften der Hausbrauer stellte sich Karlheinz Meidinger vor einem Monat mit drei Bieren seiner Marke Kremstal-Bräu auf das Stockerl. 101 Hobbybrauer reichten 358 Biere in zehn Kategorien ein. Das „Hopfen Bock“ wurde unter „Bockbiere untergärig“ Zweiter. Eine geheime Zutat: Zirben. Dritte Ränge gab es für seinen „Benediktiner Bock“ und das „Amarillo Bier“. Meidinger: „Mir ist es nicht zu blöd, mir vom Löwenbräu aus Passau die Hefe zu holen.“ Nächstes Jahr schwebt dem Pilzexperten ein Eierschwammerlbier vor. Sein jüngstes Märzen: Kiliani Hell, getauft nach seinem Enkelkind Kilian.

 

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Artikel Marlies Czerny 02. Dezember 2014 - 00:04 Uhr
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