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Salzkammergut

Kritik an Wildwuchs bei Widmungen am Attersee

14. Oktober 2020 00:04 Uhr

Kritik an Wildwuchs bei Widmungen am Attersee
Landschaftsarchitektin Lackner

ATTERSEE. Sachverständige für Landschaftsschutz ortet "chronisches Versagen" bei den zuständigen Behörden.

Einen Wildwuchs bei Widmungen und Bebauungen rund um den Attersee ortet die Linzer Landschaftsarchitektin Olga Lackner. "Hat sich die oö. Raumordnung komplett zugunsten privater Interessen aufgegeben?", fragt sie empört. Sie begreife nicht, wieso Tun und Ankündigungen ständig auseinanderklaffen.

Anlass für die Kritik der Sachverständigen für Landschaftsschutz ist ein Umwidmungsverfahren für ein Projekt in der Ortschaft Oberbach in der Gemeinde Attersee. 51 Wohnungen samt Tiefgarage, verteilt auf drei Wohnblöcke mit 100 Stellplätzen sind geplant. 8000 Quadratmeter "wertvollste Natur" (feuchte Wiesen und Quellsumpfgebiet) sollen dem Baugebiet weichen. "Auch wenn es sich um einen geförderten Wohnbau handelt, so sind ökologische Faktoren im öffentlichen Interesse und damit auch ausreichend zu berücksichtigen", betont Lackner. "Im Fall des Quellsumpfgebietes in Oberbach kann es aus fachlicher Sicht keinesfalls zu einer Umwidmung kommen", ist die Landschaftsarchitektin überzeugt.

"Chronisches Versagen"

Lackner ist enttäuscht über "das chronische Versagen" der örtlichen und überörtlichen Behörden. Sie führt das darauf zurück, dass es keinen Masterplan für Baulandentwicklungen gebe. Sie vermisst zudem eine Grundlagenforschung zu Natur- und Landschaftswertigkeiten. Nicht zuletzt ortet die Expertin eine enorme Befangenheit der Bürgermeister als erste Bauinstanz, die gleichzeitig Vertreter der Bürgerinteressen sein sollen.

Olga Lackner weist noch auf das Problem tausender, meist leer stehender Zweitwohnsitze hin. Diese kosten den Gemeinden ein Vermögen. "Aus meiner Tätigkeit im Rahmen zahlreicher Gutachten rund um den Attersee weiß ich, dass praktisch alle Gemeinden viel zu viele Zweitwohnsitze haben. Viele der Häuser, Wohnungen und Appartements werden keine zwei Monate im Jahr bewohnt. Den Rest des Jahres stehen sie leer. Das befördert auch das Aussterben der Ortskerne und des Gemeinschaftslebens."

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