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Salzkammergut

Tourist nahm falschen Steig und stürzte 60 Meter ab

Von OÖN   25. August 2018 22:14 Uhr

Tourist nahm falschen Steig und stürzte 60 Meter ab
Der deutsche Urlauber kam knapp über einem 150 Meter tiefen Abgrund zum Liegen.

VÖCKLABRUCK. Weil seine Frau den genauen Unfallort nicht angeben konnte, musste ein abgestürzter Bergsteiger vier Stunden lang auf die Rettungskräfte warten.

In einer dramatischen Hubschrauber-Rettungsaktion wurde am Samstagnachmittag ein schwer verletzter deutscher Urlauber aus einer Steilwand im Toten Gebirge geborgen. Er war am Sepp-Huber-Steig in Richtung Almsee abgestiegen und 60 Meter abgestürzt.

Bernd K. (62) wollte gemeinsam mit seiner Ehefrau Petra K. (64) das Tote Gebirge überqueren. Das Paar aus Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) war am Freitag von Gössl (Bezirk Liezen) zur Pühringerhütte aufgestiegen. Am Samstag sollte es zum Priel-Schutzhaus weitergehen.

Falschen Weg genommen

Doch die beiden verstiegen sich. Sie gerieten versehentlich auf den Sepp-Huber-Steig, der vom Hochplateau nach Grünau ins Tal führt. In einer mit Drahtseil gesicherten Passage auf rund 1000 Meter Seehöhe rutschte der 62-Jährige schließlich aus und stürzte in einer steilen Rinne 60 Meter ab. Dabei hatte er noch Glück: Er blieb auf einem Vorsprung knapp über einem 150 Meter tiefen Abgrund liegen.

Die Ehefrau des Deutschen schlug über den Euro-Notruf 112 Alarm. Die Telefonverbindung war jedoch schlecht. Zudem glaubte sie immer noch, auf dem Weg zum Priel-Schutzhaus zu sein. Deshalb wurden zunächst die Bergrettung in Vorderstoder und Hinterstoder sowie der Rettungshubschrauber Martin 3 alarmiert. Doch weil die Suche nach dem Paar ergebnislos blieb, machten sich auch noch die Bergrettung Grünau sowie der Polizeihubschrauber Libelle auf den Weg. Die fliegenden Polizisten fanden das hilflose Ehepaar am Nachmittag schließlich hoch über dem Almsee.

Die ersten Hilfskräfte, die eintrafen, waren Mitglieder der Bergrettung Grünau. „Wir mussten uns zum Verletzten abseilen“, sagt Ortsstellenleiter Martin Trautwein. „Als wir den Mann liegen sahen, befürchteten wir schon das Schlimmste, weil er überall Verletzungen hatte. Aber er hatte noch Glück. Wäre er nicht auf diesem Vorsprung zu liegen gekommen, hätte er den weiteren Absturz sicher nicht überlebt.“

Während der Schwerverletzte, der sich unter anderem den Oberschenkel gebrochen hatte, vom Notarzt erstversorgt wurde, transportierte der Rettungshubschrauber dessen geschockte Ehefrau ins Tal. Danach wurde Bernd K. zum Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck geflogen. (ebra)

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