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Oberösterreich

Nur im Miteinander können wir alles schaffen

Von Clemens Thaler  22. Juni 2022 00:04 Uhr

Nur im Miteinander können wir alles schaffen
Gemeinsam stark: In den Deutschförderklassen der Linzer Löwenfeldschule lernen Kinder miteinander Deutsch, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen.

In der OÖN-Serie "Miteinander" haben wir das Gemeinsame vor das Trennende gestellt und Beispiele gezeigt, wie guter Zusammenhalt funktioniert.

Egal ob beim FC Nationalrat, wo die Politiker ihre Parteizugehörigkeit ablegen und gemeinsam ein Team stellen, bei der unkomplizierten Nachbarschaftshilfe oder jener für ukrainische Flüchtlinge oder auch in der Linzer Löwenfeldschule, wo in einer Klasse Schüler aus zehn Nationen miteinander lernen – gemeinsam kann man mehr bewegen. Die Corona-Pandemie hat uns auch gezeigt, wie wichtig guter Zusammenhalt für eine funktionierende Gesellschaft ist.

In unserer großen OÖN-Serie "Miteinander" haben wir deshalb das Gemeinsame vor das Trennende gestellt und unterschiedliche Beispiele gezeigt, wie ein erfolgreiches Zusammenleben im Alltag funktionieren kann. Besonders viele Reaktionen unserer Leser haben wir etwa für die Geschichte über den aus der Ukraine geflüchteten Judo-Trainer Victor Melenevskiy bekommen, der jetzt im Welser Budokan Kindern und Jugendlichen die Sportart beibringt.

Goldhauben und Feuerwehr

Soziologe Uli Meyer hat im Interview erklärt, warum es in Oberösterreich so viele ehrenamtliche Helfer gibt und Freiwilligkeit bei uns so großgeschrieben wird. "Das, was den ländlichen Raum besonders macht, ist eben, dass es noch mal eine ganz spezifische Art des sozialen Zusammenhalts gibt in den Gemeinden. Und das läuft ganz viel oder viel stärker als in den Städten über Vereine und andere Zusammenkünfte – also von Feuerwehr über Kirchengemeinde bis zu Sportverein, Goldhauben und was es in Oberösterreich eben so alles gibt. Das ist im Salzkammergut anders als in Linz."

Friedens- und Konfliktforscher Maximilian Lakitsch hat uns Wege aufgezeigt, wie ein friedvolles Miteinander funktioniert – Ernstnehmen von Bedenken – und warum es eine Polarisierung, aber keine Spaltung der Gesellschaft gibt und welche Rolle dabei das Coronavirus gespielt hat. Lakitsch: "Ich sehe keine Spaltung, sondern eine nachvollziehbare Irritation, die auch auf Fehler der Politik zurückzuführen ist. Ich glaube, dass der ökonomische Faktor eine viel größere Rolle spielt. Und es gibt Leute in unserer Gesellschaft, auf die die Politik nicht wirklich eingegangen ist oder nur sehr unbefriedigend. Das ist das eigentliche Problem. So wie das Virus sind dann auch gesellschaftlich radikalere Elemente über uns hereingebrochen."

Miteinander können wir es also schaffen – das gilt auch für die Klimakrise. Spannende Einblicke haben uns auch die Ordensfrauen der Elisabethinen gewährt. 33 Frauen leben, arbeiten und beten gemeinsam. "Das Miteinander ist für uns ganz wichtig. Wir glauben an Gott und vertrauen ihm. Das hilft uns gegen Ängste und Sorgen. Denn unser Leben ist auf der Hoffnung aufgebaut, dass alles gut wird", sagt Schwester Luzia.

Hilfe für ukrainische Flüchtlinge

Im Offenen Kulturhaus Vöcklabruck versuchen Jolanda de Wit und Kollegen ein Zentrum zur Beteiligung an einem lebenswerten Miteinander zu schaffen, während im Linzer Verein "Point of Ukraine" Ukrainer, die schon lange in Österreich leben, gemeinsam mit ihren geflüchteten Landsleuten eine neue Gemeinschaft aufbauen wollen, die beiden Seiten Halt gibt. Das alles sind schöne Beispiele, wie man etwas für ein Miteinander tun kann – und nach zwei Jahren Pandemie das Verbindende wieder vor das Trennende stellt. "Es ist höchst an der Zeit, die entstandenen Brüche zu heilen und bei aller Schwere des Alltags die Leichtigkeit des Seins wiederzuentdecken", schrieb OÖN-Chefredakteurin Susanne Dickstein zum Serienauftakt in ihrem Leitartikel – und der Satz gilt auch als Motto für die Zukunft. Denn fest steht, dass wir nur miteinander die großen Herausforderungen und Umbrüche der Gesellschaft bewältigen können.

Artikel von

Clemens Thaler

Redaktionsmanager, stv. Chef vom Dienst

Clemens Thaler

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