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Sein Wirken prägte Haibach im Mühlkreis

Von Bert Brandstetter  12. Dezember 2020 00:04 Uhr

Josef Mayr
Josef Mayr

"Der Kaiser ist 1918 gegangen, der Mayr ist 1919 gekommen." Treffend begann Alt-Landeshauptmann Josef Pühringer im Vorjahr seine Rede zur Feier des Hunderters von Josef Mayr, Altbürgermeister und Ehrenbürger von Haibach/Mühlkreis.

Der Jubilar war damals noch rüstig und fit genug, sich über all die Gratulationen zu freuen. 36 Jahre lang widmete er sich der örtlichen Politik, je zwölf Jahre war er Gemeinderat, Vizebürgermeister und schließlich Bürgermeister.

Sich öffentlich zu engagieren, ging auf seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg zurück. In den Schützengräben in Russland um sein Leben bangend, schwor er, sich öffentlich zu betätigen, sollte er lebend zurückkommen. 80 Seiten umfasst das Tagebuch, das er über das Kriegsgeschehen, wohl als Dokumentation wider das Vergessen, verfasst hat.

Mayr überlebte den Krieg, übernahm daheim die Landwirtschaft, gründete mit seiner Frau Auguste eine Familie, bekam mit ihr vier Söhne und machte 1949 sein Versprechen aus dem Schützengraben wahr: Er ließ sich in den Gemeinderat wählen. In den folgenden dreieinhalb Jahrzehnten wurde Mayr zum Gesicht seiner Gemeinde.

Mayr war Obmann wichtiger örtlicher Vereine und Organisationen wie des Kameradschaftsbunds oder des Musikvereins. Musik war ihm zeitlebens ein Anliegen. Auf eine Feldpostkarte aus dem Jahr 1941 schrieb der damals 23-jährige Frontsoldat Josef Mayr an seinen zehnjährigen Nachbarn Toni Karl: "Lernt fleißig das Musizieren, damit wir eine Musik haben, wenn wir vom Krieg zurückkommen!"

Mitglied war Mayr auch bei der Feuerwehr und in der Bauernschaft, später beim Seniorenbund und bei Raiffeisen. Als durchgehendes Anliegen Mayrs wird sein Einsatz für soziale Belange und sein Kümmern um einsame Menschen erwähnt.

Es gab aber auch ein ganz besonderes Hobby vom "Höller auf der Brandstatt", wie sein Hof genannt wird. Mayr verstand sich auf das Errichten von Steinbloßmauern, weil er als Bauer auch als Steinmetz Erfahrung gesammelt hatte. In einer ORF-Dokumentation, die er nun nicht mehr selber sehen kann, weil sie erst im Jänner ausgestrahlt wird, war er als Erzähler über dieses Handwerk sehr gefragt.

Weit vor der Zeit verlor Mayr 2004 seine Frau Auguste und 2013 Sohn Herbert. Mit der ihm eigenen Zähigkeit überwand er diese Schicksalsschläge. Die Übersiedelung in das Seniorenheim Hellmonsödt machte ihm wenig aus. Dort pflegte er weiter seine sozialen Kontakte, sein Fortbewegungsmittel wurde der Rollator. "Er war ein Ehrenmann durch und durch bis ins hohe Alter", sagt der jetzige Bürgermeister Josef Reingruber über den Nachfolger seines Großvaters in dieser Funktion. In den letzten Wochen verließen Mayr seine Kräfte, das Coronavirus machte seinem Leben schließlich ein Ende.

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Bert Brandstetter

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