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Pensionistenverband: "Ausflüge sind für einige Mitglieder nicht mehr leistbar"

Von Bernhard Leitner, 22. Mai 2024, 13:38 Uhr
Armut - Illustration
Vor allem bei Frauen schlägt die Altersarmut zu. Bild: FOTO: APA/Gentsch

FREISTADT. Der Pensionistenverband des Bezirks ist ob der steigenden Armut unter seinen Mitgliedern alarmiert

Bei Ausflügen und Freizeitaktivitäten achtet der Pensionistenverband Freistadt seit jeher darauf, dass diese für alle seine Mitglieder leistbar sind. Dennoch hat sich in den vergangenen zwei Jahren der Eindruck verfestigt, dass einige Stammgäste von früher nun kaum noch an gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen. "Speziell aufgefallen ist mir das bei der Muttertagfeier. Da gab es ein Gratis-Essen und es waren einige wieder mit dabei, die ich schon länger nicht mehr in unserer Mitte angetroffen habe", sagt der Freistädter Hans Leitner.

Immer öfter würden sich ältere Menschen aus der Öffentlichkeit zurückziehen, sagt Pensionistenverband-Bezirksvorsitzender Hans Affenzeller: "Wenn man finanziell gerade noch so über die Runden kommt, wird es bei der Freizeitgestaltung schwierig. Mir fällt seit einiger Zeit auf, dass sich Menschen nicht mehr für unsere Ausflüge mit anschließendem Essen anmelden, weil sie sich das nicht mehr leisten können."

Frauen trifft es besonders hart

Diese Beobachtung hat den Bezirksvorstand veranlasst, einen genaueren Blick auf die Einkommenssituation älterer Menschen im Bezirk zu werfen. Affenzellers Fazit ist eindeutig: "Obwohl die Erhöhung der Pensionen im vergangenen Herbst recht ordentlich war, ist die Lage von Menschen mit einer Mindestpension oder darunter extrem kritisch." Etwa 15.000 Menschen im Bezirk Freistadt beziehen derzeit eine Pension. Diese liegt im Durschnitt bei Männern um die 2300 Euro brutto monatlich. Frauen aber erhalten nur etwa die Hälfte: 1180 Euro.

Vier von zehn Frauen im Bezirk Freistadt müssen sich sogar mit einer Pension von maximal 1000 Euro begnügen. Sie erhalten eine Ausgleichszulage in Höhe von etwa 325 Euro. Zum Vergleich: Die Lebenshaltungskosten für einen Ein-Personen-Haushalt in Österreich lagen im Jahr 2023 laut Statistik Austria bei 1501 Euro. "Die geringen Frauenpensionen sind eine Folge der in unserem Bezirk besonders hohen Teilzeitquote. Außerdem gab es in Freistadt über die Jahre ein signifikant geringeres Einkommen im Vergleich zum Zentralraum", sagt Affenzeller. Ausgaben wie die Erneuerung einer kaputten Waschmaschine oder die Anschaffung eines Hörgerätes würden so zum Luxus. Daher fordert Affenzeller eine Anhebung der Ausgleichszulagen-Pensionen auf zumindest 1501 Euro.

Dass Altersarmut bei Frauen häufiger vorkommt als bei Männern, bestätigt auch Elisabeth Leitner, Obfrau des Vereins "Sozialmarkt Arcade": "Mindestpensionistinnen sind eine große Gruppe unserer Einkaufsberechtigten." Die Dunkelziffer sei sogar noch höher: Aus Scham würden nicht wenige Frauen davor zurückschrecken, im Sozialmarkt einzukaufen.

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Autor
Bernhard Leitner
Lokalredakteur Mühlviertel
Bernhard Leitner
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6  Kommentare
6  Kommentare
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teja (5.942 Kommentare)
am 24.05.2024 17:33

Ich kann nicht klagen, eine hohe Beamtenpension, der 2. hat 46,5 Jahre eingezahlt mit einer Pension aus Deutschland und einer Firmenpension zusätzlich geht es uns gut. Jeder kann schon 20 Jahre vor Pensionantritt ungefähr sich seine Pension ausrechnen.

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Elpi (1 Kommentare)
am 23.05.2024 07:13

Als 4 fache Mutter stimme ich zu, dass wir unseren Beitrag im Leben für die Allgemeinheit geleistet haben und dass unsere Pension auf mindestens. 1.500,00 Euro aufgestockt wird.
Da mir meine Kinder und Familie immer wichtig waren und dadurch auf mein Lebenseinkommmen verzichtet habe, bekomme ich zwar Jahre, aber keine Höhe der Pension zusammen.
Alleine lebend bekomme ich dzt. 1.000,- und ca. 125,- Ausgleichszulage.

Anregung, es sollten auch Väter gesetzlich zur Verantwortung gezogen werden und einen Teil der Pension abgeben müssen, dann bräuchten wir FRAUEN nicht betteln gehen.

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detti (1.870 Kommentare)
am 22.05.2024 18:16

Bei den gratis Essen wurden seit jeher immer fast alle gesehen. Wie wäre es mit der Solidarität unter den Pensionisten. Der SUV fahrende Dauerwellnesser könnte doch seine armen Kollegen aus der Kohorte einladen auf eine Spritztour.

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fai1 (6.068 Kommentare)
am 22.05.2024 20:25

dass sich ein Rentner einen SUV und Dauerwellnessen leisten kann - muss man auch eine entsprechende Pension beziehen. Da muss man auch entsprechende Beträge lang einbezahlt haben.
Der Neid ist schon was schiach's

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detti (1.870 Kommentare)
am 22.05.2024 20:36

@ Fai: Glück ist das einzige, dass sich verdoppelt, wenn man es teilt. Viele der Höchstpensionisten hatten das Glück als Beamter oder in staatsnahen Betrieben durch Vitamin B arbeiten zu können.

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Gelesen (744 Kommentare)
am 22.05.2024 16:24

Wer seinem Geld nicht Feind ist, überlegt sich essen zu gehen.

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