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Mühlviertel

Musikalische Wetterkapriolen und allerlei Getier in Noten

Von Von Karlheinz Sandner   02. Februar 2018

Dirigent Eduard Matscheko führte das Orchester durch das Programm. (Pramhofer)

FREISTADT. Konzert der Jungen Philharmonie Freistadt entlockte Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ ein Kaleidoskop der Gefühle

Es kann sich lohnen, Verstärkung in Anspruch zu nehmen, wenn es der Motivation, dem Lernen und dem Selbstwertgefühl dient. Ein gelungenes Beispiel dafür war das Gemeinschaftskonzert der Jungen Philharmonie Freistadt mit der Landesmusikschule, aufgeführt am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche im Salzhof.

Das Programm mit altbekannten und doch immer wieder mitreißenden Werken war der Aufführungszeit angepasst: Fasching, Erwachen der Natur, verbunden mit Wetterkapriolen. Dafür hatte man mit Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ Anspruchsvolles zu bieten, worin nicht Handlungen beschrieben, sondern Empfindungen musikalisch zu meistern waren. Zumal der Komponist als Vorreiter des Solokonzertes gilt. Beidem war das Orchester gewachsen. Zum einen mit dem virtuos spielenden Violinsolisten Dominik Denkmayr, der zeigte, dass sein musikalischer Weg steil nach oben weist. Großartig auch das Orchester, dem es bestens gelang, die Naturphänomene Gewitter, Sturm, Regen und Rauschen der Blätter musikalisch nachzuempfinden. Gefühlvoll begleitete Veronika Lehner auf dem Cembalo die Tonmalerei. Mit Eduard Matscheko stand ein Dirigent am Pult, der ohne große Gesten durch sein fröhliches, mitreißendes Dirigat beeindruckte. Zwischen den Sätzen, auf das nächste musikalische Erlebnis einstimmend, trug Hans Knapp beherzt Sonetten vor.

Nach der Pause wurden die Zuhörer mit Mozarts „Serenata notturna“, für die Karnevalsfeiern in Salzburg geschrieben, in Abendmusik-Stimmung versetzt. Dabei war im anfänglichen Menuett das Spiel des Soloquartetts mit Simon Altkind, Annika Bauer (beide Violine), Johanna Melzer (Viola) und Sabine Klopf (Kontrabass) ein besonderer Hörgenuss. Als letzten Höhepunkt des Abends hatte das Orchester den „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns (1825– 1921) aus dem Archiv geholt. Es thematisiert die Vielfalt der Tierwelt, deren Geräusche und Rufe von verschiedensten Instrumenten imitiert werden. Einfühlsam gelang dies auch den Solisten Hubert Kalupa (Kontrabass/Elefant), Manuel Pirklbauer (Klarinette/Kuckuck), Karin Lassnig (Flöte/Vogelhaus), Lena Haas (Xylophon/Fossilien) und Stephan Punderlitschek (Cello), der den Schwan majestätisch durch den Saal gleiten ließ. Virtuos begleiteten Veronika Lehner und Christian Horner das „Getier in Noten“ an zwei Klavieren. Wieder führte Hans Knapp verbal durch diese große zoologische Fantasie-Karnevalsveranstaltung.

Als all das Getier wieder „hüpfend und tirilierend hinter Bäumen und Bergen entschwunden war“, wurde dem Orchester mit frenetischem Applaus für den kostbaren Musikgenuss gedankt.

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