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Linz

Wo sollen die Linzer „dwellos“ stehen?

Von nachrichten,at/jp   01. Juli 2022 14:08 Uhr

Anna Weberberger, Elke Pflug und Arndt Traindl beim „dwello“-Sitztest

LINZ. Bis 20. Juli können die Bürger abstimmen, wo die wellenförmigen Sitzmöbel aufgestellt werden sollen. 

Am Hauptplatz kann auf den ersten „dwellos“ bereits Probe gesessen werden. 30 bis 40 Stück der wellenförmigen Sitzmöbel sollen bis Spätsommer in Linz aufgestellt werden, die Farben werden variieren. Wo genau, da dürfen die Bürger mitreden. Bis 20. Juli können Interessierte darüber abstimmen, wo die wellenförmigen Sitzmöbel aufgestellt werden sollen - möglich ist das Voten direkt am „Entertainer“-Container am Hauptlatz oder über die Homepage des Innovationshauptplatzes. Elf Standorte stehen zur Verfügung, darunter der Pfarrplatz, der Martin-Luther-Platz und die Promenade. Geplant ist, immer mehrere „dwellos“ auf einem Standort zu platzieren. 

Zurück gehen die „dwellos“ auf einen Wettbewerb der Stadt Linz mit der Kunstuniversität im Vorjahr. Das Sitzmöbelprojekt von Studentin Anna Weberberger war einer der drei Vorschläge, die sich damals durchsetzen konnten.  Umgesetzt wird das Vorhaben nun vom Linzer Innovations-Hauptplatz und der City Management Linz (CML). Produziert werden die „dwellos“ von der Firma 3D Betondruck Solutions. Wie Bürgermeister Klaus Luger (SP) ist Elke Pflug, CML-Geschäftsführerin, davon überzeugt, dass mit den Sitzmöbeln die Aufenthaltsqualität und die Verweildauer in der Stadt gesteigert werden kann. „Linz braucht solche Bereiche der Entschleunigung für alle Altersgruppen in einem konsumfreien Kontext“, sagt Pflug. Geplant ist 30 bis 40 „dwellos“ bis Spätsommer aufzustellen, das Investitionsvolumen liegt bei rund 70.000 Euro. 

"Klimaschonende" Produktion

Bei Anna Weberberger ist die Freude groß, dass ihr Projekt nun wirklich in Umsetzung geht: „Ich habe schon viel positives Feedback bekommen, gerade was die Bequemlichkeit angeht. Das war mir neben der formalen Sprache sehr wichtig.“ Sie hofft, dass die „dwellos“ gut angenommen werden: „Ein Sitzplatz alleine macht noch keinen Stadtplatz, dazu braucht es die Menschen, die ihn auch nutzen.“ Weberberger hebt auch die vielseitige Nutzbarkeit, sprich die unterschiedlichen Anordnungsformen der wellenförmigen Möbel hervor. 

Für Bürgermeister Luger sind die „dwellos“ ein gutes Beispiel für „klimaschonende und innovative Funktions-Kunst“. Durch die spezielle Fertigungstechnik können bis zu 80 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden, sagt  Arndt Traindl, Geschäftsführer des Unternehmens 3D Betondruck Solutions. „Wir freuen uns, dass wir als oberösterreichisches Unternehmen so tolle Objekte in der Landeshauptstadt aufstellen dürfen.“ Die aus Beton gedruckten "dwellos" sind witterungsresistente Hohlraumkörper, ihre Lebensdauer ist auf rund 30 Jahre angelegt. Ein „dwello“ ist etwa 1,4 Meter lang, 60 Zentimeter breit, 85 Zentimeter hoch, wiegt rund 300 Kilogramm und verfügt über einen eigenen Ablauf für Regenwasser. Die Möbel seien durch ihre Ausführung auch "vandalensicher", so Traindl.

"Wichtige Aufwertung"

Die Grünen, die sich schon lange für mehr Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum stark machen, begrüßen, dass das "dwello"-Projekt jetzt in Umsetzung kommt. „Zusätzliche Sitzgelegenheiten sind eine wichtige Aufwertung des öffentlichen Raumes und leisten einen Beitrag, damit die Stadt noch mehr zum Wohnzimmer der Bürger wird“, sagt der Grüne Jugendsprecher Tomislav Pilipović.  Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass von dem ursprünglichen Plan, die Möbel aus recyceltem Kunststoff zu produzieren, abgewichen wurde. Durch das jetzige Gewicht der Möbel, werde es unmöglich die Sitzmöbel einfach zu transportieren und flexibel einzusetzen.

Den "dwellos" nachfolgen soll übrigens das zweite Siegerprojekt - die "Linz Letters" als Fototreffpunkt. Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch. Hier gebe es noch Abstimmungs- und Weiterentwicklungsbedarf, so der Tenor von Luger und Pflug. Das dritte Projekt - die Wassernebeluhr - ist hingegen vom Tisch. Hier habe es medizinische Bedenken mit Blick auf Bakterien geben, sagt Luger.

 

 

 

 

 

 

 

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