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Bier-Schnitzeljagd in Linz: Wenn ein fruchtiges Bier auch Schärfe hat

Von Reinhold Gruber, 21. Juni 2024, 06:23 Uhr
Colakraut im Bier bringt spritzige und erfrischende Note
Braumeister Martin Simion (l.) mit einem Teil der FH-Studierenden, die zwei eigene Biersorten gebraut haben

LINZ. Studierende der FH Wels präsentieren bei der Bier-Schnitzeljagd in Linz eigene Kreationen.

Es ist eine Premiere, die am Samstag, 22. Juni, in Linz gefeiert wird. Die erste Bier-Schnitzeljagd lädt von 10 bis 19 Uhr alle Interessierten ein, Juror zu sein und an zehn festgelegten Stationen im Stadtzentrum und in der Tabakfabrik Biersorten zu verkosten und zu bewerten.

An einer Station werden die Juroren Studierende der FH für Lebensmitteltechnologie Wels treffen, die zu einem besonderen Gaumentest einladen. Die zwei Biersorten, die in der Tabakfabrik ausgeschenkt werden, gibt es nämlich regulär nicht. Sie wurden eigens entwickelt und heuer im April in der Linzer Brauerei gebraut.

Mango, Passionsfrucht und Chili bzw. Cola-Kraut: Diese Mischungen sind keine, die ein Bierbrauer sofort im Kopf hätte, wenn es um eine neue Geschmacksrichtung für das beliebte Hopfengetränk geht. Auf solche Gedanken überhaupt gebracht zu werden, bewertet Martin Simion allein schon als "ziemlich cool". Dabei ist der Braumeister der Linzer Brauerei durchaus einer, der über Gewohntes hinausdenkt, wenn es um Bier geht.

Mehr Augenmerk auf Zutaten

Lisa Höllinger aus St. Florian hat sogar ihre Bachelorarbeit dem Prozess gewidmet, der zu den zwei Biersorten geführt hat, auf die sich das vorwiegend aus Damen bestehende Team letztlich geeinigt hat. Neun Ideen standen zur Debatte, darunter auch Cocktails und Near-Water-Getränke. Letzteres zeige, wie sich Gewohnheiten und Trends ändern können. Man merke, dass die Menschen generell sensibler würden, was Alkohol betrifft, weiß Simion. "Wir machen uns natürlich Gedanken darüber, wie der Biermarkt in zehn oder 20 Jahren aussehen wird, sicher nicht genauso wie jetzt."

Höllinger und ihre vorwiegend weiblichen Studienkollegen nähren diesen Eindruck. Eine kleine Umfrage vor der Ideenfindung für die neuen Bierrezepte hat gezeigt, dass die jüngere Generation schon auch gerne Bier trinkt, aber die Zutaten neben dem Alkoholgehalt eine stärkere Rolle spielen. Bio, gesund, wenig Zucker – daran denken die Jüngeren mehr. "Es soll schmecken und cool sein", sagt Höllinger.

Diese Voraussetzungen fanden die FH-Studenten in dem fruchtigen, mit einem Kick Schärfe versehenen Mango-Passionsfrucht-Chili-Bier ebenso erfüllt wie im Bier mit Cola-Kraut, wie die Eberraute hierzulande auch genannt wird, das "erfrischend und spritzig" sein soll. Ob diese Vorgaben erfüllt wurden, wird sich bei der Bier-Schnitzeljagd durch Linz zeigen. Jeweils 25 Liter hat das junge Team gemeinsam mit Braumeister Simion und seinen Helfern produziert.

Starker weiblicher Anteil

Lebensmitteltechnologie ist ein Studium, das in Wels zu drei Viertel von Frauen absolviert wird, wie FH-Professorin Katrin Mathmann sagt. Dass das Bild vom Bier möglicherweise durch den starken weiblichen Anteil anders aussieht, als wenn Männer neue Rezepte überlegt hätten, ist wahrscheinlich. Aber für Höllinger ist gerade das spannend. "Ich glaube, dass sich Frauen oft von dem, was es am Markt gibt, nicht so angesprochen fühlen. Es ist ein Männerthema, weshalb es spannend ist, auf welche Ideen Mädels kommen würden, wenn man ihnen die Chance gibt."

Für Simion gibt es auch einen Lerneffekt: "Wir könnten das Projekt mit einer anderen Gruppe auch noch machen, und es wäre spannend zu sehen, welche Biersorten dabei herauskommen würden." Denn jetzt hätten die "Bier-Erfinder" eine hohe Affinität zu Lebensmitteln, Ernährung und Gesundheit gehabt, würden somit nicht repräsentativ für Frauen generell sein. "Diese Gruppe ist ziemlich cool."

"Interessante Verkostungen"

Die Kooperation zwischen der Linzer Brauerei und der FH Lebensmitteltechnologie besteht schon länger. In den vergangenen drei Jahren waren es Verkostungen von Jahrgangsbieren, die teilweise sehr ausgefallen und interessant waren, mit denen sich Simion und Mathmann bzw. ihre Studenten auseinandergesetzt haben

Was haben die beiden Seiten, der Anwender und die Ausbildnerin von diesem Projekt mitgenommen? Für Simion war der Prozess neu und auch technisch war er gefordert. "Wir musste uns Gedanken machen, wie wir diese Bierideen auf die Straße bringen, angefangen von der Rohstoffsuche."

Für Mathmann ist das Spannende an solchen Projekten die Fragestellung der Industrie. Gleichzeitig ist es aber auch das Ausprobieren, von dem man nachher sagen kann, ob es funktionieren kann oder nicht. 

Alle Infos zur Bier-Schnitzeljagd in Linz unter www.beertasting.com

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Autor
Reinhold Gruber
Lokalredakteur Linz
Reinhold Gruber

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spoe (14.432 Kommentare)
am 21.06.2024 07:09

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