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Thomas Brezina ist dankbar für sein Leben

Von Reinhold Gruber, 14. April 2024, 19:11 Uhr
"Ich bin dankbar für mein Leben"
Thomas Brezina ist zufrieden mit sich und seinem Leben. Darüber redet er jetzt auch auf der Bühne. Bild: lukas beck

LEONDING. Erzählen ist seine Profession. Jetzt erzählt Autor Thomas Brezina in einer Bühnenshow über sein Leben. Am 30. April tut er dies in Leonding.

Er würde nicht von sich sagen, ein Morgenmensch zu sein, auch wenn das für 9 Uhr früh vereinbarte OÖN-Interview danach aussehen könnte. Er fange meist um diese Zeit zum Arbeiten an, sagt Thomas Brezina. "Ich habe einen Rhythmus, aber keinen strengen. Er hilft mir, wirklich das zu schaffen, was ich schaffen will." Am 30. April ist der 61-jährige Autor von Hunderten Kinder- und Erwachsenenbüchern mit seiner Bühnenshow "Lieben, Lachen, anders machen" in der Kürnberghalle Leonding zu sehen. Ein Gespräch über das Leben, die Freude und das Schreiben.

Was hat Sie als leidenschaftlichen Geschichtenerzähler zur Bühnenshow gebracht?

Ob ich die Geschichten als Buch oder direkt einem Publikum erzähle, es bleibt Geschichtenerzählen. Das vor Publikum zu tun, ist eine ganz andere Ebene, weil ich hier die Menschen quasi von Angesicht zu Angesicht ansprechen kann. Weil es sehr direkt ist. Weil ich die Reaktionen spüre. Weil ich manches ganz anders ausdrücken und erzählen kann und diese Anleitung für ein Leben voller Freude will ich weitergeben. Damit will ich Menschen sowohl unterhalten als auch begeistern und bestärken.

Das Programm heißt "Lieben, Lachen, anders machen". Das Andersmachen darf man wie verstehen?

Die Frage ist einfach: Wollen wir in dem stecken bleiben, wo wir drinnen sind, oder wollen wir neue Möglichkeiten sehen? Die Welt besteht aus sehr vielen Türen und es liegt an uns, auszuwählen, durch welche wir gehen wollen. Wie gesagt, es ist eine Anleitung für ein Leben voller Freude.

Sie empfinden Ihr Leben als Freude?

Ja, ich bin unendlich dankbar für mein Leben. Ein Leben voller Freude ist ein erfülltes Leben. Das heißt nicht, dass es immer freudig ist, dass ich von Schicksalsschlägen, von traurigen Momenten, von Enttäuschungen verschont geblieben bin. Aber mein Leben ist erfüllt, weil ich selbst immer geschaut habe, was ich tun möchte, womit ich es erfüllen möchte. Und ich habe gelernt, aus dem, was jeden Tag auf uns zukommt, etwas zu machen und damit freudiger und besser umzugehen.

Braucht eine Zeit der vielen krisenhaften Situationen, die von außen auf einen einwirken, jetzt noch viel mehr Ihre Anleitung, um uns bewusst zu machen, wie gut es uns im Unterschied zu anderen geht?

Ja, aus diesem Grund mache ich dieses Programm jetzt. Weil darüber erzählt habe ich in den sozialen Medien und auch in Büchern schon oft. Aber jetzt habe ich mir einfach gesagt, wie großartig es ist, einen ganzen Abend zusammenzustellen. Wenn alles rund um uns gut funktioniert und läuft, dann denkt man, so ist es immer. Aber so ist es nicht immer. Die Kunst im Leben besteht darin, mit dem, was da auf uns zukommt – und derzeit ist es sehr herausfordernd –, umzugehen und sich davon nicht fertig machen zu lassen.

Sie haben also die Hoffnung noch nicht verloren?

Sicher nicht. Es ist unsere oberste Aufgabe, jetzt ganz klar die Zuversicht zu behalten, den Blick darauf zu leiten, wie viel möglich ist und wie viel jeder Einzelne von uns rund um sich gestalten kann.

Das Ausdenken von Geschichten bezeichnet Brezina als seine große Leidenschaft. Bild: Lukas Beck

Kennen Sie das Geheimnis Ihrer Erfolgsgeschichte, die sich in Ihrer Popularität über mehr als eine Generation ausdrückt?

Die Menschen immer noch faszinieren zu können, ist etwas absolut Großartiges. Ich habe erst vor sieben Jahren damit begonnen, auch für Erwachsene zu schreiben. Vieles davon sind nicht nur Krimis und Romane, sondern auch Bücher über ein erfülltes Leben. Ich glaube nicht an das glückliche, aber an das erfüllte Leben. Die Menschen vertrauen mir, weil ich sie, wie sie es mir erzählen, durch ihre Kindheit begleitet und auf verschiedenste Art und Weise erfreut habe. Da war nicht nur Tom Turbo. Mir war das alles nicht so bewusst.

Jetzt erzählen Sie ihnen über die Herausforderungen des Lebens?

Ich erzähle sehr viel über mein eigenes Leben und die Situationen, denen ich gegenübergestanden bin, und was sie für mich bedeutet haben und heute bedeuten. Ich will niemanden belehren, ich kann nur erzählen, was ich an Erfahrungen gewonnen habe, und sie weitergeben, und vielleicht sind sie jemandem hilfreich. Dass mir die Menschen so vertrauen und zuhören, ist ein Geschenk.

Hätte die Anleitung für ein Leben voller Freude nicht auch ein geschriebener Ratgeber sein können?

Ja, natürlich. Aber die Bühnenshow gibt mir die Möglichkeit, es anders zu machen. Es ist keine Comedy, aber schon auch sehr lustig. Es ist kein Motivationsvortrag, aber es kann jeder daraus etwas mitnehmen. In Summe ist es ein unterhaltsamer und sehr persönlicher Abend, weil ich wirklich sehr tiefe Einblicke in mein Leben gebe. In der Bühnenshow kann ich auf andere Art und Weise erzählen, was ich aus einigen der tiefsten Krisen meines Lebens mitgenommen habe.

Was lernen Sie aus den Reaktionen Ihrer Leser und Zuhörer?

All das, was mir jetzt an Wertschätzung, an Begeisterung entgegenkommt, habe ich nicht geplant. Ich habe das gemacht, was ich machen wollte, was mir selbst große Freude gemacht hat. Das war, Geschichten zu erzählen, bei denen ich immer im Auge hatte, dass ich Menschen begeistern, Augen zum Leuchten bringen will. Ich wollte, dass Menschen in diese Geschichten versinken. Was ich lerne ist, dass ich genau das weitermache. Ich schreibe nach wie vor Kinderbücher, aber ich stelle mir jetzt Erwachsene vor und höre auch ganz genau hin, was die Themen sind, die sie bewegen. Ich frage mich, was ich ihnen geben, ihnen erzählen  kann, dass berührend und bestärkend für sie ist.

Wie sehen Sie die Entwicklung der sozialen Medien, die sie nutzen, in denen sie aber auch mit nicht so freundlichen Kommentaren zu Ihrer Person oder Ihrem Tun konfrontiert werden?

Man muss sich ganz genau anschauen, was man wie nehmen will. Ich bin da eisern und frage mich mehr, was ist der Vorteil der sozialen Medien. Ich widerspreche heftig der Meinung, dass durch das Internet und die sozialen Medien das Leben unpersönlichen geworden ist. Denn die Möglichkeiten, die wir jetzt haben, hatten wir früher noch nicht. Die Aussage, dass jetzt weniger kommuniziert wird, stimmt auch nicht. Es wird anders kommuniziert. Es ist jetzt möglich, Menschen zu erreichen, die du sonst nicht erreicht hättest und ich meine das jetzt nicht nur beruflich, sondern genauso privat. Ich sehe immer den Nutzen, was man daraus machen kann. Das interessiert mich am meisten. Dass ich mich als einen Menschen zeigen konnte, der Erwachsene anspricht, ist vor allem über soziale Medien gegangen. Dort habe ich ohne Hintergedanken erzählt und plötzlich hat das großes Interesse gefunden.

Sie sehen also mehr die Möglichkeiten denn die Risken?

Ja. Dass du freudige Sachen gesagt kriegst und dass sich Leute auskotzen darüber, wie schrecklich sie dich finden, das war immer so. Über soziale Medien ist es etwas direkter. Da habe ich aber ein sehr gutes System für mich gefunden, das zu filtern, was ich mir anschaue und was nicht, was ich ernst nehme und was nicht. Da muss man sich schützen.

Mit seinem Hund ist Thomas Brezina gerne unterwegs. Bild: Lukas Beck

Hat ein Vielschreiber wie Sie auch einmal Schreibblockaden?

Ja natürlich, aber da muss man darauf vertrauen, dass das Schreiben wiederkommt. Ich weiß auch, dass es sehr oft mit Müdigkeit zu tun hat. Bewegung hilft mir. Schnellgehen ist mein Lieblingssport. In dem Moment, wo ich schnell gehe, beginnen die Ideen zu laufen. Das ist kein Job, in dem man acht Stunden im gleichen Tempo arbeitet. Manchmal braucht es sechs Stunden, bis es anspringt, aber in den zwei Stunden danach leistet man dann alles, was man an diesem Tag leisten wollte.

Wie entspannen Sie? Wo finden Sie Ruhe?

Ruhe finde ich auf verschiedenste Art. Eine Oase der Ruhe ist in Wien, wo ich einen wunderschönen Garten habe. Ich gehe mit meinem Hund gerne spazieren. Natur, Hinausfahren, zurückgezogen sein, das Meer – und mir die Erlaubnis geben, dass ich einen Tag vor mich hin genieße und lebe, ohne große Pläne, ohne Treffen. 

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Autor
Reinhold Gruber
Lokalredakteur Linz
Reinhold Gruber
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