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Linz

Wieder SS-Spruch am Friedhof: Polizei leitet Ermittlungen ein

Von Gerald Winterleitner   05. November 2013 00:04 Uhr

Wieder SS-Spruch am Friedhof: Polizei leitet Ermittlungen ein
Der Kranz von Schwarzem Kreuz und Land OÖ liegt direkt neben dem bedenklichen „Spruch-Kranz“.

LINZ, TRAUN. Vor fünf Jahren, am Allerheiligen-Wochenende 2008, war es, als Mitglieder der Kameradschaft 4 der Waffen-SS am Stadtfriedhof Linz/St. Martin in Traun mit ihrem Kranz für Entsetzen und Bestürzung gesorgt hatten.

Auf der Schleife wurde in goldenen Buchstaben der „Kameraden der Waffen-SS“ gedacht. Damals erstattete die Linz AG als Friedhofsbetreiber Anzeige, die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen ein.

2009 tauchte neuerlich ein bedenklicher Kranz auf, damals entfernten Friedhofsmitarbeiter aber sofort die Schleife. Seither gab es am Stadtfriedhof St. Martin keine Zwischenfälle. Jetzt aber verliehen „Ewig-Gestrige“ ihrer Gesinnung wieder Ausdruck. Sie legten vor dem Kriegerdenkmal unmittelbar neben dem Kranz von Schwarzem Kreuz und Land Oberösterreich ihren überdimensionalen Kranz mit goldener Aufschrift ab: „Eure Kameraden. Eure Ehre hieß Treue“ – eine nur geringfügige Abwandlung des verbotenen SS-Spruchs „Meine Ehre heißt Treue“. Der Tatbestand der Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz von 1947 dürfte damit allerdings erfüllt sein.

„Ich habe null Verständnis dafür, wenn ein paar alte Deppen – verzeihen sie diesen Ausdruck – und vielleicht auch ein paar Junge hier im rechtsfreien Raum agieren und sich damit ihrer eigenen Verantwortung oder Vergangenheit entziehen wollen“, sagt ein OÖN-Leser, dem der Kranz aufgefallen ist.

Er sei schockiert, erklärt Rudolf Rapl, Verwalter des größten Friedhofes der Stadt Linz: „Leider wissen wir nicht, wer das war, da wir nicht permanent überall sein können. Vermutlich hat das aber jemand in den Abendstunden gemacht.“ Die Schleife werde aber unverzüglich entfernt. Vor fünf Jahren seien es ältere Herren gewesen, die den Kranz abgelegt hatten, erinnert sich Friedrich Schuster, Landesgeschäftsführer des Schwarzen Kreuzes: „Da haben wir gewusst, dass es von der Kameradschaft 4 ausgegangen ist. Mit denen haben wir gesprochen, derartige Aktion zu unterlassen.“ Die Hoffnung, dass sich dieses Problem auf „biologischem Weg“ erledige, sei wohl doch nicht aufgegangen.

Kein Verständnis für diese Fälle von Wiederbetätigung hat auch der künftige Linzer Bürgermeister Klaus Luger: „Generell sind derartige Vorfälle in den vergangenen Jahren in Linz aber weniger geworden.“ Einzig in der Fußballszene gebe es immer wieder Versuche rechtsradikaler Gruppierungen, sich einzuschleichen.

„Wir werden uns mit dem Landesamt für Verfassungsschutz abstimmen und Erhebungen einleiten“, sagt der Linzer Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter.

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