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Oberösterreich

EU-Hotspots in Nordafrika könnten von Rieder Panzern gesichert werden

Von Eike-Clemens Kullmann   14. August 2017 00:04 Uhr

EU-Hotspots in Nordafrika könnten von Rieder Panzern gesichert werden
Oberst Alfred Steingreß, Kommandant der Rieder "13er" vor einem Ulan-Schützenpanzer.

RIED. Panzergrenadierbataillon 13 ist im ersten Halbjahr 2018 Teil einer EU-Battle Group.

"Jetzt geht das Jahr so richtig los", sagt Oberst Alfred Steingreß im Gespräch mit den OÖNachrichten. Denn, die Vorbereitung für die Herausforderung EU-Battle-Group kommt in die heiße Phase. Die Rieder "13er" werden im ersten Halbjahr 2018 das Bundesheer dabei erstmals mit Panzern vertreten – modernen Ulan-Schützenpanzern. Rund 200 Mann stark wird das Kontingent des Eliteverbandes aus dem Innviertel sein, das von der Europäischen Union im Krisenfall rasch eingesetzt werden kann.

Der Einsatzradius der insgesamt rund 1000 Mann starken Battle Group – diese wird diesmal von einem niederländischen Verband geführt – beträgt 6000 Kilometer (von Brüssel berechnet). Das heißt: die Österreicher könnten nicht nur Aufgaben innerhalb Europas gestellt bekommen, sondern auch zu Kriseneinsätzen nach Nordafrika abkommandiert werden. Gibt es bis dahin die seit einiger Zeit angedachten Hotspots für Flüchtlinge, könnten die Rieder Grenadiere mit ihren Panzern sogar zur Sicherung dieser Schutzzonen eingesetzt werden. Darüber will Steingreß allerdings nicht spekulieren.

Neben der Kompanie aus dem Innviertel wird übrigens eine weitere Kompanie aus Österreich dieser Kriseninterventionstruppe angehören – und zwar vom in Großmittel (Niederösterreich) stationierten Panzergrenadierbataillon 35. Von beiden Heeres-Standorten kommen ausschließlich Berufssoldaten bzw. Soldaten der Kaderpräsenzeinheit (KPE) zum Einsatz.

Bereits im Oktober wird das gesamte österreichische Kontingent im Innviertel zusammengezogen. Nach dem "Ausfassen" von Gerät und Ausstattung sowie einer entsprechenden Vorbereitung, folgt eine 14-tägige Verlegung nach Bergen in Deutschland.

In fünf Tagen abmarschbereit

Dort werden die Soldaten "Nato-evaluiert". Soll heißen, es wird jener Ausbildungslevel erreicht, der den dann multinationalen Verband in die Lage versetzt, alle Anforderungen zu erfüllen. Ende November geht es retour nach Österreich. Ab 1. Jänner ist die Einheit bereit für besondere Einsätze im Ausland – und dabei mindestens in fünf Tagen abmarschbereit.

Während die "persönliche Mannes-Ausrüstung" anders sein wird als bei Einsätzen im Inland, müssen die Rieder auf eine Änderung ihrer Panzer-Ausstattung verzichten. "Klimaanlagen im Ulan wären super gewesen. Doch zeitlich ist der Einbau leider nicht mehr zu schaffen, nachdem es Probleme beim Prototyp gegeben und es ‘zurück an den Start’ geheißen hat", bedauert Steingreß.

Der Motivation der Mannschaft tue dies keinen Abbruch. Alle seien hochmotiviert für die Battle Group, die für den österreichischen Kontingentskommandanten "keine Herausforderung, sondern Glück" bedeutet. Schließlich will man ja als Grenadier und damit mit seinem Hauptgerät, dem Ulan-Panzer dabei sein", sagt Steingreß.

Girls-Camp Anfang September

Dass die Battle Group natürlich auch eine Herausforderung darstellt, bestreitet Steingreß keineswegs. Muss doch in Ried trotz Sonderaufgaben der "normale" Betrieb weiter funktionieren. Und da warten in den kommenden Wochen einige Herausforderungen. Neben zwei Übungen in Allentsteig vor allem ein Tag der offenen Tür Anfang September, sowie – ebenfalls Anfang September – ein Girls-Camp. Bei diesem will das Bundesheer einem weiteren Ziel näherkommen: den Anteil der Frauen in der Armee in Richtung zehn Prozent zu bringen.

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